Dies ist das perfekte Beispiel, dass man auch mit einem Kurzfilm bestens unterhalten werden kann.
Nur im Internet
Es gibt im Amerikanischen das Sprichwort „No Good Deed Goes unpunished“, übersetzt etwa „Keine gute Tag bleibt ungestraft“. Das ist natürlich ein äußerst zynischer und sardonischer Spruch, der allerdings von Deadpool: No Good Deed exzellent umgesetzt wird.
Vorab muss man wissen, dass es, soweit ich weiß, keine Disc-Version des Films gibt. Er ist weder auf Deadpool zu finden, noch auf Deadpool 2. Man kann ihn einzig und allein im Internet, auf YouTube finden.
Dabei gab es im Vorfeld zu diesem Film wilde Spekulationen. So wurde gemunkelt, dass es sich hierbei um eine Post-Credit-Szene für den zuvor releasten Logan-Film sein würde. Doch sowohl dessen Hauptdarsteller Hugh Jackman wie auch dessen Regisseur James Mangold verneinten dies vehement.
Ein kleiner Vorgeschmack
In Wahrheit sollte dieser Kurzfilm ein Teaser für Deadpool 2 sein. Regie führte nämlich David Leitch, der kurz zuvor (gedreht wurde im Dezember 2016) als Regisseur der Fortsetzung unterschrieben hatte. Der einzige Zusammenhang mit Logan war, dass dieses kurze Filmabenteuer kurz vor diesem als Teaser für die eben genannte Fortsetzung präsentiert wurde. Dabei war das ausdrücklich kein Trailer für jenen Film, sondern nur ein Vorgeschmack.
Es sollte zwei Versionen von No Good Deed geben. Einmal mit und einmal ohne Stan-Lee-Cameo. Im Internet ist vor allem erstere zu finden.
Den Mann aus Stahl durch den Kakao gezogen
Wade Wilson (Ryan Reynolds) ist in Zivil unterwegs, als er mitkriegt, wie ein alter Mann überfallen wird. Schnell sucht er die nächste Telefonzelle auf, um sein Kostüm anzuziehen. Doch braucht er dafür zu lange, der Mann wird erschossen. Und Deadpool bleibt nichts übrig, als am Leichnam über das Leben zu philosophieren.
Auch wenn Deadpool: No Good Deed (Es gibt verschiedene Schreibweisen des Films) nur 3:41 Minuten geht, wird man von Anfang bestens unterhalten. Der Kurzfilm ist einfach nur grandios, weil er nicht nur Wades Charakter perfekt rüberbringt, sondern auch Superman durch den Kakao zieht.
Denn das Umziehen in der Telefonzelle ist natürlich ein typisches Motiv des Mann aus Stahls. Das wird auch dadurch deutlich, dass, wenn Wade sich in der Telefonzelle umzieht, die ganze Zeit John Williams ikonisches Theme aus dem Superman-Film von 1978 ertönt. Und parallel dazu hört man, wie der Raubüberfall sich entwickelt.
Es ist einfach nur genial. Vor allem auch deshalb, weil man nur ahnt, welche Schwierigkeiten Wade beim Umziehen hat. Inklusive eines Telefonanrufs, den er annimmt.
Mit Sahne obendrauf
Dass er dann zu spät kommt, um den alten Mann zu retten, ist natürlich das i-Tüpfelchen auf die Parodie. Deadpool ist eben kein Superman. Das anschließende Cameo von Stan Lee ist schließlich das Sahnehäubchen, vor allem auch deshalb, weil Wade diesen anfährt, er solle gefälligst die Klappe halten.
Und anstelle der Credits gibt es eine kurze, anscheinend von Deadpool verfasste Zusammenfassung von Hemingways Klassiker Der alte Mann und das Meer. Auch das ist wieder nur grandios.
Der Kurzfilm mag nur kurz dauern. Doch wird man hier bestens unterhalten. Und es zeigt, dass gute Unterhaltung eben nicht nur in abendfüllender Länge daherkommen muss.
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