Kurz vorm Seasonfinale dreht die Serie richtig auf und präsentiert eine sehr gute Folge.
Es wird weiter aufgedreht
1946: Ana (Lotte Verbeek) hört ein Telefonat zwischen Edwin Jarvis (James D’Arcy) und Peggy Carter (Hayley Atwell) mit. Sie macht sich Sorgen, dass das gefährliche Leben der Agentin sich irgendwann auch auf ihr eigenes auswirkt. Ein Jahr später wurden ihre Befürchtungen wahr. Sie liegt im Krankenhaus und ihr Mann erfährt, dass sie wegen der Schussverletzung keine Kinder mehr kriegen kann.
Danach ist er auf Whitney Frost (Wynn Everett) wütend. Diese Wut treibt ihn an und er will unbedingt bei der Mission mitmachen, sie festzunehmen. Wobei die Vorbereitungen dafür alles andere als einfach sind.
Es scheint so, als ob die Agent Carter-Serie zum Seasonfinale hin endlich Fahrt aufnimmt. Dass sie endlich unterhaltsam wird und von diesen nervigen Soapplots fort kommt. Bestes Beispiel? Seitenwechsel, die qualitativ fast an Monster anschließt.
Alles wird präsentiert
Dabei präsentiert diese Episode im Prinzip alles. Drama, in Form von dem Schicksal von Ana und was das mit Edwin Jarvis anrichtet. Humor, wenn es um den Plan von Peggy Carter und Sousa angeht, eine Falle für Whitney Frost aufzubauen. Und Spannung, als nämlich Jack Thompson auftaucht, um scheinbar Sand ins Getriebe zu streuen.
Es ist dabei interessant, wie Edwin Jarvis in dieser Folge auftritt. Man hat ihn bislang als beflissentlichen und freundlichen Mann kennengelernt. Höflich und zurückhaltend, aber auch durchaus bereit, bei diversen waghalsigen Plänen mitzumachen. Doch dieses Mal wirkt er wie ausgewechselt. Er ist voll Rache und das treibt ihn an.
Es ist schon fast beängstigend, ihn so zu sehen. Aber es ist eine Charakterinterpretation, die ihm gut tut. Es zeigt, wie sehr er seine Ana liebt, wie sehr ihn die Ereignisse mitnehmen, und was das alles mit ihm macht. Das ist wirklich grandios.
Wunderbarer Humor
Der Plot um Peggy Carter ist dann eher humorlastig. Wenn der Versuch mit dem Gangster Joseph Manfredi erstmal darin mündet, dass sie und Sousa sich durch dessen Leute kämpfen müssen. Derweil er im Vordergrund gemütlich für seine Mutter kocht und sich mit ihr wegen einem neuen Rezept in die Haare kriegt, ist das schon großartig. Und wird dann auch später famos, als sie ihren Plan umsetzten wollen und dabei auf Aloysius Samberly angewiesen sind. Wo sich erst einmal ein Gespräch über Vornamen und ob man die alle kennen muss, entspannt.
Wo dann am Ende Jack Thompson wieder auftaucht. Und versucht, im Auftrag von Vernon Masters, Peggy aus dem Spiel zu nehmen. Die darauf allerdings so absolut nicht eingeht, sondern ihn ermuntert, endlich seine eigenen Gedanken zu machen. Und sie scheint damit auf fruchtbaren Boden zu stoßen.
Derweil wird auch Whitney Frost und Jason Wilkes nicht vergessen. Sie nutzt ihn als Versuchstier, animiert ihn dazu, mehr seinen eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und versucht so mehr über die Nullmaterie und was es mit ihnen beiden anrichtet, herauszufinden. Auch dies sind grandiose Szenen, wo sich einmal mehr zeigt, wie kaltblütig sie vorgehen kann. Aber ebenso, wie gut sich schauspielen und Interesse vorheucheln kann.
Etwas zu passend
Es gibt nur ein Manko: In einer Szene, kurz bevor Peggy und ihre Alliierten aufbrechen, kommt eine Nachricht von Howard Stark rein. Der zufälligerweise einen Apparat erfunden hat, den sie für das, was kommt, gut gebrauchen können. Es ist leider nur ein zu passender Zufall und das schadet der Episode etwas.
Ansonsten ist sie phänomenal und kann wieder begeistern. Vor allem auch der Cliffhanger sorgt für Interesse und Vorfreude auf die noch restlichen kommenden Folgen.
Info
Drehbuch: Brant Englestein
Showrunner: Tara Butters, Michele Fazekas & Chris Dingess
Regie: Metin Hüseyin
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