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Mit Tuklo hat die Echo-Serie die Halbzeit erreicht.

Beste Unterhaltung

Im späten 19. Jahrhundert ist Tuklo (Dannie McCallum) die Tochter eines Lighthorseman, so der Name einer Polizei einiger der Ureinwohnervölker Amerikas. Sie ist ein guter Schütze, doch da sie eine Frau ist, verbietet ihr Vater ihr, ebenfalls ein Lighthorseman zu werden. Als er allerdings mit einigen Leuten auf einer Mission ist, hat sie eine Vision, dass er und die anderen in Bedrängnis geraten und rettet ihn daraufhin in letzter Minute.

In der Gegenwart wird Maya (Alaqua Cox) von einem der Angestellten ihres Onkels Henry (Chaske Spencer) gekidnappt. Er hat vor, das auf sie ausgesetzte Kopfgeld einzukassieren, weshalb er sie, ihren Onkel und bald darauf ihre Cousine Bonnie (Devery Jacobs) als Geiseln hält. Alles scheint zu seinen Gunsten auszugehen, bis sich Maya befreien kann und anfängt zurückzuschlagen.

Mit Tuklo liegt die dritte von fünf Folgen der Echo-Serie vor. Es ist eine interessante Episode, eine, in der man bestens unterhalten wird, in der die Hauptfigur auch mehr Emotionen zeigt. Aber ebenfalls eine, bei der man sich am Ende fragt, wie das alles noch klappen soll, wie alle Plots noch aufgelöst oder weiterentwickelt werden sollen?

Saubere Action

Doch zu den Highlights. Ein solches ist die Kampfszene, auf die die Folge lange hinarbeitet. Zu den Klängen von Rob Zombies Dragula sieht man anfänglich, wie Maya Lopez die Leute des Kingpins, die von Geiselnehmern herbeigerufen wurden, in einem spannend inszenierten Kampf nach und nach ausschaltet. Dabei geht es deutlich zur Sache und die Titelheldin der Serie nutzt die Ausstattung der Rollerskatebahn, um die Gegenspieler einen nach dem anderen zu erledigen.

Interessant ist dieser Kampf in Tuklo auch deshalb, weil man sieht, wie Maya – bewusst oder unbewusst – auf die Fähigkeiten ihrer Vorfahrin zurückgreift. Es ist das erste Mal in der Serie, dass dies in dieser Form geschieht. Das dürfte für die noch kommenden Episoden noch viel Potential bieten.

Doch auch die finalen Minuten der Folgen sind gelungen. Einfach, weil es endlich zum lange ersehnten Aufeinandertreffen mit dem Kingpin kommt. Viel geschieht noch nicht, aber es ist schön zu sehen, wie allein die bloße physische Präsenz Wilson Fisks ausreicht, um Maya aus der Reserve zu locken. Es schockiert sie sichtlich, es nimmt sie mit. Weil sie mit allem gerechnet hat, nur nicht damit. Und angesichts der bisherigen Auftritte von Vincent D’onofrio als Gangsterboss freut man sich jetzt schon auf die kommende Episode, wo er mehr zu tun bekommt.

Mehr Emotionen!

Allgemein muss man Tuklo dafür loben, dass sie Alaqua Cox mehr Möglichkeiten gibt, Emotionen zu zeigen. Sie gibt zwar immer noch über weite Teile der Folge die stoische Frau. Doch es werden immer mehr Momente eingebaut, in denen das aufgebrochen wird, in denen man sieht, dass diese viel kritisierte Emotionslosigkeit nur eine Maske ist, die sie trägt um niemanden an sich heranzulassen. Und man möchte endlich wissen, woran das liegt, was vorgefallen ist, dass sie sich anscheinend so sehr in eine innere Schale zurückgezogen hat.

Doch bei aller Liebe zu der Episode, macht sich ebenfalls bemerkbar, dass einige Aspekte nicht näher beleuchtet werden. Das komplizierte Verhältnis Mayas zu ihrer Familie wird beispielsweise nur gestreift. Ein anderes ist das Geheimnis um die Kräfte, die Maya jetzt besitzt, woher diese kommen und was genau sie bewirken. Und das sind auch nur zwei Plots von vielen, die noch offen sind und sich nicht maßgeblich weiterentwickelt haben.

Die Befürchtung nach Tuklo ist, dass diese Plots in den letzten beiden Folgen nur am Rande behandelt werden und sich die Serie stattdessen auf die Konfrontation zwischen Maya und den Kingpin stürzt, wobei ja ihr Versuch, sein Imperium zu erobern auch nicht wirklich weiterentwickelt wurde, sieht man mal von dem Anschlag in Lowak ab, was ein weiterer Plot ist, bei dem sich noch einiges entwickeln kann und muss!

Fallobst

Leider muss man ebenso bemängeln, dass die Leute, die Maya und ihren Onkel zu Beginn der Folge kidnappen, gefühlt von der Darstellung her Fallobst sind, was auch für die Handlanger des Kingpins gilt. Sie werden nur aufs Nötigste charakterisiert, wodurch sie sehr zweidimensional wirken.

Tuklo macht durchaus Spaß beim Zusehen. Doch kommen einem nach Ende der Folge Befürchtungen, dass da noch sehr viel offen ist, was dann in den noch kommenden zwei Episoden übers Knie gebrochen wird. Hoffen wir, dass das nicht der Fall ist.

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Götz Piesbergen

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