Zum zweiten Mal sehen wir Jason Momoa in einer Solo-Performance als Aquaman. Die Fortsetzung schließt beinahe nahtlos an sein erstes Abenteuer an und ignoriert alles, was dazwischen gekommen ist. Dies ist jedenfalls eine der Stärken des letzten Films des DCEUs vor dem kompletten Neustart.

Hintergrund

Auch bei dieser Produktion machte die COVID-19-Pandemie Anfang 2020 einen Strich durch die geplanten Abläufe. Bereits 2019 stand fest, dass Jason Momoa ein zweites Mal in die nassen Stiefel von Arthur Curry hinein steigen würde. Zur Pandemie hinzu kamen im Frühjahr 2020 Berichte, dass Amber Heard aufgrund der gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Johnny Depp nicht mehr an der Produktion beteiligt sein würde. Das war letzten Endes zwar nicht der Fall, aber ihre Rolle war nicht mit der Mera zu vergleichen, die wir im ersten Teil kennenlernen durften. Ihr Part wurde erheblich gekürzt, was die Frage aufwirft, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, einen richtigen Schnitt zu machen. Vertragliche Gründe sprachen wohl aber dagegen. Im Juni 2021 konnten die Dreharbeiten dann endlich beginnen. Der ursprüngliche Kinostart war bereits für Dezember 2022 vorgesehen. Der Start wurde zunächst auf März 2023 und schließlich auf Dezember 2023 verschoben. Neben Jason Momoa und Amber Heard haben alle weiteren Hauptdarsteller wieder ihre Rollen übernommen und auch James Wan führte erneut Regie.

Die Handlung von Aquaman: Lost Kingdom

Die Handlung ist im Prinzip schnell erzählt. Eigentlich schließt der zweite Teil mehr oder weniger direkt an den ersten Teil an, allerdings sind einige Jahre ins Land gezogen. Die zwischenzeitlichen Co-Abenteuer Arthurs mit anderen Helden des DC-Universums werden komplett links liegen gelassen, was dem Film aber nur gut tut.

Mera und Arthur haben geheiratet und regieren gemeinsam über Atlantis. Das Regieren selbst macht dem neuen König aber alles andere als Spaß. Die Ratssitzungen ziehen sich in die Länge und langweilen Arthur, der sich glücklicherweise auf seine Frau Mera und seine Mutter Atlanna verlassen kann.  Trotzdem ist es extrem schwierig, allen Königreichen der Meere gerecht zu werden. Arthur und Mera haben einen kleinen Sohn bekommen, den sie an Land bei Arthurs leiblichem Vater aufziehen. Arthur ist hocherfreut, als Arthur Jr. ebenfalls die Fähigkeit entwickelt, mit den Fischen zu sprechen.

David Kane, auch bekannt als Black Mamba, ist mit einem kleinen Stab von Wissenschaftlern auf der Suche nach Artefakten aus Atlantis, um seinen zerstörten Anzug wieder reparieren zu können. Dabei stößt Dr. Stephen Shin, gespielt von Randall Park, in der Antarktis auf eine eingefrorene Unterwasserwelt. Dort hebt Kane einen schwarzen Dreizack auf. Das Artefakt ist besessen und so nimmt der Geist des vor langer Zeit gefangenen Königs  Nereus von ihm Besitz.

Dieser schickt ihm Visionen von seinem im Eis gefangenen Königreich, wo er mit seinem Zombie-Volk festsitzt. Kane nutzt Nereus’ Wissen und seine alten Schiffe und Ausrüstungsgegenstände, die zugleich antik aber auch neu wirken. Doch zum Betrieb des Equipments benötigt er den fossilen Treibstoff Orichalcum. Was Kane allerdings ignoriert, ist die Tatsache, dass Orichalcum schlimme Auswirkungen auf das Klima der Erde hat. Innerhalb von fünf Monaten kommt es weltweit zu Naturkatastrophen, und der Klimawandel wird extrem beschleunigt. Ein nicht wieder gutzumachender Schaden entsteht.

Als Kane mit seinem Team versucht, alte Bestände von Orichalcum zu stehlen, die in direkter Nähe von Atlantis gelagert werden, wird man dort auf ihn aufmerksam. Es gelingt ihm, seine Beute zu sichern, und er verletzt Mera schwer. Nun erfährt auch Arthur, was die entsetzlichen Wetterkatastrophen auslöst. Die Unterwasserbewohner haben vor vielen Jahren bemerkt, wie schädlich Orichalcum ist, und beschlossen, es nie mehr zu verwenden. Wie einfach es doch sein kann: Das einzige Königreich, dass sich dem Beschluss widersetzt hat, wurde eingefroren und mit einem Blutszauber belegt, der nur mit königlichem Blut wieder aufgehoben werden kann. So sollte König Nereus für immer weggesperrt bleiben.

