Mit dieser Folge erhält man einen seltenen Einblick in die Gesellschaft der Feuernation.
Humor und Drama
Aang (Zach Tyler Eisen) und seine Freunde suchen Unterschlupf in einer Höhle. Sie stehlen Klamotten der Feuernation und verkleiden sich. Doch dann wird der Avatar für einen Schüler verwechselt und muss die Schulbank drücken. Wo er mit seiner unkonventionellen Art schnell auffällt.
Derweil versucht Zuko (Dante Basco) mit dem Druck fertig zu werden, dass der Avatar immer noch am Leben ist, obwohl öffentlich das Gegenteil behauptet wird. Er versucht sich außerdem mit seinem Onkel zu versöhnen, doch der zeigt ihm die kalte Schulter. Es nagt alles an ihm, weshalb er sich am Ende zu einem folgenschweren Schritt entschließt.
Hoch das Bein! ist eine Episode, die einerseits nach dem dramatischen Staffelauftakt einen lockeren Tonfall einschlägt. Aber gleichzeitig in dem Nebenplot das Drama weiterentwickelt. In jedem Fall ist dies eine Folge, in der man einen kleinen Einblick darin sieht, wie die Gesellschaft der Feuernation funktioniert.
Ein anderer Look muss her
Aber zunächst heißt es Abschied nehmen. Denn mit dieser Folge verändert sich das Aussehen des Team Avatars. Was auch verständlich ist: Schließlich befindet sich die Gruppe in feindlichem Territorium, wo es sofort auffallen würde, dass da ein Team Nicht-Feuerbändiger unterwegs ist.
Es ist interessant zu sehen, wie das Team sich optisch den neuen Gegebenheiten anpasst. Die Szene, in der Toph die Sohlen ihrer Schuhe rausstößt ist natürlich wunderbarer Humor. Derweil in dem Moment, wo Katara das Amulett ihrer Mutter abnimmt, spürbare Wehmut aufkommt. Es, genau wie ihre veränderte Frisur, ein sichtbares Zeichen dafür, dass Dinge sich verändern.
Doch dieser Schwermut währt nicht lange. Einfach weil dann die Folge Aang in den Vordergrund der Handlung stellt. Und ihn das tun lässt, was er am besten tun kann. Für Turbulenzen sorgen, stellenweise sogar, ohne es zu wollen.
Die Fähigkeit, Freunde zu finden
Der Blick auf die Schule der Feuernation ist dabei interessant. Dass hier Propaganda gelehrt wird, überrascht einen nicht wirklich. Es passt einfach zu der bisherigen Darstellung der Nation, die ja davon getrieben ist, die restliche Welt zu unterwerfen. So was geht nicht ohne, dass im eigenen Land dafür gesorgt wird, dass ein gewisser Blickwinkel allen eingetrichtert wird.
Aang selbst sorgt dabei wiederholt für Aufsehen. Zum einen, da er die Gepflogenheiten der Schule nicht kennt und deshalb, unfreiwillig, immer wieder aneckt. Aber auch, weil er es schafft, das Interesse des lokalen, obersten Mobber der Schule auf sich zu ziehen.
Und so entsteht jede Menge Spaß: Weil es interessant ist, wie Aang es schafft, trotz aller Widrigkeiten Freunde zu finden. Wie er die anderen Schüler für sich einnimmt, derweil die Lehrkräfte ihm gegenüber immer kritischer auftreten. Was schließlich zu einem phänomenalen finalen Akt führt. Ohne zu spoilern, aber der Titel der Folge macht erst dann so richtig Sinn.
Unter Druck
Parallel dazu sieht man, wie Zuko mit der Situation umgeht, dass der Avatar noch am Leben ist und er damit in Azulas Hand ist. Unnötig zu sagen, dass er daran schwer zu knabbern hat. Und dass sein Onkel Iroh ihm dann auch noch die kalter Schulter zeigt, macht die Lage für ihn nicht wirklich besser.
Es ist ein interessanter Kontrast, der hier aufgebaut wird. Dort die lockere, fröhliche Atmosphäre des Avatars. Hier die düstere, schon fast depressive Stimmung. Zwar hat auch Zuko einen schönen Moment, als er mit seiner Geliebten Mai Picknicken geht. Doch Azula zerstört diesen Augenblick und erinnert den Prinzen indirekt einmal mehr daran, dass sie ihn in der Hand hat.
Was für Auswirkungen dies auf Zuko hat, sieht man an seinen emotionalen Stimmungschwankungen. Gegenüber seinen Onkel tritt er mal bittend, dann wieder drohend auf. Er hat enorme Wutanfälle, weil Iroh ihm nicht helfen kann oder will. Kurzum: Man merkt, wie sehr die Situation an ihm nagt.
Zwei gute Plots, die stimmungstechnisch nicht zueinander passen
Weshalb seine Entscheidung am Ende auch so interessant ist. Denn er kann nicht direkt handeln. Also tut er dies indirekt. Was für die kommenden Episoden viel verspricht.
Es sind beides großartige Plots. Aber sie wirken zu gegensätzlich. Dort Fröhlichkeit, hier Depression. Dort positive Grundstimmung, hier das Gegenteil. Es ist ein erheblicher Kontrast, der sich beißt.
Info
Regie: Joaquim Dos Santos
Drehbuch: John O’Bryan
Showrunner: Michael Dante DiMartino, Bryan Konietzko
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Warpskala
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