Die Überlebenden des Raumschiffs Geryon werden von Aliens und Predators heimgesucht.
Handlung
Galgo Helder und seine zwei Gehilfen haben das Trägerschiff Geryon unter ihre Kontrolle gebracht. Die Kerncrew befindet sich schwer verwundet auf der Krankenstation des Beiboots Kadmos, die Arbeit wird daher von Robotern erledigt. Beim nächsten Halt wollen die drei Kriminellen eine erbeutete Alienwaffe verkaufen und sich danach zur Ruhe setzen. Higgins und Piper legen sich schon mal in die Schlafkapseln, während er sich noch um den gefangenen Francis kümmern will.
Francis Lane hat sich durch die Vergiftung des Androiden Elden unbeliebt gemacht, wobei Galgo der Letzte sein sollte, der sich darüber beschwert. Immerhin hat er alle auf LV-223 gestrandeten Menschen zum Sterben zurückgelassen. Schnell werden beide von ihrem schlechten Karma eingeholt, als sich die Helios nähert und Elden von dort aus die Steuerung übernimmt. Er will Rache an Francis nehmen und Galgo ist bereit, ihn auszuliefern. Dummerweise hat der mutierte Android eine Meute Xenomorphe dabei, welche die Geryon und Kadmos überrennen und alle Überlebenden bis auf Francis und Galgo umbringen.
Als wäre das noch nicht genug, wird auch ein Jagdtrupp der Yautia auf das Raumschiff aufmerksam. Kaum haben diese die Geryon geentert, gehen sie und die Xenomorphe aufeinander los. Galgo rettet sich in das Beiboot Perses und ergreift die Flucht, nichtsahnend, dass er einen Predator mit an Bord hat. Der Rest des Clans scheitert an dem Versuch, den nahezu unterblichen Elden in eine Trophäe zu verwandeln, Die meisten sterben, doch ein Predator mutiert durch einen Biss von ihm zu einem weiteren Monster, welches gleichermaßen auf seine Kameraden und auf die Xenomorphe losgeht.
Francis nimmt sich ebenfalls eine Blutprobe des Androiden und injiziert sie sich, in der Hoffnung, damit seinen Krebs zu heilen. Stattdessen verwandelt er sich in ein Monster. Elden, der ihn zunächst leiden sehen wollte, hat am Ende Mitleid mit ihm. Die gewünschten Antworten nach dem Sinn seiner Existenz erhält der Androide nicht mehr von ihm, da der gefilterte Schleim auf seinen alten Freund den gegenteiligen Effekt hat und ihn umbringt.
Rezension von Feuer und Stein – Alien vs. Predator
Die Zusammenfassung der Handlung umfasst zur Hälfte das erste Kapitel, für die restlichen drei Kapitel reichen zwei Absätze, denn außer einem endlosen Kampf der Monster geschieht nicht mehr viel. Galgo verabschiedet sich bereits zum Ende des ersten Kapitels mit der Perses und was aus seinen beiden Kumpels in den Schlafkapseln wird, gerät völlig aus dem Blick. Die Crew der Kadmos wird ebenso nur beiläufig von Xenomorphen ausgelöscht. Wie die an Bord des Beibootes gekommen sind und obendrein noch hinter eine geschlossene Tür, entzieht sich jeder Logik. Und warum ist überhaupt noch jemand am Leben? In Band 1 sah es so aus, als hätte Galgo alle getötet. Doch er hat die Crew wohl nur verstümmelt, was immer ihm das auch bringen solle.
Jedenfalls reduziert sich die Handlung ab Kapitel 2 auf die Protagonisten Elden und Francis. Der Androide ist die ganze Zeit über am Labern. Erst will er seinen Peiniger quälen und töten, sobald dieser ihm Rede und Antwort gestanden hat. Später überlegt er es sich anders und freundet sich wieder mit Francis an, entwickelt gar Mitgefühl für ihn. Die Predators scheinen ebenfalls nicht zu wissen, was sie wollen. Erst machen sie Jagd auf den mutierten Androiden, dann verleiht ihm ein Yautia das Zeichen seines Clans, bietet ihm gar eine Klinge als Trophäe an, die Elden jedoch ablehnt. Später geht derselbe Predator wieder auf ihn los, hat aber keine Chance gegen ihn.
