Wer schon immer alles mögliche über Mittelerde wissen wollte, für den ist dies das perfekte Nachschlagewerk.

(K)ein komplett neues Lexikon
J. R. R. Tolkien mag schon seit mehreren Jahrzehnten tot sein. Doch sein Erbe ist immer noch sehr lebendig. Was man unter anderem daran sehen kann, dass nicht nur demnächst die dritte Staffel von Rings of Power startet. Sondern ebenso daran, dass jetzt Das große Mittelerde-Lexikon erschienen ist.
Wobei so neu das Werk nun auch wiederum nicht ist. Der, laut Untertitel, alphabetische Führer zur Welt des Herrn der Ringe, des Hobbits und des Silmarillion ist ursprünglich nämlich bereits 2012 in Deutschland. Seit jener Zeit sind natürlich keine weiteren Werke des Autors dieser Meisterwerke erschienen, weshalb sich vom puren Inhalt her nichts verändern konnte.
Was sich stattdessen geändert hat, sind die jeweiligen Übersetzungen jener Werke. Denn sie sind stellenweise noch mal neu übersetzt worden. Und diese berücksichtigt das Lexikon, wie man im Vorwort des Übersetzers erfährt.
Sehr faktenreich
Zusammengestellt wurde dieses Nachschlagewerk von Robert Foster. Dieser wurde 1949 in Brooklyn geboren und beschloss, nach dem er als Teenager Der Herr der Ringe gelesen hatte, die Etymologie der Begriffe, die der Autor in seinen Werken verwendete, zu erforschen. Nach seinem Studium begann er in den 1960ern an einem Nachschlagewerk zu arbeiten, welches 1971 das erste Mal auf Englisch erschien. Eine deutlich erweiterte Version kam 1978 auf den Markt.
Wie gesagt: Inhaltlich gibt es keine Neuerungen, nur in Sachen Übersetzung. Aber das ändert trotzdem nichts daran, dass dieses Lexikon großartig ist. Ich habe mich die letzten Tage oft genug dabei ertappt, wie mir ein Name in den Kopf kam und ich ihn in dem Buch nachschlug. Nur um mich dann unfreiwillig auf einen Pfad zu begeben, an dessen Ende ich ganz woanders herauskam, als da, wo ich ursprünglich hinwollte. Und das Schlimme ist: Ich habe es kein einziges Mal bereut.
Denn das Nachschlagewerk bietet jede Menge interessante und erhellende Fakten. Die einem dadurch entgangen sein könnten, da man die Bücher nie mit der nötigen Aufmerksamkeit gelesen hat. Oder aber, weil man sich beispielsweise nie ans Silmarillion wagte, da dies von allen Tolkien-Werken als das sperrigste gilt. Gleichzeitig werden allerdings auch die Briefe von Tolkien mit berücksichtigt.
Auf dem Weg nach Mittelerde
Das Schöne ist, dass zu jedem Eintrag, jedem Fakt die entsprechende Passage in einem der Werke genannt wird. Wodurch man natürlich umso mehr dazu animiert wird, sich noch mal das entsprechende Buch zu schnappen, um das zu überprüfen. Und dabei vielleicht gleich wieder ganz von vorne in die Welt von Mittelerde einzutauchen.
Denn das lohnt sich wirklich. Man findet hier alle wichtigen Infos, in der nötigen Ausführlichkeit dargestellt. Und so geschrieben, dass es zwar nüchterne Fakten sind. Man aber gleichzeitig trotzdem von dem Gelesenen fasziniert ist.
Daher als Herr der Ringe-Fan unbedingt kaufen und lesen.
Info
Autoren: Robert Foster
Originaltitel: The Complete Guide to Middle-earth
Übersetzung: Helmut W. Pesch
Verlag: Anaconda
Erschienen: 10/2025
Einband: Hardcover
Seiten: 784
ISBN: 978-3-7306-1521-8
Sonstige Informationen: Produktseite
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Warpskala
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