Die Crew der Nostromo wird auf einem fremden Mond mit einem Alien konfrontiert.
Handlung
Die Nostromo unterbricht ihren Rückflug zur Erde und steuert den Mond LV-426 an. Die Crew erwacht überrascht aus dem Cryoschlaf und geht einem außerirdischen Signal nach, welches der Grund für den automatischen Kurswechsel ist. Auf der Oberfläche der fremden Welt entdecken Captain Dallas, der Erste Offizier Kane und die Navigatorin Lambert ein antikes Raumschiffwrack. Unterhalb eines versteinerten Aliens befindet sich eine Kammer mit Eiern, in der Kane von einem Facehugger angegriffen wird.
Zurück an Bord versuchen der Wissenschaftsoffizier Ash und Dallas alles, den fremden Organismus von Kanes Gesicht zu bekommen. Doch die Kreatur hat Säureblut, welches sich durch mehrere Decks frisst. Später verschwindet der Organismus freiwillig von Kanes Gesicht und stirbt. Als der Erste Offizier nach dem Start ins All erwacht, ist er zunächst hungrig, doch mitten in der Mahlzeit bricht eine neue Kreatur durch seine Brust und versteckt sich im Schiff.
Auf der Jagd nach dem Wesen muss die Crew feststellen, dass selbiges sehr schnell wächst. Als Erstes fällt der Techniker Brett der ausgewachsenen Kreatur zum Opfer, und schon bald folgt der Rest.
Nach dem Verschwinden des Captains fällt das Kommando Ellen Ripley zu, welche vom Schiffscomputer Mutter erfährt, dass der Konzern, in dessen Auftrag die Crew unterwegs ist, von dem Alien wusste und alles daran setzt, der Kreatur habhaft zu werden. Um dies zu garantieren, hat der Konzern Ash an Bord gebracht, der sich als Android entpuppt.
Ash will Ripley töten, wird aber von Lambert und dem Techniker Parker ausgeschaltet. Die drei Überlebenden wollen mit dem Beiboot Narcissus fliehen und die Nostromo mit dem Alien an Bord sprengen. Einzig Ripley schafft es, mit der Katze Jones zu entkommen, doch ist das Alien mit an Bord der Narcissus gelangt. Dort kommt es zum großen Showdown.
Rezension von Alien
Die Handlung ist den Fans des ersten Alien-Films (1979) selbstverständlich bekannt und wird im Comic gut umgesetzt. Alle wichtigen Szenen sind dabei und auch die Kapitalismuskritik kommt zur Geltung. So erhält Dalls als Captain nicht alle Informationen zu dem Zwischenstopp und Ripley wird später von Ash attackiert, der ihre Erkenntnisse geheimhalten will. Der Konzern ist bereit, die gesamte Crew zu opfern, um in den Besitz eines Aliens zu kommen.
Im Comic heißt der Konzern übrigens Mil-Wis, wobei es sich um einen Übersetzungsfehler handeln muss. Es müsste selbstverständlich Weyland-Yutani heißen. Ferner wird der Durchmesser von LV-426 mit nur 1.200 Metern angegeben, wohingegen das Außenteam später rund 3.000 Meter zum Wrack des Alienraumschiffs zurücklegen muss. Es kann offenkundig nicht stimmen, dass der Mond nur 1,2 Kilometer groß ist, denn dann wäre er nur ein recht kleiner Asteroid. Hier fehlt offenkundig ein „Kilo“ vor den „Metern“. Ferner ist auch die Bezeichnung „Planetoid“ falsch, denn LV-426, auch Acheron genannt, umkreist den Gasriesen Calpamos und ist damit ein Mond.
Immerhin ist die Angabe, dass sich die Nostromo im System Zeta II Reticuli befindet, korrekt. Übrigens gibt es dieses Doppelsternsystem tatsächlich. Es befindet sich 39,5 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Netz. Es ist durchaus interessant, dass Drehbuchautor Dan O‘Bannon und Regisseur Ridley Scott die Handlung des Films ausgerechnet dort angesiedelt haben, denn dies spielt offenkundig auf den UFO-Entführungsfall von Betty und Barnes Hill aus dem Jahr 1961 an. Zwei Jahre danach zeichnete Betty Hill unter Hypnose eine Sternenkarte, die nicht zu unserem Sternenhimmel passt. Später konnte errechnet werden, dass die Sternenkarte korrekt ist, wenn man Zeta Reticuli als Ausgangspunkt nimmt.
Es ist kein Geheimnis, dass Ridley Scott sich für diese Thematik interessiert. In Prometheus (2012) bediente er sich darüber hinaus auch der Prä-Astronautik, der zufolge die Menschheit von Außerirdischen erschaffen wurde. Allerdings beschrieben Betty und Barney Hill die typischen Grey-Aliens und keine 2 Meter großen Übermenschen und erst recht keine Xenomorphen.
Grafisch anspruchsvoll, aber veraltet
Der Zeichenstil ist zwar etwas schlicht und geht nicht allzu sehr ins Detail, die Charaktere sind dennoch gut getroffen und wiedererkennbar. Die Raumanzüge sind ebenfalls gut umgesetzt. Der Xenomorph entspricht dagegen nur oberflächlich der Filmvorlage. Der Facehugger sieht noch super aus, der Chestburster wirkt dagegen wie eine große Schlange, und das ausgewachsene Exemplar hat teils die Größe einer Alienkönigin.
Bei der Nostromo ist der Mangel an Detailtiefe beklagenswert, wohingegen das antike Wrack auf Acheron sehr gut umgesetzt ist und eine interessante Perspektive bietet. An den Sonnenaufgang fehlt einem jedoch die Erinnerung, im Film wirkte der Mond stets dunkel. Die Kolorierung wirkt, als wären Aquarellfarben verwendet worden. Die Farbpalette ist okay, aber nicht wirklich naturalistisch. Mit heutigen Methoden wäre hier deutlich mehr möglich.
Die Schrift in der deutschen Erstauflage von Moewig wirkt wie handgeschrieben. Jeder Buchstabe ist anders und die Größe variiert. Da der Comic 1979 erschienen ist, wurde der Text wohl noch nicht am Computer abgetippt, aber auch nicht mit einem Schriftsatz gesetzt. Das Ergebnis ist sehr unsauber und enthält kleinere Schreibfehler, worunter der Lesegenuss etwas leidet.
Fazit: Begehrtes Sammlerobjekt
Für die eingefleischten Alien-Fans hat die Comicadaption des Sci-Fi-Klassikers von 1979 inhaltlich selbstverständlich nicht viel Neues zu bieten, doch sollte diese dennoch in keiner Sammlung fehlen. In Deutschland ist diese zuerst im Moewig Verlag erschienen und 2014 bei Cross Cult in einer überarbeiteten Fassung als Hardcover neu aufgelegt worden.
Info
Autoren: Archie Goodwin & Walter Simonson
Verlag: Moewig Verlag / Cross Cult
Sonstige Informationen: Produktseite
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Warpskala
Warpskala-
Story10/10
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Zeichenstil6/10
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Kolorierung4/10
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