Obwohl zum ersten Mal seit einiger Zeit in dieser Folge alle wichtigen Plots vorkommen, fühlt sie sich nicht zu voll an.
Es wird besser
Es wird offensichtlich, dass Bruder Tag (Lee Pace) und Zephyr Halima (T’Nia Miller) sich nicht mögen. Der Versuch des Imperators, ihr auf dem üblichen Weg beizukommen, scheitert. Weshalb er beschließt, sie mit eigenen Waffen zu schlagen. Zurück auf Trantor entwickelt sich die Beziehung von Bruder Morgen (Cassian Bilton) zu der Gärtnerin Azura (Amy Tyger) weiter. Sogar so weit, dass er ihr von seiner größten Furcht erzählt.
Salvor (Leah Harvey) und Pharas (Kubbra Sait) Gruppe entdeckt die Invictus und beginnt, sie zu entern. Sie stehen dabei unter erheblichen Zeitdruck, da das Schiff kurz davor ist, wieder blind zu springen. Doch der Entervorgang fordert jede Menge Opfer. Und Gaal (Lou Llobell) schafft es, das digitalisierte Bewusstsein von Hari Seldon (Jared Harris) zu reparieren. Es kommt zu einer folgenschweren Aussprache.
Ich war ja von Der Tod und die Jungfer alles andere als begeistert. Die Folge war nur mittelmäßig und es gab nur wenig, was mich begeistern konnte. Die gute Nachricht ist, dass Mysterien und Märtyrer es im Vergleich dazu besser macht. Auch wenn die Episode am Ende immer noch kein Überflieger ist und das Niveau der ersten Folgen erreicht.
Wunderbar arrogant
Es ist eine dicht gepackte Episode, wo zum ersten Mal alle wichtigen Haupthandlungsstränge, die die Serie in den bisherigen Folgen aufgebaut hat, vorkommen. Das ist zwar viel Material, aber es wird zum Glück vermieden, dass das Gefühl aufkommt, dass sie zu voll ist. Wobei es natürlich zwei Plots gibt, die dem Zuschauer am allermeisten gefallen dürften.
Der erste schildert die Erlebnisse von Bruder Tag auf der Heimatwelt der Luministen. Lee Pace kann hier wunderbar das arrogante Arschloch hervorkehren, ohne dass man es ihm übel nimmt. Er ist verärgert über Demerzels Aktionen, dass sie nach der Ansprache von Zephyr Halima niedergekniet und ihn dadurch wie einen Trottel hat aussehen lassen. Die Tatsache, dass Zephyr Halima sich außerdem nicht bestechen lässt, sondern weiterhin der Auffassung ist, dass die Imperatoren keine Seele haben, sorgt naturgemäß dafür, dass sein Zorn weiter wächst. Bis er am Ende einen Weg findet, wie er die Priesterin quasi mit ihren eigenen Waffen schlägt. Wie das ausgehen wird, wird man dann in der nächsten Folge sehen, auf die man jetzt schon gespannt sein darf.
Der zweite grandiose Plot ist die Handlung mit Hari Seldon und Gaal. Wo es endlich zur Aussprache der beiden kommt und man dabei einiges erfährt.
Ein Großkotz vor dem Herren
Zunächst einmal zeigt sich hier, dass der Mathematiker ein Großkotz sondergleichen sein kann. Man hatte ja schon in der letzten Folge erfahren, dass sein Tod Teil seines Plans zum Fortbestehen seiner Foundation sein soll. Doch dieses Mal wird noch mal bestätigt, dass er dabei Menschen, vor allem diejenigen, die ihm nahestehen, wie Spielfiguren behandelt. Er erwartet, dass sie bestimmte Dinge tun. Und ist enttäuscht, wenn sie dies nicht tun.
Und doch kann man ihm nicht komplett sauer sein. Er ist eben ein ergebnisorientierter Mensch, der für sein großes Ziel bereit ist, alles unterzuordnen. Und trotzdem merkt man stellenweise so etwas wie Reue, weil er damit, bewusst oder unbewusst, Menschen verletzt.
Zu denen auch Gaal gehört. Sie ist es, die zu Recht auf ihn wütend ist. Wobei sich bei ihr am Ende der Folge eine interessante Entwicklung abzeichnet, von der noch nicht offensichtlich ist, ob Seldon dies ebenfalls berücksichtigt hat, oder es etwas Neues ist. Aber in jedem Fall erklärt es vieles, was in früheren Episoden geschehen ist.
Arrogant, aber nicht auf eine unterhaltsame Art
Der Plot um den Entervorgang der Invictus ist ebenso spannend geworden. Wenn auch im Vergleich nicht so sehr, wie die eben genannten Plots. Es wird hier ein permanenter Druck aufgebaut, da Dinge nicht auf Anhieb funktionieren. Und weil es Opfer gibt. Denn es sterben Leute auf diverse Art und Weise. Und einige dieser Todesopfer gehen einem sehr zu Herzen.
Das einzige Manko, das dieser Plot hat, ist die Anführerin der Anakreoner. Phara wirkt arrogant und überheblich. Eiskalt tötet sie die Leute, die sie für ihren Plan nicht mehr braucht, oder weint Leuten, die durch einen Unfall ums Leben kamen, keine Träne nach. Es fehlt hier einfach ein Merkmal, das sie nicht wie eine 08/15-Schurkin wirken lässt. Dass sie das alles nur für ihr Volk und für ihre Rache tut, wird zwar thematisiert, aber es wirkt oberflächlich umgesetzt und kann nicht überzeugen.
Ein völliger Reinfall ist die Handlung um Bruder Morgen und seine Affäre mit der Gärtnerin. Es ist unklar, wohin die Serie damit will. Er meint zwar, dass er überlegt, mit ihr durchzubrennen, aber so wirklich glaubwürdig wirkt das nicht. Ebenso vermisst man die Chemie zwischen den beiden. Die ist gefühlt nämlich nicht vorhanden.
Diese Folge macht vieles, aber nicht alles besser.
Informationen
Regie: Jennifer Phang
Drehbuch: Caitlin Saunders
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