Er ist der Schrecken der Unterdrücker. Er ist ein exzellenter Kämpfer und Herzensbrecher. Er ist Zorro!

Ein ikonischer Kämpfer für das Gute
Beim Namen Zorro denkt man zunächst an die One-Piece-Figur Lorenor Zorro, den Schwertkämpfer. Die Tatsache, dass er mit Klingen kämpft, hat er jedoch auch mit einem anderen Charakter gemeinsam, der ebenfalls Zorro heißt. Diese ist allerdings im Vergleich deutlich älter.
Die Figur, um die es geht, hat ihre Ursprünge in der Pulp-Ära, wie so viele andere berühmten Figuren, wie beispielsweise Conan der Barbar. Erfunden wurde der Charakter von Johnston McCulley, der auch die ersten Abenteuer schrieb. Er konzipierte ihn als eine Art Robin Hood für den lateinamerikanischen Raum. Der Handlungszeitpunkt der Erzählungen war in Kalifornien zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
Bekannt wurde die Figur durch viele Adaptionen für Film und Fernsehen. Dabei wurde auch sein ikonischer Look erfunden: Ein schwarzes Kostüm, mit einer schwarzen Maske und einem schwarzen Fedorahut. Sein Markenzeichen war die Klinge, mit der er unter anderem seinen Gegnern ein Z in die Klamotten ritzte.
Die Legende lebt
Der Charakter hatte auch eine lange Comic-Historie. Doch eine der neusten Interpretationen ist Zorro – Die Legende lebt, die letztes Jahr im Splitter-Verlag herauskam. Das Besondere an diesem Werk ist, dass es von dem US-amerikanischen Künstler Sean Murphy geschrieben und gezeichnet worden ist. Man kennt ihn unter anderem aus Batman – The White Knight oder Plot Holes.
In dem kleinen Städtchen La Vega feiert man regelmäßig die Legende des Zorro. Dazu werden seine Abenteuer auf der Bühne nachgespielt. Doch die Zeiten ändern sich: Der kriminelle El Rojo hat die Kontrolle über die Stadt genommen und demonstriert eindrücklich, wie wenig er von Zorro hält. Er ermordet den Schauspieler vor allen Zuschauer, und dessen Kinder Rosa und Diego müssen hilflos zuschauen.
Jahrzehnte später: Rosa ist inzwischen erwachsen geworden. Sie arbeitet als Fahrerin für El Rojo. Doch dann wird sie Zeuge, wie eine ihr nahestehende Person umgebracht wird, nur weil sie dem Gangster widerspricht. Und muss anschließend miterleben, wie ihr Bruder sich für Zorro hält und dann einen Rachefeldzug gegen den Mob und dessen Leute beginnt. Was ist am Ende stärker? Die Legende des Zorros oder die Brutalität des Mobs?
Brutal im Sinne der Story
Es ist ein interessanter Ansatz, den Sean Murphy für seinen Comic wählt. Er transportiert die Legende des Zorros aus der Vergangenheit in die Gegenwart, aber auf eine solche Art und Weise, die die ursprüngliche Geschichte noch intakt lässt. Sie ist die Basis, auf der seine Hauptstory basiert.
Und dabei handelt es sich um eine brutale Story. Leute kommen hier auf vielerlei Art und Weise ums Leben. Und häufig genug wird auch explizit dargestellt, wie sie teilweise von Klingen durchbohrt werden. Oder von Kugeln durchsiebt.
Diese Gewalt hat dabei ihren Sinn und Zweck. Sie zeigt, wie brutal die Gegenwart ist, in der die Story stattfindet. Wie gefährlich die Gegenspieler des neuen Zorros sind. Wie sehr dieser sich anstrengen muss, um zu siegen.
Die Mörder sind unter uns
Dabei steht dieser Zorro nicht alleine im Fokus der Geschichte. Es ist vor allem seine Schwester Rosa, durch deren Augen man viel erlebt. Sie ist zynisch und abgestumpft. Sie hat sich in den Alltag als Helfer von El Rojo eingefunden. Sie akzeptiert, dass es keine Veränderung geben kann. Weshalb sie auch auf das, was ihr Bruder Diego macht, entsetzt reagiert.
Denn es wirkt so, als ob dieser sich zu sehr mit der Identität von Zorro identifiziert. Er hält sich für den berühmten Kämpfer für das Gute und scheint sein reales Leben vergessen zu haben. Das Ironische ist, dass er mit dieser Methode durchaus erfolgreich ist. Er erzielt jede Menge Achtungserfolge und sorgt so dafür, dass langsam aber sich einer Art Rebellion gegen den Gangster und dessen Gefolgsleute entsteht.
Was soll das für eine Charakterisierung sein?
Über weite Teile macht Zorro – Die Legende lebt Spaß. Sean Murphy lässt sich wiederholt neue Plottwists einfallen. So zeigt sich beispielsweise, dass ein bekannter Auftragsmörder lange Zeit unerkannt unter der von El Rojo unterdrückten Bevölkerung leben konnte.
Doch am Ende beginnt die Geschichte auseinanderzufallen. Auf einmal baut der Autor klischeehafte Wendungen ein und fangen seine Charakterisierungen an, keinen Sinn mehr zu machen. Es kommt zwar immer noch Spannung auf, doch vermag diese nicht mehr so zu überzeugen, wie noch zuvor.
Immerhin können die Illustrationen von Sean Murphy gefallen. Sein rauer, energiegeladener Stil passt perfekt zu der Geschichte, die er schreibt. Auch sein Characterdesign ist großartig.
Am Ende hätte das ein guter Comic werden können. Doch eben jenes Ende verhindert dies.
Info
Szenario, Zeichnungen: Sean Murphy
Farbe: Simon Gough
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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