Der Auftakt zum Staffelfinale fühlt sich nicht wie einer an, sondern mehr wie eine normale Folge.
Das Finale
Frank Castle (Jon Bernthal) wurde von Mahoney (Royce Johnson) verhaftet und wird aktuell von ihm in einem Krankenwagen zum Polizeirevier gefahren. Doch dann greift John Pilgrim (Josh Stewart) an und sorgt für einen Unfall. Den die Beteiligten nur mit Mühe und Not, sowie dem Eingreifen von Madani überleben können. Der Punisher selbst befreit den Polizisten noch aus einem brennenden Krankenwagen, ehe er von dannen zieht.
John Pilgrim konnte bei dem Ereignis Madanis (Amber Rose Revah) Wagen stehlen und kann dank dem Routenplaner den Unterschlupf von Amy (Giorgia Whigham) finden. Es kommt zu einer Auseinandersetzung, wo sie ihm eine Ladung Schrott ins Bein verpasst, ehe sie dank Hoyles (Jason R. Moore) Eingreifen fliehen kann. Als der Punisher später ankommt und sieht, dass sein Schützling nicht mehr da ist, ist er zu allem entschlossen. Und entführt daraufhin den Senator Schultz, um alles Nötige zu erfahren.
Mit Kollisionskurs beginnt das Staffel- und gleichzeitig auch Serienfinale. Alles, was zuvor geschehen ist, wird hier zu einem Abschluss gebracht oder die dafür nötigen Voraussetzungen gemacht. Eigentlich sollte dies ein Moment sein, in dem die Spannung langsam aber sicher hochgefahren wird, bis man es kaum aushalten kann. Doch stattdessen fühlt sich diese Serie eher so mittelmäßig an.
Es baut ab
Was nicht am Auftakt liegt. Der ist gut geworden, weil man hier zum einen sieht, wie Frank Castle endgültig der Polizei entkommt. Und wie Mahoney einsieht, dass der Punisher entgegen seines Rufs einer der Guten ist. Der Grund hierfür ist zwar etwas dick aufgetragen, aber das kann man am Ende akzeptieren.
Auch die Szene, in der John Pilgrim den Wohnwagen angreift, der das Versteck von Frank Castle und Amy war, ist gut gelungen. Weil man hier wunderbar sieht, das dieser Mann trotz allem, was er erfahren hat und ihm widerfahren ist, immer noch an seiner Mission festhält. Es ist eine schöne, intensive Szene, die dann zu einem grandiosen Moment später im Verlauf der Folge führt.
Doch dann baut die Episode ab. Der Plot um den Senator, von dem Frank Castle vermutet, dass er irgendwie mit in dem Dreck involviert ist, ist natürlich wichtig, um die finale Folge vorzubereiten. Nur ist das Problem, dass die Figur in der vergangenen Staffel kaum aufgetreten ist und der Fokus mehr auf seinen Eltern lag. Wodurch er wie ein unbeschriebenes, langweiliges Blatt wirkt.
Es zieht sich
Allgemein hat man das Gefühl, dass diese Handlung sich hier zieht. Dass der Versuch Franks, aus dem Mann etwas herauszukriegen, zu sehr in die Länge gezogen wird. Das hat vermutlich Pacinggründe, damit so noch ausreichend Handlungsmaterial für die finale Folge vorhanden ist. Aber hätte man das nicht besser lösen können?
Auch der Plot um Billy Russo wirkt nicht sehr überzeugend. Auf ein Mal löst er die Operation, die er bislang aufgebaut hat, auf. Überzeugt seine Männer, ihres Weges zu gehen und ein neues Leben anzufangen. Welches er sich anscheinend mit Krista Dumont erhofft.
Das wirkt deshalb so merkwürdig, als dass Billy zuvor nie so wirklich als jemand erschien, dem das Schicksal seiner Nächsten am Herzen lag. Für ihn waren sie in dieser Season Spielfiguren, mit denen er seine Macht ausbauen und ausüben konnte. Und darauf verzichtet er jetzt, weil er von der Liebe zu seiner Psychiaterin erfüllt ist? Selbst bei ihr hatte man immer das Gefühl, dass er sie nur als Mittel zum Zweck sah, um seine Rache auszuüben und nebenbei es im Bett warm zu haben. Nur scheint dies von jetzt auf gleich nicht mehr zu gelten, was schon merkwürdig ist.
Ein dramatisches Ende
Immerhin wird ihr Plot auf besonders drastische Art und Weise beendet. Im Prinzip realisiert Madani, dass Dumont sie angelogen und ausgenutzt hat. Weshalb es zu einer heftigen Auseinandersetzung in der Wohnung der Psychiaterin kommt. Wo am Ende ein eindeutiger Sieger feststeht. Was immerhin etwas ist, was dann für Spannung für die letzte Folge sorgt.
Aber um ehrlich zu sein, muss diese wirklich überragend sein, um alles noch irgendwie rauszureißen. Tut sie dies nicht, endet eine überwiegend grandiose zweite The Punisher-Staffel enttäuschend.
Info
Regie: Stephen Kay
Drehbuch: Dario Scardapane
Showrunner: Steve Lightfoot
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