Auf der Heimatwelt der Xenomorphe tobt ein Krieg zwischen zwei Stämmen.
Handlung
Kaum ist das Team von Neo-Pharm-Chef Daniel Grant und Major Lee auf der Heimwelt der Xenomorphe gelandet, wird es auch schon von Aliens umringt, die aber in erster Linie Krieg gegeneinander führen. Die Crew des Landungsschiffes errichtet zunächst einen Schutzschild, der die Kreaturen auf Distanz hält. Bei dem Versuch, den Schild bis zum nächsten Nest einer Königin zu erweitern, muss eine Seite vorübergehend geöffnet werden, wobei das Gelände schnell von Xenomorphen geflutet wird. Die Marines müssen feststellen, dass ihre Waffen gegen die Überzahl der Aliens kaum etwas ausrichten können. Fünf Menschen finden bei der Aktion den Tod.
Grant fühlt sich dafür verantwortlich, was ihn über den Sinn der Mission ins Grübeln bringt. Doch seine Leute sind schon zu weit gekommen, als dass jetzt irgendwer einen Rückzieher machen will. Grant will die Soldaten zumindest begleiten, doch hat jemand seinen Schutzanzug sabotiert. Außerdem wurde ein Alien-Ei in seinem Spind deponiert und er fällt fast einem Facehugger zum Opfer. Lee rettet ihm in letzter Sekunde das Leben.
Anschließend lässt Lee erst einmal das Nest der roten Königinmutter bombardieren, wobei zahlreiche Xenomorphe den Tod finden. Der rote Stamm zieht sich zum zerstörten Nest zurück und wird dabei von den schwarzen Aliens verfolgt, die nun die Oberhand haben. Der Weg ins Nest der schwarzen Königinmutter scheint frei. Nur deren Leibwächter müssen noch ausgeschaltet werden, was den nächsten Marine das Leben kostet.
Grant und Lee dringen mit Henriksen und Dr. Begalli in den Thronsaal der Königinmutter vor, wo der Doktor das Gelée royale einsammelt. Das lässt die Königin jedoch nicht so einfach mit sich machen und bestraft ihn dafür. Kurz darauf muss Grant feststellen, dass nicht Begalli der Saboteur war, wie er vermutete. Der wahre Übeltäter gibt sich zu erkennen und verletzt Major Lee schwer. Daniel kann ihn überwältigen und stopft ihn mit Xeno-Zip voll. Dann bringt er sich mit den restlichen Überlebenden in Sicherheit.
Rezension von Aliens: Völkermord 2
Die Heimatwelt der Xenomorphe ist erwartungsgemäß ungemütlich. Es fragt sich allerdings, wo die Heerscharen von Millionen Kriegerdrohnen herkommen. Es scheint auf dem Planeten kein einziges anderes Lebewesen zu geben, was ihnen als Wirt hätte dienen können. Das Schlachtgetümmel dauert zudem tagelang an, was eigentlich einen kontinuierlichen Nachschub an Kriegern voraussetzt. Die hätte man schon vor der Landung bombardieren können, was im Zweifelsfall fünf Menschenleben hätte retten können. Die Schutzanzüge, deren Oberfläche das Säureblut der Aliens neutralisieren kann, bieten jedenfalls nur geringfügigen Schutz.
Immerhin sind dem Konzernchef Grant die Marines nicht egal, womit er sich von Peter Weyland, Carter Burke und so ziemlich jedem anderen Konzernvertreter der Filme unterscheidet. Er macht sogar eine sichtbare Wandlung durch. Der Tod der Soldaten geht ihm derart nahe, dass er die Mission sogar infrage stellt. Mit Major Lee freundet er sich derweil an, da sie ihm das Leben rettet. Hinter der Sabotage und dem Mordanschlag vermutet Grant dagegen Dr. Begalli, was sich am Ende als Irrtum herausstellt.
Den wahren Täter bezeichnet er als Androiden, wobei nicht ganz klar wird, ob dieser Verdacht nun wahr ist oder nicht. Immerhin lässt sich Henriksen durch ein paar Hiebe sehr schnell k.o. hauen. Warum Daniel ihn danach in Ruhe lässt und Henriksen seinerseits nichts mehr unternimmt, als Grant erst einmal Lee mit ihrer gebrochenen Hüfte hilft, ergibt keinen Sinn. Zumal der blonde Hüne kurz darauf doch wieder angreift, sodass Daniel sich erneut mit ihm herumschlagen muss, bis er ihm schließlich das Maul mit Xeno-Zip stopft. Das sollte eigentlich nur bei einem Menschen Wirkung zeigen. Also ist Henriksen doch kein Android? Und was ist mit Lee, die trotz gebrochener Hüfte noch humpeln kann?
Abgesehen von diesen kleineren Logikfehlern gegen Ende kann der Comic jedenfalls inhaltlich überzeugen. Es gibt sogar ein Happy End, bei dem der zunächst skrupellos erscheinende Firmenchef sich zum Helden wandelt. Die Rolle des Bösewichts übernimmt derweil ein Saboteur des Konkurrenten Med-Tech. Der Weyland-Yutani-Konzern kommt ausnahmsweise mal überhaupt nicht vor.
Unpassende Farben
Während die Aliens durchaus gelungen sind, erscheinen die menschlichen Charaktere weiterhin cartoonhaft. Raumschiffe und Fahrzeuge orientieren sich nicht an den Filmvorlagen. Der Zeichenstil bleibt damit durchwachsen, wohingegen die Farbwahl das größte Problem darstellt. Abgesehen von einigen unpassenden Intensivtönen ist der Comic viel zu hell und blass, um eine düstere Horror-Atmosphäre aufkommen zu lassen.
Das Cover ist zwar farblich um einiges beeindruckender und hat sogar Glanzeffekte zu bieten, doch wirkt die Perspektive irgendwie unnatürlich. Dennoch wäre es besser gewesen, wenn dieser Stil auch für den Inhalt gewählt worden wäre.
Fazit: Versöhnlicher Abschluss
Von allen Comics, die den zweiten Aliens-Film in gedruckter Form fortsetzen, sind die Genocide-Ausgaben zumindest erzählerisch die besten. Statt der Filmcharaktere, die bei Erscheinen der Comics dank Alien 3 (1992) zwischenzeitlich offiziell allesamt für tot erklärt werden mussten, gibt es neue Figuren, die zum Teil durchaus Sympathien erwecken. Grafisch ist das Ganze leider unausgegoren und sollte bei einer Neuauflage dringend nachkoloriert werden.
Info
Autoren: Mike Richardson & John Arcudi
Zeichner: Damon Willis
Farben: Arthur Suydam
Verlag: Hethke
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Story7/10
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Zeichenstil5/10
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Kolorierung2/10
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