Book of Boba Fett
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Review: Das Buch von Boba Fett 06 – Aus der Wüste kommt ein Fremder

Lesezeit circa: 7 Minuten

Boba versammelt seine Leute und Din Djarin versucht, weitere Verbündete zu gewinnen.

In der zweiten Episode in Folge sehen wir mehr davon, was um Boba Fett (Temuera Morrison) herum passiert, als von ihm selbst. Immerhin, er ist für ein paar Sekunden zu sehen und wird nicht nur erwähnt. Aus der Wüste kommt ein Fremder ist trotzdem eine gute Folge, denn das Drumherum unterhält wieder grandios.

Aus der Wüste kommt ein Fremder

Der Marshal

In meinen Augen war es nur eine Frage der Zeit, bis wir Cobb Vanth (Timothy OIyphant) in dieser Serie sehen würden. Immerhin ist es der gleiche Planet und so eine Chance liegen zu lassen, wäre enttäuschend gewesen. In der ersten Szene legt sich der Gesetzeshüter von Mos Pelgo direkt mit den Pykes an und darf zeigen, wie Bad Ass er auch ohne Rüstung ist. Drei von vier knallt er über den Haufen, den letzten lässt er ziehen, damit er die Warnung überbringen kann. Sein Gewürz muss er aber dalassen, welches von Vanth im Wind verteilt wird.

Etwas merkwürdig finde ich hier, dass er die Credits den Pykes einfach überlässt. Er ist zwar ein Mann des Gesetzes und hat moralische Überzeugungen, aber das ist Drogengeld, welches man, neben den Drogen selbst, den Dealern nicht überlassen sollte. Er müsste es ja nicht behalten, sondern könnte es an Bedürftige verteilen. Das Geld ist übrigens in einem Camtono-Behälter. Das ist ein nettes Easter-Egg, welches es sogar in die Welt des Cosplay geschafft hat und eigentlich nur eine Eismaschine ist, die man in der Originaltrilogie mal im Hintergrund sah. Solche kleinen Details sind das Gewürz in der Suppe.

Aus der Wüste kommt ein Fremder

Später sucht Din Djarin (Pedro Pascal) ihn auf und versucht, ihn und die Bewohner von Freetown, wie Mos Pelgo nun heißt, zu überzeugen, an seiner Seite mit Boba Fett gegen die Pykes zu kämpfen. Er scheint dies aber anders zu sehen und will erstmal nicht helfen, ruft aber eine Versammlung ein, bei der er offenbar versuchen will, die Einwohner zu überzeugen, doch zu kämpfen. Doch soweit soll es nicht kommen, denn ein Fremder kommt aus der Wüste in die Stadt. Es ist Cad Bane (gesprochen von Corey Burton, der ihm auch in The Clone Wars und The Bad Batch die Stimme lieh), der seinerseits versuchen will, Cobb Vanth und Freetown auf seine Seite zu ziehen. Der Deputy lässt die Situation eskalieren, indem er seinen Blaster zieht – dieses bezahlt er mit dem Leben und auch Vanth geht zu Boden. Sein Status ist erstmal unbekannt, aber es sieht so aus, als hätte er überlebt.

Jetzt mal ehrlich, woher weiß das Syndikat denn überhaupt davon? Nirgends sehen wir einen Gleiter oder ein anderes Transportmittel, er muss also schon seit einiger Zeit unterwegs gewesen sein und Djarin war gerade erst mit dem Angebot bzw. der Bitte dagewesen. Dass die Pykes überall ihre Spione und Informanten haben, glaube ich sofort, aber die wussten bisher maximal, dass Djarin Boba unterstützt, und mussten das Eintreffen in Freetown auch erstmal melden, auf welches reagiert werden musste. Vielleicht ist das Treffen auch wesentlich länger gewesen, als uns gezeigt wurde.

Sei es drum, solche Kleinigkeiten stören nur den Nitpicker in mir, das Wiedersehen mit Cad Bane und sein erster Live-Action-Auftritt überzeugt auf der gesamten Linie. Für die, die es nicht wissen: Das Design des Söldners basiert auf einem frühen Entwurf für die originale Star Wars-Trilogie, welcher wiederum auf den Charakter Sentenza (gespielt von Lee Van Cleef) aus dem Western Zwei glorreichen Halunken (Original: The Good, the Bad and the Ugly) zurückzuführen ist.

