Es zeigt sich einmal mehr, dass man Frank Castle besser nicht unterschätzen darf.
Ein „liebreizender“ Frank Castle
Frank (Jon Bernthal) und das Mädchen (Giorgia Whigham) kommen in einem Motel an. Er bringt sie dazu, ihm beim Versorgen seiner Wunden zu helfen, ehe er sie fesselt und knebelt, damit er schlafen kann. Als er wieder wach ist, befragt er sie und erfährt einiges über sie. Doch die Gefahr ist immer noch vorhanden und schon bald kommen die Leute, die das Mädchen töten wollten, zu der Unterkunft, wo sie und Frank übernachten.
Unterdessen besucht Dinah Madani (Amber Rose Revah) einmal mehr Billy Russo (Ben Barnes) im Krankenhaus. Dieser behauptet, an Amnesie zu leiden, was sie ihm allerdings nicht abkauft. Doch ist sie mit dieser Meinung weitestgehend allein, denn viele, unter anderem auch seine Therapeutin, sind der Meinung, dass sein Gedächtnisverlust real ist.
Kampf oder Flucht heißt es in dieser Folge. Es ist eine Episode, in der Frank sich einmal mehr von seiner „liebreizenden“ Art zeigt. Aber es ist ebenso eine, in der der Plot um Billy Russo und Dinah Madani mehr Fleisch an den Knochen erhält. Und eine, in der der mysteriöse Mann der Gegenseite wieder auftreten kann.
Ein unheimlicher Antagonist
Dieser Auftritt ist auch ein Highlight dieser Folge. Man erlebt jemanden, der es schafft, die verletzte Barkeeperin dazu zu bringen, dass sie ihm alles verrät, was sie über Frank Castle weiß. Seine Vorgehensweise ist natürlich alles andere als fair, weil er sie über ihren Sohn erpresst. Doch die Art und Weise, wie er das macht, wie er eine religiöse Komponente in seine Argumente einbringt… All dies fasziniert einen. Es hilft aber auch gleichzeitig, dass dieser Mann ein unheimliches Charisma hat und dabei stets freundlich auftritt und nie bedrohlich. Weshalb man ihn und seine Aktionen wiederholt unterschätzt. Wenn dies der Gegenspieler von Frank Castle in dieser Season ist, dann hat der Punisher es dieses Mal mit einem hochintelligenten Antagonisten zu tun.
Wobei einer der Gegenspieler der letzten Staffel nicht vergessen wird. Der Plot um Billy Russo fasziniert einen. Man fragt sich als Zuschauer, ob er wirklich sein Gedächtnis verloren hat oder nur so tut. Die Folge liefert darauf keine eindeutige Antwort. Er erinnert sich beispielsweise zwar an Frank Castle, allerdings, so seine eigene Aussage, nur an ihre gemeinsame Zeit beim Militär.
Die Darstellung von ihm fasziniert. Weil man wirklich sieht, wie er an dem Gedächtnisverlust und dem Verlust seines Gesichts leidet. Dass seine Psychotherapeutin ihm einige Freiheiten einräumt, ist natürlich bedenklich. So sieht man in einer Szene, wie sie bewusst seine Fesseln öffnet und mit ihm auch nicht als Verbrecher umgeht, sondern als eine Art Opfer. Sie versucht ihm zu helfen, was sich vermutlich jedoch noch bitter rächen dürfte.
Gerechtfertigtes Misstrauen?
Dinah Madanis Misstrauen dabei kann man nachvollziehen. Schließlich hat er ihr eine Kugel in den Kopf gejagt und ihr Vertrauen missbraucht. Und es wird angedeutet, dass sie unter den Konsequenzen dieser Tat immer noch leidet. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass sie immer noch eine sehr selbstbewusste Person ist, die nicht klein beigibt und ihren eigenen Kopf hat, sehr zum Leidwesen von Frank Castle.
Dessen Plot ist im Vergleich zu den anderen der deutlich schwächere. Das Problem ist, dass man hier wieder den egoistischen Frank aus der ersten Staffel sieht. Er hat zwar gute Gründe, weil sich eben wiederholt zeigt, dass Rachel, das Mädchen, das er gerettet hat, abhauen möchte. Aber die Art und Weise, wie dies rübergebracht wird, wirkt … irritierend.
Im Prinzip wird es nur dann besser, wenn man merkt, dass es gleich kracht. Wenn man beispielsweise sieht, wie Frank sich auf einen Angriff der anderen vorbereitet. Oder wenn man mitkriegt, wie er anschließend kämpft, nämlich ohne Rücksicht auf Verluste und zur Not unter Einsatz seines eigenen Lebens.
Eine grandiose Rezeptionistin
Ein Highlight ist übrigens Ashley August als Debbie, die „Empfangsdame“ des Motels. Wie sie auf die Regeln pocht und wiederholt ihren eigenen Kopf durchsetzt, ist einfach nur herrlich. Wann immer sie auftaucht, wird es lustig und man kann sich gut amüsieren.
Am Ende ist dies eine gute Episode.
Info
Regie: Jim O’Hanlon
Drehbuch: Steve Lightfoot
Showrunner: Steve Lightfoot
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