[TAS 003] Die gefährliche Wolke

Lesezeit circa: 5 Minuten

Eine riesige, fremde Wolke zerstört einen Planeten und bedroht einen weiteren. Die Enterprise eilt zur Hilfe.

Staffel 1 , Folge 2 – Sternzeit 5371,3 – 5372,0
„Die gefährliche Wolke“ – „One of our planets is missing“

Die Handlung von „Die gefährliche Wolke“

Die Enterprise-Besatzung soll eine riesige Wolke erforschen. Dabei stellt sich heraus, dass die Wolke einen Planeten zerstört hat und Kurs auf die nächstgelegene Welt nimmt – Mantilles. Um eine Katastrophe zu verhindern, warnt Captain Kirk den Gouverneur von Mantilles. Dieser beginnt eine Evakuierung des Planeten. Da die Zeit nicht reicht, um alle zu retten, bringen die Bewohner ihre Kinder in Sicherheit.

Die Enterprise dringt in die Wolke vor. Dort entdeckt sie Gebilde aus Antimaterie. Um dieser nicht zum Opfer zu fallen, lässt Kirk fast die gesamte verfügbare Energie auf die Deflektoren leiten. Spock stellt anhand seiner Daten die Theorie auf, die Wolke könne ein Lebewesen sein. Dr. McCoy bekräftigt die These, indem er auf die verblüffende Ähnlichkeit des Inneren der Wolke zum anatomischen Aufbau eines lebenden Wesens verweist.

Spock entdeckt, dass die Wolke eine Art Gehirn besitzt und hält sie für intelligent. Da die Zeit für Mantilles knapp wird, entschließt Kirk sich, die Wolke zu vernichten. Allerdings verfügt die Enterprise nicht über ausreichend Waffengewalt. Der einzige Weg wäre eine Selbstzerstörung, die genügend Energie aufbringen würde.

Über seine Gedanken nimmt Spock Kontakt zu der Wolke auf, um sie zu überzeugen, von Mantilles abzulassen. Er erklärt ihr, dass auf den Planeten, die sie verspeist, Millionen von Lebewesen existieren. Die Wolke versteht nur langsam, da sie so groß ist, dass sie sich so kleine Geschöpfe nicht vorstellen kann. Daraufhin nimmt Spock die Wolke in seine Gedanken auf, so dass sie alles aus seiner Sicht betrachten kann. Sie versteht und verspricht, auf weitere Planeten zu verzichten und in ihre Heimat zurückzukehren.

Die gefährliche Wolke

Kritik

Die Folge berichtet von einem unglaublich großen, fremdartigen Lebewesen aus einer anderen Galaxie. Mir gefällt die Idee, dass es intelligent ist und dass es möglich ist auf eine unkonventionelle Art, Kontakt aufzunehmen. Besonders ansprechend ist der Gedanke, dass die Wolke nicht bösartig ist. Sie zerstört zwar Planeten und somit Millionen Lebewesen, tut dieses jedoch nicht aus Feindseligkeit. Sie weiß einfach nicht, was sie da gerade verspeist. Der Gedanke, dass es im Vergleich zu ihr unglaublich winzig kleine Geschöpfe gibt, übersteigt ihr Verständnis. Bis Spock sie aufklärt. Die Weise, wie er das tut, passt zur übergroßen Wahrnehmung der Wolke. Sie überblickt so große Räume, dass sie sehr kleine Schritte braucht, um zu begreifen, was Spock ihr erklärt. Es ist gut nachvollziehbar, dass die Wolke ungläubig staunt, so dass Spock sie durch seine Augen sehen lässt.

Bei aller Fremdartigkeit, ist die Wolke im Inneren jedoch seltsamerweise sehr vertraut. Der Aufbau der Anatomie deckt sich in verblüffender Weise mit der unsrigen. Magen, Darm, Darmzotten, Gehirn. Ich hätte an der Stelle etwas mehr an Unbekanntem erwartet. Schließlich lässt sich in einem Zeichentrick weitaus mehr Seltsames darstellen als in real verfilmten Sendungen.

Nach der Erkenntnis verlässt die Wolke friedlich unsere Galaxie. Etwas, was in der Science-Fiction nicht allzu oft vorkommt. Denn meistens sind Aliens in dieser Größenordnung bösartig und werden bekämpft. Die Friedfertigkeit in dieser Folge (obwohl Kirk zur Not die Wolke vernichtet hätte) passt perfekt in die Star Trek Philosophie. Zerstöre nicht einfach alles, was du nicht verstehst oder dir Angst macht. Nimm zunächst Kontakt auf. Vielleicht ist alles anders, als du glaubst. Eine Denkweise, die gerade in unserer Zeit mehr Beachtung finden sollte.

Kirk hätte die Wolke zwar vernichtet, trotz der Proteste seines Ersten Offiziers. Ich halte dem Captain jedoch zugute, dass er es nicht aus niederen Beweggründen getan hätte, sondern um eine ganze Zivilisation zu retten.

Es ist übrigens erstaunlich, wie gefasst die Bewohner von Mantilles auf den drohenden Untergang reagieren. Erwartungsgemäß hätte es eine planetare Massenpanik gegeben. Stattdessen legte sich die Aufregung schnell. Ob dies nun allein dem Plan, die Kinder zu retten, geschuldet ist, oder ob in dieser fernen Zukunft der Tod nicht mehr als so schrecklich angesehen wird, bleibt unklar. Allerdings könnte es auch daran liegen, dass TAS auf Kinder als Zuschauer zugeschnitten ist und daher auf Massenunruhen verzichtet wurde.

Fazit: sehenswert und definitiv ins Star Trek Universum passend.

Funfacts
  • Manche Szenen stammen aus der Filmationserie „Lassie“.
Der deutsche Titel

„Die gefährliche Wolke“ ist ein sehr eindeutiger Titel. Gemeint ist natürlich die fremde Wolke, welche die Bewohner eines Planeten und nicht zuletzt die gesamten Galaxie in Gefahr bringt.

Der englische Originaltitel „One of our planets is missing“ bezieht sich auf den bereits verlorenen Planeten Alondra. Dabei fällt auf, dass die Bezeichnung „one of our planets“ – „einer unserer Planeten“ verwendet wird. Alondra gehört zu einem System am Randbereich der Galaxie, welches gleichzeitig die abgelegendste Gegend der Föderation ist. Dennoch gehörte Alondra dazu, quasi „zu uns“.

 

 

 

 

 

Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.
Kirsten Pevestorf

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