Aus der Wüste kommt ein Fremder

Ein neuer Jedi-Tempel

Auf einem nicht genannten Planeten trifft unser Mandalorianer auf R2-D2, der ihn zu Luke und Grogu bringen soll, ihn aber stattdessen zur Baustelle des neuen Jedi-Tempels führt. Hier trifft Din Djarin auf Ahsoka Tano (Roxann Dawson), die ihn auch zu Grogu bringt, aber ihn davor warnt, Kontakt aufzunehmen. Ein Jedi muss all seine Bindungen aufgeben und die Bindung zum Kopfgeldjäger ist stark. Din entscheidet sich, nur das Geschenk dazulassen.

Später sehen wir, wie Luke Skywalker (dieses Mal besser deepfaked) Grogu die Macht näherbringt. Er versucht ihm auch seine Erinnerungen wiederzugeben, doch die einzige, die Grogu und wir sehen, ist die Order 66 – sicherlich ein traumatisches Erlebnis für den Kleinen. Luke hat Zweifel, ob Grogu wirklich ein Jedi werden will. Am Ende stellt er ihn vor die Wahl: Rüstung und zurück zu Mando oder Lichtschwert und ein Jedi werden. Diese Wahl ist dem Film Okami: Das Schwert der Rache entnommen, wo ein Kind zwischen einem Ball und einem Schwert entscheiden muss und somit seinen Lebensweg festlegt. Wie ich schon mal sagte: Samuraifilme und Western haben es den Machern von Star Wars angetan – neben einigen anderen Werken.

Der Planet erinnert stark an Yavin IV, wo einst der Rebellenstützpunkt lag und wo Luke im alten Expanded Universe seine Akademie errichtet hat. Man nannte sicherlich keinen Namen, weil man den Fans diese Assoziation mitgeben wollte. Es könnte natürlich Elphrona sein, aber in der Comicreihe Der Aufstieg Kylo Rens wird erklärt, dass Ben Solo und Luke diesen Planeten zusammen besuchen. Ben müsste da also schon Schüler von Luke sein und hier redet Luke noch von Grogu als erstem Schüler. Passt so also nicht, also ist es wahrscheinlich nicht Elphrona.

Aus der Wüste kommt ein Fremder

Das Training von Grogu weckt viele Erinnerungen an Lukes eigenes Training bei Meister Yoda. Er zitiert ihn stellenweise sogar oder lässt Grogu ähnliche Übungen absolvieren, wie er einst auf Dagobah machen musste. Und besonders herzerwärmend war die Verbindung von Tano und Skywalker. Sie kann ihm erzählen, wie sein Vater in seinem Alter war, und er kann ihr von seiner Schwester erzählen und dass Anakin am Ende den Weg aus der Dunkelheit gefunden hat.

Übrigens: Der YouTuber Shamook, der den ersten Auftritt von Luke Skywalker überarbeitet hatte und ein besseres Resultat ablieferte, hat es dieses Mal direkt gemacht, denn er wurde von ILM einfach eingestellt. Dürfte am Ende die günstigste Version gewesen sein.

Terror in Mos Espa

Es ist nur eine kleine Szene zum Ende, aber sie mischt die Karten neu. Zwei Pykes gehen mit einem Camtono in die Bar von Garsa Fwip (Jennifer Beals). Sie verlassen das Etablissement relativ schnell wieder, lassen aber den Behälter zurück. Garsa ahnt etwas, doch es ist zu spät. Der Camtono war eine Bombe und die Bar ist Geschichte.

Damit wird deutlich der Standpunkt der Pykes unterstrichen. Wobei es hier wohl eher ein Exempel war, denn so wichtig war diese Bar nicht. Was wird aber nun aus Max Rebo? Hat er nach dem Sail-Barge-Incident auch diesen Zwischenfall überlebt? Irgendwie fände ich es eine nette Sache, wenn Max Rebo irgendwie unsterblich gemacht wird. Was auch immer passier: Max Rebo ist der „last man standing“. Grundsätzlich mag ich keine unverwüstlichen Charaktere, wenn es aber ein Nebencharakter ist, komm ich voll damit klar. Wäre ein netter Running Gag. 

Fazit

Auch wenn in dieser Episode genau wie in der letzten viele Weichen für die dritte Staffel von The Mandalorian gestellt werden, welche man vielleicht lieber erst dort gestellt hätte, überzeugt die Episode trotzdem auch für die Handlung rund um den neuen Daimyo, denn auch hier werden einige Weichen gestellt. Der Anschlag am Ende sendet eine deutliche Nachricht und erhöht die Spannung in Bezug auf das Finale, der Showdown zwischen Vanth und Bane ebenso.

Wertung

Wertung
9 10 0 1
9/10
Total Score

Positiv

  • Cobb Vanth
  • Cad Bane
  • Grogu & Luke
  • Ahsoka

Negativ

  • Wieder wenig Boba
  • Handlung kommt immer noch nur schwer in Fahrt
Marco Golüke

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