Der Captain und sein Erster Offizier als Geheimagenten im romulanischen Territorium. Ziel ist die Erlangung der Tarnvorrichtung, die die romulanischen Schiffe unsichtbar macht.

Staffel 3, Folge 2-Sternzeit 5027,3 – 5027,5
„Die unsichtbare Falle“ – „The Enterprise Incident“

Die Handlung

Ein unberechenbarer, deutlich überarbeiteter Kirk (William Shatner) setzt zum Schrecken seiner Mannschaft Kurs auf romulanisches Hoheitsgebiet. Dort wird die Enterprise von drei romulanischen Schlachtschiffen eingekreist.

Kirk und Spock (Leonard Nimoy) werden auf das Flaggschiff gebeamt und von der Kommandantin der Flotte empfangen. Zu Kirks Entsetzen berichtet Spock wahrheitsgemäß, warum die Enterprise in den romulanischen Raum eingedrungen ist. McCoy (DeForest Kelley), der inzwischen ebenfalls vor Ort ist, soll Spocks Aussagen bestätigen.

Die Kommandantin, die Gefallen an Spock gefunden hat, lässt Kirk unter Arrest stellen. Gleichzeitig gibt sie bekannt, dass sie das Schiff mit Spock als Befehlshaber in den Dienst des romulanischen Reiches stellen lassen wird. Kirk wird wütend und greift Spock an, der sich instinktiv mit dem „vulkanischen Todesgriff“ verteidigt.

Doch Kirk ist nicht tot. Er und Spock sind mit einer Geheimmission betraut, um an eine romulanische Tarnvorrichtung gelangen zu können. Während Spock die romulanische Kommandantin mit vorgespielter Zuneigung ablenkt, schleicht sich Kirk als Romulaner verkleidet an Bord ein. Er findet schließlich die Tarnvorrichtung und kontaktiert Spock. Da dies von den romulanischen Messinstrumenten registriert wird, fliegt Spock auf und wird augenblicklich als Spion verhaftet. Kirk kann mitsamt der Tarnvorrichtung entkommen. Derweil schindet Spock etwas Zeit, als ihn die Romulaner zum Tode verurteilen wollen. In letzter Minute wird er zurück zur Enterprise gebeamt, gemeinsam mit der romulanischen Kommandantin.

Scotty (James Doohan) baut unter Schwierigkeiten die Tarnvorrichtung in der Enterprise ein und schafft es, sie zu aktivieren. Dadurch kann das Schiff den drei romulanischen Schlachtschiffen entkommen.

Die unsichtbare Falle

Rezension von „Die unsichtbare Falle“

Romulaner. Ich mag sie sehr. Das mit den Vulkaniern verwandte Volk taucht in TOS leider extrem selten auf, was ich sehr schade finde. Hier findet die zweite Begegnung der Enterprisebesatzung mit den Romulanern statt. Die Folge “Die unsichtbare Falle” wartet mit einer geheimen Mission auf. Ein getarnter Kirk stiehlt eine Tarnvorrichtung und Spock bezirzt die romulanische Kommandantin, welche großartig von Joanne Linville verkörpert wird.

„Mission Impossible“ im Weltraum

Die Tarnvorrichtung der Romulaner ist eine begehrte Technik. Auch die Föderation ist daran interessiert. Starfleet entsendet das beste Schiff, um an die Vorrichtung zu kommen. Die Entdeckung und Erforschung liegt daher erst einmal auf Eis. Stattdessen dürfen Kirk und Spock in geheimer Mission ihre Fähigkeiten als Spione unter Beweis stellen. Sie spielen sogar der eigenen Mannschaft etwas vor. Spock erscheint als Verräter, der sogar seinen eigenen Captain umbringt, die Enterprise kapert, dem Feind übergeben will und eine Beziehung zur romulanischen Kommandantin aufbaut. Dafür, dass Vulkanier nicht lügen können, macht er das erstaunlich gut.

Kirk hingegen gibt sich entsetzt über Spocks vorgeblichen Verrat, spielt den völlig desolaten Kommandanten und greift schließlich seinen Ersten Offizier an, der ihn augenblicklich „tötet“. Ein gut abgekartetes Spiel, um Kirk von der Bildfläche zu schaffen und heimlich in einen Romulaner zu verwandeln.

