Kurz vorm Staffelfinale hat man auf ein Mal das Gefühl, dass die Serie sich vergallopiert.
Es wird schlecht
Frank Castle (Jon Bernthal) und Curtis Hoyle (Jason R. Moore) spähen den Unterschlupf von Billy Russo (Ben Barnes) und seinen Leuten, Valhalla, aus. Was sie nicht wissen, ist das ihr Ziel sie seinerseits ausspioniert. Er plant eine Falle für den Punisher. Er nutzt dafür eine psychologische Schwachstelle von dessen Charakter aus.
Die nötigen Infos hat er von seiner Geliebten, der Psychologin Dr. Dumont (Floriana Lima). Die die Ideen dazu bei einem freundschaftlichen Gespräch mit Madani (Amber Rose Revah) erhalten hat. Unterdessen erholt sich John Pilgrim (Josh Stewart) von der Wiederbegegnung mit der Gang, zu der er früher gehörte. Und fällt dabei in ein tiefes seelisches Loch.
Die zweite Season von The Punisher hat sich bislang als sehr stark erwiesen. Es gab zwar hier und da ein paar kleine Folgen, die nicht ganz so überzeugten. Aber insgesamt war man guter Stimmung. Bis jetzt Männerherzen daherkommt. Und sich dies als eine der schlechtesten Episoden der gesamten Staffel entpuppt.
Eine wunderbare Sinneskrise
Wobei nicht alle Plots dieser Folge schlecht sind. Die Sinneskrise, die John Pilgrim durchläuft, ist großartig gemacht und kann überzeugen. Schließlich musste er sich seinen früheren Dämonen stellen und das hat ihn nachträglich beeinträchtigt. So sieht man im Verlaufe der Episode, wie er zunächst mit den körperlichen Folgen des Massakers, dass er veranstaltet hat, fertig wird. Derweil die Psychischen im Laufe immer offensichtlicher werden.
Man sieht, wie er Alkohol trinkt und Drogen zu sich nimmt. Und während er gefühlt immer tiefer in Selbstmitleid versinkt, benimmt er sich auch immer mehr daneben. Bis er am Ende auf der Bettkante sitzt, gefühlt in Depressionen versinkt, während ihm eine Prostituierte den Schwanz lutscht. Wenn man bedenkt, wie viel Wert er auf die Treue zu seiner tot kranken Frau liegt, zeigt dies besonders schön, wie dreckig es ihm geht.
Doch der Rest der Folge plätschert mehr vor sich hin. Es kommt keine wirkliche Spannung auf. Und stellenweise hat man auch das Gefühl, dass die Protagonisten dumm sind und ihr Gehirn an der Tür abgegeben haben.
Etwas arglos
Das fängt schon mit der Beobachtung von Valhalla an. Wo Frank Castle, der ja sonst immer paranoisch ist, sich zu sehr auf Curis Hoyle verlässt. Die beiden plaudern miteinander und kriegen nicht mit, wie sie, sehr offensichtlich übrigens, von Billy Russo ausgespäht werden.
Der daraufhin ausführlich eine Falle für Frank Castle vorbereitet. In die dieser dann prompt einläuft und erst mal blutig geschlagen wird. Was er aber wieder doppelt und dreifach zurückgibt, ohne dass er sich von dem Angriff sich großartig beeinträchtigt zeigt.
Was schließlich zu einem Abschluss führt, der zwar für die Figur Sinn ergibt. Aber dann doch sehr aufgesetzt und übertrieben wirkt. Vermutlich soll so Spannung erzeugt werden, es wirkt jedoch mehr wie unnötiger Umweg, der hier eingeschlagen wird.
Unglaubwürdig naiv
Mit dieser Folge erhält die Unterhaltung zwischen Mahdani und Dr. Dumont mehr Sinn. Aber irgendwie wirkt die Erklärung hierfür auch an den Haaren herbeigezogen. So schlägt Dumont vor, dass die beiden Freundinnen werden. Und Mahdani akzeptiert dies so einfach?
Es ist einfach ein Szenario, dass der Bundesagentin nicht gut tut. Sie wirkt hier dumm und arglos, was nicht zu ihr passt. Vermutlich wird es hier schon bald das große Payback geben. Doch bis dahin nimmt Mahdani Schaden.
Es ist einfach eine Folge, die einen frustriert. Es wirkt so, als ob die Macher bemerkt haben, dass ihre ursprünglich gedachte Handlung nicht für alle Episoden ausreicht. Weshalb sie dann diesen kleinen, unnötigen Umweg, der hier beginnt, einbauen.
Info
Regie: Alex García López
Drehbuch: Steve Lightfoot & Angela LaManna
Showrunner: Steve Lightfoot
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