Es geht endlich mit dem Hauptplot der Serie weiter. Auch wenn Simon schon wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht.
Es geschieht nicht viel
Trevor (Ben Kingsley) und Simon (Yahya Abdul-Mateen II) machen sich auf den Weg zu Kovaks (Zlatko Burić) Anwesen, wo die nächste Runde des Castings stattfinden soll. Jeder Schauspieler soll dort improvisieren. Für den routinierten Trevor Slattery kein Problem. Doch Simon kommt ins Straucheln.
Er hat die ganze letzte Nacht wegen der GoPro-Sache nicht schlafen können. Und das macht sich jetzt negativ bemerkbar. Er verkrampft und wirkt nicht natürlich. Womit er aus dem Rennen um eine Rolle im „Wonder Man“-Revival aus dem Spiel ist. Oder?
Zugegeben, es geschieht in Callback nicht sonderlich viel. Der Großteil der Folge dreht sich um die zweite Casting-Runde, wie die Darsteller mit den Herausforderungen umgehen, sowie, welch Überraschung, um Simons Selbstzweifel. Aber dafür können sich die meisten Charaktere wunderbar weiterentwickeln.
Simons Lieblingsbeschäftigung
Es zeigt sich in dieser Folge ein Mal mehr, wie groß der schauspielerische Unterschied zwischen Simon und Trevor ist. Es ist jetzt nicht so, dass der Erstgenannte kein Talent hat. Aber ihm fehlt das Können von Letzteren, wirklich locker und frei loszuspielen, zu improvisieren. Er verfällt, wenn er nervös ist, immer noch in alte schlechte Gewohnheiten, verkrampft, denkt zu viel und blockiert. Weshalb ihn dann sein Freund erst mal wieder aufmuntern muss.
Im Prinzip wirkt das wie die Lieblingsbeschäftigung Simon Williams: Dieses Sichselbstimwegstehen. Diese Selbstblockade, sobald er nervös ist oder Angst hat. Und im Grunde hat er ja ständig Angst, dass er die Kontrolle verliert und seine Fähigkeiten in aller Öffentlichkeit zeigt. Was ja gleichbedeutend mit dem Ende seiner Schauspielkarriere wäre. Und diese ist ja neben seiner Mutter alles, was ihm, etwas bedeutet.
Leider muss man sagen, dass die Serie bei Simons Darstellung überwiegend auf der Stelle tritt. Es wiederholt sich langsam alles. Simon blockiert, versaut etwas, suhlt sich in Selbstmitleid und nur Trevor kann ihn da wieder herausholen. Wobei dieser ja auch seine Geheimnisse hat.
Einfach nur großartig
Es wäre einfach schön, wenn sich bei dem jungen Schauspieler endlich etwas mehr Selbstvertrauen zeigen würde. Aber das ist nicht der Fall. Stattdessen wird eben auf Altbewährtes gesetzt. Dabei ist dies die drittletzte Folge und auch wenn der Handlungsfortschritt vorhanden ist. In Sachen Charakterisierungen muss sich etwas tun.
Zum Glück gibt es da noch Trevor Slattery. Auch er hat Selbstzweifel, wie sich zu Beginn der Episode in einer Rückblende zeigt. Auch er hat Momente, wo er sich verletzbar zeigt. Doch ansonsten sieht man vor allem bei seinem Improauftritt, wie großartig und erfahren er als Darsteller ist. Wie er in jeder Situation weiß, wie er glänzen kann.
Hier hat man auch wirklich das Gefühl, dass Ben Kinglsey zur Höchstform aufläuft. Es ist ein Genuss zu sehen, wie er scheinbar ohne Mühen alle anderen an die Wand spielt. Wie er changiert zwischen dem talentierten Darsteller, der seine Figur ist, und einem empathischen, einfühlsamen Charakter. Bis er am Ende seine Haut rettet und es so aussieht, als ob er bereit ist, seinen besten Freund unter den Bus zu werfen.
Grandioser Humor
Vor allem ist dies eine humorvolle Folge. Das fängt schon damit an, dass Simon Schuhe, die draußen stehen, überinterpretiert. Und geht dann mit der „Schauspielerischen Glanzleistung“ die einige andere aufbringen, weiter. Nicht zu vergessen die Exzentrizität, die Kovak ausstrahlt und die man auch bei seinem Handeln sieht.
Es ist jetzt nicht so, dass diese Episode Müll ist. Man wird immer noch bestens unterhalten und sie kann das Niveau der Vorgängerfolge halten. Aber so langsam wird es Zeit, dass die Reihe Simon Williams ein wenig mehr Selbstvertrauen gönnt. Vor allem jetzt, wo die Serie fast vorbei ist.
Informationen:
Drehbuch: Roja Gashtili & Julia Lerman und Andrew Guest
Regie: Tiffany Johnson
Showrunner: Andrew Guest
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