Nachdem Arthurs Vater ihm zuvor schon einen emotionalen Vortrag über die Bedeutung der Familie gehalten hat, wird dem König von Atlantis schnell klar, dass nur sein Bruder Orm ihm hier helfen kann. Dieser weiß, wie man an Kane alias Black Mamba heran kommt. Jetzt muss er ihn nur noch aus dem Gefängnis der Fisherman befreien, was ihm natürlich auch gelingt. Darauf folgt ein humorvolles Annähern der beiden Brüder. Orm ist überrascht und geschockt, als er erfährt, dass Arthur nicht gerne König ist und es auch nie werden wollte.

Es stellt sich heraus, dass Kane versucht, Nereus zu befreien. Dazu benötigt er nicht nur schmelzende Polkappen, sondern auch königliches Blut. Viel zu spät realisieren unsere Helden, dass Kanes Plan, Arthur von zuhause wegzulocken, bereits gelungen ist. Er entführt Arthur Jr. und verschleppt ihn zu Nereus’ gefrorenem Gefängnis. Dort kommt es zum großen Showdown. Zwischenzeitlich springt die Besessenheit Kanes auf Orm um, dem es jedoch fast in letzter Sekunde gelingt, sich dagegen zu widersetzen. Shin hat schon lange an Kane gezweifelt und rettet das Baby aus der Gefahrenzone.

Statt Orm wieder ins Gefängnis zurück zu schicken, täuscht die Gruppe seinen Tod vor, und er begibt sich in die Isolation, wo er Arthurs Rat befolgt und sich mit den Gegebenheiten an Land vertraut macht. Arthur gelingt es, den Rat der Unterwasser-Königreiche zu überzeugen, sich der Oberwelt zu zeigen, denn nur gemeinsam kann dem Schaden, den Kane verursacht hat, begegnet werden.

Fazit

In weiten Teilen erinnert Aquaman: Lost Kingdom in weiten Teilen an Thor: The Dark Kingdom. Der fiese Bruder muss aus dem Gefängnis befreit werden, um den Bösewicht zu besiegen. Darauf folgt eine lustiges Hin und Her. In dem Moment, in dem Arthur Orm sogar als Loki anspricht, wird der Bogen allerdings doch etwas überspannt. Auch das Ende des Films, als Arthur vor den Vereinten Nationen eine Rede hält, erinnert stark an das Ende des ersten Iron Man Films. Es ist fast eine Beinahe-Kopie von Tony Starks Pressekonferenz. Es wirkt schon etwas befremdlich, dass der letzte Film des DCEUs sich so stark an die erste Phase des MCUs anlehnt.

Der Film an sich funktioniert gut und macht Spaß. Man hat allerdings das Gefühl, dass Wan hier die klassische Superheldenfilm-Checkliste abgearbeitet hat. Bis auf das Gespräch zwischen Arthur und seinem Vater gibt es keine emotional geladenen Dialoge oder Interaktionen zwischen den einzelnen Charakteren. Zudem wäre es wohl besser gewesen wäre, Mera am Anfang sterben zu lassen oder aber doch neu zu besetzen, denn das, was von ihr übrig blieb, war nicht schön anzuschauen, wenn man den Vergleich zum ersten Teil zieht. Das CGI wirkt auch nicht besonders gut. Allerdings sind Unterwasserszenen hier auch die Königsdisziplin; Avatar 2 hat die Latte in diesem Bereich sehr hoch gelegt. Ich war gut unterhalten und es kam keine Langeweile auf.

Als Abschluss fürs DCEU steht Lost Kingdom gut da. Die Frage, wo alle übrigen Superhelden bleiben, sollte wieder einmal nicht gestellt werden. Auch muss leider davon ausgegangen werden, dass die Welt durch den beschleunigten Klimawandel wohl sowieso am Ende ist.

 

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Warpskala

Warpskala
8 10 0 1
8/10
Total Score

Positiv

  • Sowohl Patrick Wilson als Orm als auch ahya Abdul-Mateen II als David Kane glänzen in ihren Rollen.
  • Das Pacing ist gut und es kommt keine Langeweile auf.

Negativ

  • Die Charaktere lassen Emotionen und Herz vermissen.
  • Die Special Effects könnten für einen DCEU-Superhelden-Film deutlich besser sein.
Melanie Frankl

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