Kann ein Film nur aus Eastereggs und Anspielungen bestehen und trotzdem bestens unterhalten?
Nur die besten Vorlagen
Es gibt wohl nur wenige Videospielfiguren, die generationsübergreifende Menschen unterhalten haben, wie beispielsweise Mario. Der berühmte Klempner ist seit 40 Jahren ein zuverlässiger Garant für beste Videospielunterhaltung, natürlich exklusiv auf den Konsolen seines Entwicklers und Publisher Nintendo. Der dann auch vor Jahren damit begann, seine Geschäftsfelder zu erweitern.
So wurde in Japan ein Nintendo Freizeitpark errichtet. Und das Unternehmen beschloss, zahlreiche seiner IPs zu verfilmen. Den Anfang machte das Maskottchen der Firma, Mario. Der Super Mario Bros. Film kam 2023 heraus und wurde ein Riesenerfolg.
Dementsprechend war es auch kein Wunder, als dann Nintendo ein Jahr darauf bei einer Direct das Sequel ankündigte. Der Titel sollte auf Deutsch Der Super Mario Galaxy Film heißen, womit für Videospielfans klar war, dass hier zwei der besten 3D Mario-Games aller Zeiten adaptiert werden würden. Bei den Produzenten, der Regie und dem Drehbuch änderte sich nichts. Chris Meledandri und Shigeru Miyamoto, letzterer sozusagen Marios Vater, würden sich um die Produktion kümmern, Aaron Horvath und Michael Jelenic um die Regie und Matthew Fogel um das Skript.
Viele berühmte Namen
Auch ein Großteil des Casts sollte wieder zurückkehren. Chris Pratt (Guardians of the Galaxy) war erneut Mario, Anya Taylor-Joy (Furiosa) sprach Peach, Charlie Day (It’s Always Sunny in Philadelphia) verlieh Luigi seine Stimme, Keegan-Michael Key (Key & Peele) wurde zu Toad und niemand anderes als Jack Black (King Kong) konnte man als Bowser hören. Neu mit hinzu stießen Brie Larson (The Marvels) als Prinzessin Rosalina, Donald Glover (Spider-Man: Homecoming) als Yoshi und Benny Safdie (Oppenheimer) als Bowser Jr.. Kurz vor der Filmpremiere wurde außerdem auch noch Glen Powell (Top Gun: Maverick) als Fox McCloud angekündigt, was für einige zunächst für einen verfrühten Aprilscherz hielten. In den Nebenrollen waren unter anderem Luis Guzmán (Wednesday) als Wart, Issa Rae (Spider-man: Across the Spider-Verse) als Honey Queen und Kevin Michael Richardson (Invincible) als Kamek zu hören.
Um die Animationen kümmerte sich erneut Illumation, die auch die „Minions“-Filme animierten.
Auf einer fremden Welt kümmert sich Prinzessin Rosalina um die kleinen Lumas. Sie liest ihnen jeden Abend Geschichten vor, ehe sie dann schlafen gehen. Doch eines Tages wird die Idylle gestört, als Bowser Jr. das Schloss angreift und die Prinzessin nach einem heftigen Kampf entführt. Ein kleiner Luma kann jedoch entkommen.
Unterhaltung: Ja, aber…
Derweil finden Mario und Luigi im Pilzkönigreich den kleinen Saurier Yoshie vor, der sie von da an begleitet. Doch der rotgewandte Klempner hat andere Sorgen: Prinzessin Peach feiert bald Geburtstag und er ist in sie verliebt. Es bleibt allerdings nicht viel Zeit, diesen besonderen Tag zu feiern, da der kleine Luma auftaucht. Und dann bricht kurz darauf Peach mit Toad auf, um Rosalina, an die sich dunkel erinnert, zu retten. Klar ist, dass die beiden Brüder sich aufmachen, sie einzuholen und zu unterstützen.
Ich fand den Super Mario Bros. Film gute Unterhaltung. Zwar hatte ich manchmal das Gefühl, dass mit den ganzen Eastereggs zu viel Pulver verschossen wurde. Aber insgesamt war ich am Ende zufrieden mit dem Kinofilm. Und freute mich umso mehr auf den Super Mario Galaxy Film.
Doch als ich im Kino saß, bemerkte ich etwas. Ich fühlte mich zwar unterhalten. Unter anderem deshalb, weil ich die ganzen Anspielungen und Eastereggs einzuordnen wusste. Doch bei aller Unterhaltungen spürte ich ebenfalls auch, dass ich mit dem Film vor mir nicht wirklich zufrieden war. Dass mich mehrere Sachen störten. Was war da los?
Viele Anspielungen und Easter Eggs
Im Prinzip sieht man hier, was geschieht, wenn der Fokus am Ende zu sehr auf Easter Eggs und Anspielungen gesetzt wird. Denn wenn das Ziel der Geschichte eher die Tatsache ist, den nächsten Gag oder die nächste Verbeugung vor der Historie vorzubereiten, anstatt die Figuren weiterzuentwickeln, dann läuft hier etwas kolossal falsch.
Und das ist eben das Problem des Films. Die ganzen Anspielungen an sich begeistern. Viele Szenen, wie beispielsweise der Auftritt von Fox McCloud und seinem Barrel Roll-Manöver, sind in dieser Hinsicht großartig. Oder die kleinen Momente, wie der Auftritt der Pikmin. Hier wird man als Fan wirklich bestens unterhalten.
Auch merkt man, dass der Kinofilm sich bemüht, die Charakterisierungen einiger Figuren weiter fortzuführen. Prinzessin Peach wird weiterhin als furchtlos und durchaus fähig, sich zu verteidigen, dargestellt. Allein die Szene, wie sie in Warts Kasino eine ganze Schar an Ninjis besiegt, ist großartig. Oder dass Mario sich heimlich in sie verschossen hat, er aber nicht weiß, wie er die Beziehung zu ihr weiterentwickeln soll, gefallen.
Sprunghafte Charakterentwicklungen
Aber: Es wird daraus nichts gemacht. Man merkt einfach, dass der Fokus des Films nicht auf den Figuren liegt. Weshalb viele von ihnen sich charakterlich, wenn überhaupt, nur sehr sprunghaft weiterentwickeln. Der große Leidtragende dieser Misere ist ausgerechnet Yoshi: Der groß eingeführt wird und durchaus einige gute Szenen erhält. Aber gleichzeitig hat man am Ende das Gefühl, dass die Figur auch gut weggelassen hätten werden können, es hätte keinen spürbaren Unterschied gemacht.
Das Problem mit der sprunghaften Charakterisierung zeigt sich auch bei Bowser. Der zu Beginn noch geschrumpft ist und sich wirklich bemüht, nicht mehr böse aufzutreten. Was dann aber in dem Moment ignoriert wird, wo er auf seinen Sohn trifft. Und so etwas ist frustrierend.
Denn visuell ist es wieder beeindruckend. Wie mühelos zwischen den diversen Stilen gewechselt wird, die ganzen Anspielungen oder Figuren aus den Videospielen, das hat etwas. Und das gilt auch für den Soundtrack von Brian Tyler. Der bekannte Melodien aus den Vorlagen verwendet. Darunter auch das legendäre Super Mario Galaxy-Theme.
Am Ende ist der Film zwar sein Geld wert. Dafür sorgen die Animationen und eben die ganzen Anspielungen. Er wird auch garantiert wieder ein Blockbuster werden. Aber zum nächsten Teil, der garantiert kommen wird, wäre es schön, wenn der Fokus wieder etwas mehr auf die Figuren gelegt werden würde. Das kann nicht schaden.
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