Zur Mitte der zweiten Season tischt die Serie noch mal groß auf. Will dann allerdings zu viel auf einmal.
Endlich Erklärungen!
Um endlich weiterzukommen, mobilisiert Wednesday (Jenna Ortega) ihre Familie. Genauer gesagt überredet sie ihren Onkel Fester (Fred Armisen) undercover in die „Willow“-Psychiatrie gehen. Derweil sie ihre Oma Hester Frump (Joanna Lumley) einerseits dazu bittet, mehr über die angeblich verbrannten Außenseiter herauszufinden. Aber andererseits ebenso, damit sie wieder in den Besitz von Goodys Buch kommt.
Allerdings läuft nicht unbedingt alles nach Plan. An der Nevermore-Akademie wird sie am helllichten Tage von einem Riesenschwarm an Raben angegriffen und verliert anschließend auch noch die Spur der Person, die dafür verantwortlich ist. Dann zeigt sich Enid (Emma Myers) eifersüchtig, weil Wednesday so viel Zeit mit ihrer Stalkerin Agnes (Evie Templeton) verbringt. Und schlussendlich, als es ihr gelingt, sich in die Psychiatrie hineinzuschleichen, eskalieren die Ereignisse so sehr, dass es zu einem Massenausbruch kommt.
Wenn diese Wände ihr Leid beklagten könnten hätte eine großartige Folge werden können. Weil eben nicht nur zwei der früheren Filmdarsteller der Addams-Familiy in einer Folge auftreten, Christina Ricci und Christopher Llyod. Sondern ebenfalls endlich die viel erwähnte Mutter von Morticia auftaucht und man einige Erklärungen für Dinge erhält, die bislang nur am Rande genannt worden sind.
Zu viel auf ein Mal ist nicht gut
Und dennoch hat man am Ende der Episode das Gefühl, dass die Serie sich dieses Mal zu viel vorgenommen hat. Dass sie zu viel auf einmal will. Mit der Konsequenz, dass hier der eine oder andere Plot darunter leidet.
Das macht sich vor allem zu Beginn bemerkbar, wo viele Sachen stattfinden. Zum einen wird endlich Wednesdays Oma eingeführt und ihr Konflikt mit Morticia weiter ausgebaut. Anschließend spricht Enid ihre Mitbewohnerin darauf an, dass sie ihr die ganze Zeit eine kalte Schulter gegeben hat. Nur um dann von den Raben angegriffen zu werden, die Person, die sie kontrolliert zu verfolgen und deren Spur zu verlieren. Onkel Fester taucht wieder auf, wird auf eine neue Mission geschickt, dessen Abenteuer man in einem Nebenplot verfolgt, genauso wie Biancas Bemühungen, ihre Mutter zu retten und zu schützen. Erst im letzten Drittel verlangsamt sich das Tempo der Ereignisse und die Folge dreht richtig auf.
Es ist also einiges, was in 60 Minuten gequetscht wird. Vieles davon ist interessant, aber bei manchem Plot merkt man, dass hier nur etwas angefangen wird, was dann in späteren Folgen noch mal von Relevanz wird. Das ist natürlich mitunter frustrierend.
Endlich kommt es zur Ausprache
Dabei gibt es durchaus den einen oder anderen gelungenen Moment. So ist Oma Hester neben ihrem Onkel Fester die einzige Person, die Wednesday freudestrahlend begrüßt. Gleichzeitig wird jedoch bei ihrer Begegnung mit Morticia klar, dass deren ablehnende Haltung ihr gegenüber nicht von ungefähr kommt. Eine wichtige Rolle muss dabei Morticias Schwester Ophelia spielen, die ja angeblich verstorben ist.
Auch ist es schön, dass Enid Wednesday endlich darauf anspricht, dass diese ihre die ganzen letzten Folgen eine kalte Schulter gezeigt hat. Für einen kurzen Moment sieht man erneut den schuldbewussten Blick von Wednesday, der aber schnell wieder verschwindet, zugunsten einer abweisenden Antwort. Dass dabei die Werwölfin der jüngsten Addamstochter was bedeutet, zeigt sich, als die Vögel angreifen. Oder später, wie sie versucht, sie aus der Schusslinie zu halten.
Der Auftritt von Fred Armisen als Onkel Fester ist natürlich erneut ein Highlight. Er und Jennifer Ortega spielen sich wiederholt gegenseitig die Bälle zu und die Szenen, wo er undercover in die Psychiatrie kommt, sind wieder großartig. Sie sind ein Knüller, wie zum Beispiel, als die Polizei seine vielen verschiedenen Identitäten durchgehen und wie er darauf reagiert.
Ein spannendes Finale
Doch eben diese vielen Ereignisse zu Beginn der Episode stören. Das Familiendrama wird kurz abgehandelt und die Enthüllung, wer die ganzen Vögel kontrolliert, fühlt sich flach an, da es zu sehr aus dem Nichts kommt. Auch der eine oder andere Tod enttäuscht, weil so eine Figur aus der Serie geschrieben wird, die deutlich mehr Potenzial gehabt hätte.
Dennoch wird man gut unterhalten. Und das ist die Hauptsache.
Info
Regie: Tim Burton
Drehbuch: Lauren Otero
Showrunner: Alfred Gough, Miles Millar
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