Die Parallelen zu Harry Potter stechen einem sehr ins Auge, auch wenn es hier nicht so ist, wie es zunächst scheint.

Kommt einem bekannt vor, oder?
David Eliot lebt kein glückliches Leben. Er wird von seinen Eltern sehr schlecht behandelt und wird dann auch noch von der Schule geworfen. Wie gut, dass auf ein Mal ein Brief eintrifft, der ihn einlädt, Teil der Groosham Grange-Schule zu werden. Seine Eltern können es kaum erwarten, ihn loszuwerden. Und auf der Fahrt zu dem neuen Bildungsinstitut lernt er neue Freunde kennen: Den schüchternen und stotternden Jeffrey, sowie die kluge Jill. Zusammen fassen sie den Entschluss, so schnell wie möglich wieder von der Schule abzuhauen.
Doch es zeigt sich, dass das alles andere als einfach ist. Zum einen, weil die Einrichtung auf einer Insel liegt. Und zum anderen, weil hier lauter merkwürdige Dinge vorgehen. Man schreibt sich mit seinem eigenen Blut ein, derweil einer der Lehrer sich nicht im Spiegel spiegelt und eine andere offenkundig nicht normal ist. Was ist hier nur los?
Zugegeben: Wenn man sich die Zusammenfassung durchliest, dem fallen gewisse Parallelen zu J. K. Rowlings Harry Potter auf. Vor allem die Tatsache mit dem Jungen, dessen Erziehungsberechtigten ihn nicht lieben und dem mysteriösen Brief kennt man von dem einen Zauberschüler. Doch wer jetzt meint, dass hier schlecht abgekupfert wurde, der irrt sich.
Es fasziniert
Tatsächlich ist David Eliot die Schöpfung des Beststellerautoren Anthony Horowitz. Und er erschuf dessen erstes Abenteuer bereits in den 1980er Jahren, also deutlich vor J. K. Rowlings Erstlingsroman. Die Parallelen fielen ihm ebenfalls auf, doch beschloss er nicht, diesen nachzugehen. Stattdessen beendete er wegen den Ähnlichkeiten die Romanreihe mit dem zweiten Band, derweil er der Autorin zu ihrem Erfolg gratulierte.
Jetzt ist der erste Band adaptiert worden. Für die Story zeichnet sich Maxe L’Hermenier verantwortlich. Er hat zuvor schon unter anderem die Nevermoor-Reihe ins Albenformat übertragen. Für die Illustrationen ist Clément Lefèvre zuständig, der ebenso Die entsetzliche Angst der Epiphanie Schreck illustrierte. Das Album ist hierzulande im Toonfish-Imprint des Splitter-Verlags erschienen.
Und die Geschichte fasziniert einen. Eben weil das Kreativteam sich Zeit lässt, sie aufzubauen. Immer wieder werden neue Mysterien eingebaut, wie beispielsweise das einige Studenten irgendwann auf ein Mal einen schwarzen Ring tragen und ihre Persönlichkeit sich verändert hat.
Gruselig
Dies und die Tatsache, dass das ganze Lehrerkolleg anscheinend aus Personen besteht, die eindeutig an Monstern orientiert wurden, sorgt für eine gewisse Gruselstimmung. Mit dieser spielt auch das Kreativteam während des gesamten Albums. Jetzt nicht so sehr, dass es extrem wirkt, schließlich ist dies immer noch eine Geschichte, die sich an Kinder und Jugendlichen richtet. Aber doch schon so, dass es angenehm auffällt.
David Eliot ist ein sympathischer Protagonist. Er wird als klug und misstrauisch dargestellt. Und er zeigt sich von einem starken Freiheitsdrang gekennzeichnet, der ihn auch dazu bringt, irgendwann wegzulaufen und zu versuchen, auf eigene Faust herauszufinden, was es mit der mysteriösen Schule auf sich hat.
Leider baut die Story dann mit der entsprechenden Enthüllung sehr schnell ab. Es wirkt einfach zu passend, zu gefällig, um wirklich zu überzeugen. Ebenso entsteht auch der Eindruck, dass es sehr schnell stattfinden musste, so als ob dem Kreativteam die Seiten ausgingen.
Leichte Schwächen vorhanden
Die Illustrationen von Clément Lefèvre passen zu der leicht gruseligen Atmosphäre des Bandes. Er stellt die Lehrer wirklich als gruselig dar, derweil er für den Rest des Cast einen cartoonigen Look wählt. Doch stellenweise schwächeln seine Illustrationen, wirken sie wie gehetzt. Was dann auch die Passagen sind, wo er die Farbgebung stark zurückfährt, so das sie schon fast monochrom wirkt.
Dennoch ist dies am Ende ein guter Auftaktband.
Autoren: Maxe L’Hermenier
Zeichner: Clément Lefèvre
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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