Das Ganze ist eine ordentlich geplante Aktion, tatsächlich gut durchdacht, wobei ein gewisses Risiko dabei ist. Ein falscher Schritt und alles flöge auf. Da das Ergebnis höchstwahrscheinlich Krieg wäre, muss der Grund wirklich gewichtig sein, um alles zu rechtfertigen. Gut, es geht immerhin um eine Tarnvorrichtung, eine Technologie, die Raumschiffe unsichtbar macht. Das mag als gewichtiger Grund durchgehen. Wobei es doch etwas unpassend anmutet, eine solche Aktion durchzuführen. Star Trek ist als Utopie konzipiert. Kriege bzw. das Auslösen derselben sollten daher eigentlich strikt vermieden werden. Und doch findet hier eine Mission statt, die durchaus gewaltiges Konfliktpotenzial hat, sollte man meinen.

Am Ende kommt tatsächlich alles raus und doch leiten die Romulaner keine Vergeltungsmaßnahmen ein. Zwar verfolgen die romulanischen Schiffe die Enterprise, aber mehr geschieht nicht. Die romulanische Kommandantin wird als Gefangene oder Geisel zusammen mit der erbeuteten Tarnvorrichtung bei der nächstmöglichen Gelegenheit Starfleet übergeben. Mehr erfahren wir nicht. Es kommt offenbar auch zu keinen weiteren Konflikten basierend auf dieser Mission. Es bleibt auch ungeklärt, warum Starfleet diese Technologie haben will. Das Flottenkommando will es so, basta. Etwas mehr Hintergrund wäre schön gewesen.

Die unsichtbare Falle

Spock und die Kommandantin

Ein Vulkanier, der Gefühle für eine Romulanerin entwickelt? Eine Romulanerin, die die Gefühle erwidert und diesem Vulkanier völlig vertraut? Ein starkes Stück. Es folgt jedoch ein ganz großes „Aber“. Die Gefühle der romulanischen Kommandantin sind tatsächlich echt. Spock hingegen spielt seine nur vor, was mit einer Lüge gleichzusetzen ist. Ein Vulkanier, der lügt – DAS ist starker Tobak! Und Spock geht dabei recht weit. Er erlaubt ihr, auf sinnliche Art und Weise seine Hand zu berühren. Wie eine vulkanische Variante eines James Bond umgarnt er die Dame, die ihm ohne zu Zögern ins Netz geht. Ihre Gefühle blenden sie, lassen sie die Falle nicht erkennen. Stattdessen schenkt sie Spock vollstes Vertrauen und hinterfragt nicht, warum er die Enterprise ausliefern würde.

Ja, Liebe macht blind. Die Kommandantin tut mir wahrhaftig leid und doch muss ich sagen, dass sie mit voller Wucht freiwillig ins offene Messer gelaufen ist. Logisch, Vulkanier sind durchaus vertrauenswürdige Personen. Genau aus diesem Grund hat Spock die Aufgabe, die Kommandantin in die Falle zu locken. Kirk ist zwar bekannt als Frauenheld, aber auf ihn wäre die romulanische Dame vielleicht nicht reingefallen. Kirk obliegt dafür die Aufgabe, die Tarnvorrichtung zu stehlen.

Eine… Lampe?

Eine Tarnvorrichtung, die selbst so unfassbar auffällig gestaltet ist, dass es schon lächerlich aussieht, wie der spitzohrige Kirk damit durch die Gänge läuft. Etwas mehr Fantasie kann man da schon erwarten. Etwas kleineres, handlicheres, etwas, das geheimnisvoll wirkt. Stattdessen schleicht Kirk mit einer überdimensionalen Nachttischlampe herum.

Fazit

“Die unsichtbare Falle” kann sich sehen lassen. Zwar stehen die Föderation und Starfleet durch diese extrem riskante Operation nicht gerade in einem guten Licht dar, weil Spionage einfach nicht zum utopisch-friedlichen Grundgedanken passt, aber insgesamt ist es eine spannende, gut gemachte Episode.

Fun Facts

  • Als Hommage an „Die unsichtbare Falle“ wurde die Story in Star Trek Continues weitergeführt. Die romulanische Kommandantin wurde von Lindalls Tochter Amy Rydell verkörpert.
  • Dies ist die letzte TOS-Episode aus der Feder von D. C. Fontana.

Der deutsche Titel

Man könnte den Umstand eines getarnten Schiffes als unsichtbare Falle ansehen. Doch auch die Falle, in die die Kommandantin hineinläuft, ist eine unsichtbare.

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Kirsten P.

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