[Star Trek – The Next Generation: Doppelhelix 5] Doppelt oder Nichts

Lesezeit circa: 4 Minuten

Mit „Doppelt oder Nichts“ beantwortet Peter David endlich die Frage nach dem Sinn von „Star Trek – The Next Generation: Doppelhelix“.

Star Trek Doppelhelix 5 Doppelt oder Nichts
© Cross Cult

Vom Captain zum Geheimagenten

Machen wir uns nichts vor: Die „Doppelhelix“- Reihe war bislang überwiegend eine Enttäuschung. Tiefpunkt war dabei vor allem der Roman Roter Sektor. Gleichzeitig stellte sich die Frage, wieso Cross Cult die Serie hierzulande herausbrachte, da sie chronologisch gesehen vor nahezu allen anderen „Star Trek“- Romanreihen des Verlags lief.

Die Frage beantwortet jetzt Peter David mit dem fünften Teil der „Doppelhelix“-Reihe. „Doppelt oder Nichts“ ist nämlich ein wichtiger Bestandteil seiner „New Frontier“ – Serie, womit klar wird, wieso sie hierzulande veröffentlicht wird.

Seit mehreren Jahren taucht wiederholt eine Seuche im Alpha- und Betaquadranten auf. Lange Zeit war unklar, wer oder was die Ursache für diese Krankheit war. Doch jetzt hat die Föderation eine Spur. Allerdings kann diese nicht offiziell verfolgt werden. Inoffiziell wird hingegen Captain Mackenzie Calhoun von der U.S.S. Excalibur darauf angesetzt.

Die große Enthüllung

Das Kommando über sein Schiff übernimmt in dessen Abwesenheit niemand anderes als Commander William T. Riker von der Enterprise, sehr zum Missfallen von Elizabeth Shelby. Für den frischgewaschenen Schiffsführer stellt es sich allerdings als große Herausforderung dar, diese bunte und vielfältige Crew des Schiffes zu kontrollieren. Mehr als einmal wird er an seine Grenzen geführt, wobei er viel über sich und die Art und Weise lernt, wie man ein Raumschiff führt.

Einer der Kritikpunkte der „Doppelhelix“- Reihe war, dass die Frage nach dem großen Bösewicht im Hintergrund noch nicht einmal ansatzweise angegangen wurde. Es gab keine Andeutungen, nur hier und da einige Szenen, wo er auftrat. Und zwar ohne, dass zwischen diesen Abschnitten ein Kontext erkennbar war. Das ändert sich jetzt mit „Doppelt oder Nichts.“

Die Geschichte wirkt dabei teilweise wie eine „James Bond“- Story. Hierbei baut Peter David vor allem auf die Vergangenheit seiner Figur Mackenzie Calhoun auf, der zeitweise als Geheimagent für die Föderation tätig war. Es ist interessant zu lesen, wie sehr der Captain wieder in seine alte Rolle schlüpft. Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage, ob und inwiefern seine Zeit als Captain eines Raumschiffes ihn verändert hat, ob er noch zu der früher gewohnten Schonungslosigkeit fähig ist.

Ein Fisch aus dem Wasser

Dabei merkt man Peter David an, wie viel Spaß er an der Tatsache hatte, eine Art James Bond-Geschichte im „Star Trek“- Universum zu schreiben. Zahlreiche Elemente des bekanntesten Doppel 0-Agenten aller Zeiten befinden sich in diesem Roman, inklusive der verschiedensten Gadgets. Gleichzeitig werden diese Passage auch sehr unterhaltsam geschrieben, mit einigen Überraschungen, die dem Autor gut gelungen sind.

Natürlich beschreibt Peter David in „Doppelt oder Nichts“ ebenfalls Rikers Erfahrungen an Bord der „Excalibur“. Er wirkt hier ein wenig wie ein Fisch aus dem Wasser. Der Kontrast zwischen diesem Schiff und der Enterprise könnte auch nicht größer sein. Hier eine bunte, zum Teil schon fast exzentrische Crew. Dort eine Mannschaft, die längst nicht so aus extrem individualistischen Figuren besteht. Man kringelt sich teilweise, wenn man liest, wie sehr William T. Riker nahezu an seiner neuen Besatzung verzweifelt.

Wobei der Roman nicht nur lustig ist. Es gibt es auch ernstere Passagen. Etwa dann, wenn William Riker hilflos mit erleben muss, wie Sela die Überlebenskapseln eines zerstörten Raumschiffes, auf dem er sich befand, nach und nach zerstört. Eine heftige Szene, die der Autor grandios beschreibt.

Das große Problem der Story ist, dass die Enthüllung des Gegenspielers zu spät kommt. Wenn sie über all die vorherigen Ausgaben aufgebaut worden wäre, dann hätte man mit der Geschichte leben können. Aber so fehlt der Aufdeckung an inhaltlicher Wucht, was schade ist.

Bewertung 13/15

Autor: Peter David
Titel: Star Trek – The Next Generation: Doppelhelix 5: Doppelt oder Nichts
Originaltitel: Star Trek – The Next Generation: Double Helix – Double or Nothing
Übersetzer: Bernhard Kempen
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 10/2012
Einband: Taschenbuch
Seiten: 320
ISBN: 978-3-86425-015-6
Sonstige Informationen:
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Götz Piesbergen
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Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.

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