Zwischendrin mutiert ein Yautia, der von Elden gebissen wird, woraufhin er alles angreift. Als Francis sich mit dem Beschleuniger aus Eldens Blut infiziert, behält dieser jedoch trotz grauenhafter Mutation seinen Verstand. Die Substanz wirkt jedes Mal anders und überall, wo der Android lang geht, hinterlässt er grüne Ranken. Er verhält sich unbeabsichtigt wie eine Terraforming-Einheit. Doch nicht alles, womit er in Berührung kommt, mutiert. Seine Xenomorphe kann er hingegen gefahrlos streicheln, die sich das aus unerfindlichen Gründen gefallen lassen. Es scheint so, als würden sie ihn als Alphatier akzeptieren. Bis sie sich dann irgendwann ohne erkennbaren Grund gegen ihn wenden.
Der gesamte Comic läuft am Ende darauf hinaus, dass jeder gegen jeden kämpft. Nichts ergibt dabei einen Sinn! Es geht schlichtweg nur um die Action und da spielt Logik keine Rolle. Da werden an Bord eines Raumschiffs ohne jede Rücksicht Xenomorphe getötet. Deren Blut frisst dabei durchaus gewaltige Löcher in den Boden, doch stoppt die Säure wie durch Zauberhand vor der Außenhülle. Im ersten Alien-Film (1979) reichten schon wenige Tropfen eines Facehuggers, um sich durch mehrere Decks zu fressen. Hier werden ausgewachsene Alien-Drohnen halbiert und alles ist okay.
Für diesen Comic muss man sein Hirn komplett abschalten. Erst am Ende gibt es ein paar nachdenkliche Worte, die aber nicht wirklich überzeugen können. Übrig bleiben nur Elden und eine Handvoll Xenomorphe, die plötzlich wieder handzahm sind. Der Android weiß noch nicht so recht, wo er jetzt hin soll. Nachdem er zwischenzeitlich einen Gottkomplex entwickelt hat, nur um kurz darauf an der Sinnhaftigkeit seiner Existenz zu zweifeln, ist nicht ganz klar, was nun aus ihm wird.
Horrorfiguren in detailreicher Kulisse
Der Zeichenstil ist im Gegensatz zum ersten Band sehr durchwachsen. Die künstlichen Umgebungen an Bord der Raumschiffe sehen hervorragend aus und sind extrem detailliert. Gleiches gilt für die außerirdische Waffe von Galgo. Zumindest meistens, denn teilweise ist sie auf ein und derselben Seite einmal perfekt strukturiert und ein Bild weiter nur noch ein verschwommener Umriss.
Gleiches gilt für die Charaktere, bei denen sich der Zeichner mal mehr und mal weniger Mühe gegeben hat. Bei kleineren Gruppenbildern fehlen zuweilen sogar die Gesichter. Die Xenomorphe und Predators sind ebenfalls nur manchmal gelungen. Zuweilen fehlt den Aliens das Maul im Maul. Dafür wachsen den Mutanten zusätzliche Körperteile, die völlig überflüssig sind. Der Zeichner hat hier seiner Phantasie freie Bahn gelassen und dabei wenig Rücksicht auf evolutionäre Sinnhaftigkeit genommen.
Elden, der als Android eigentlich gar keine biologische Entwicklung durchmachen sollte, erhält ein zusätzliches Paar Arme auf dem Rücken. Als ein Predator ein Loch in seinen Bauch schießt, wächst dort ein mit Zähnen bewehrtes Maul, mit welchem er einen der Yautia beißt. Dem wachsen wiederum zusätzliche Mandibeln ums Maul und er wird noch hässlicher als zuvor. Außerdem bekommt er einen dritten Arm. Francis verwandelt sich ebenfalls in ein Monster mit einem überflüssigen Maul am Hinterkopf, das anatomisch überhaupt keinen Sinn ergibt. Von Seite zu Seite wird der Comic immer absurder. Am Ende fragt man sich schon gar nicht mehr, warum Francis sich einfach in Staub verwandelt.
Hat der schwarze Schleim in Prometheus – Dunkle Zeichen (2012) noch lebensfähige Kreaturen erzeugt, stellt er in diesem Comic die skurrilsten Sachen mit den Infizierten an. So entsteht schnell der Eindruck, dass Autor und Zeichner hier lediglich ihre kranken Fantasien ausgelebt haben. Trotz eines gar nicht mal so üblen Zeichenstils ergeben sich daher überwiegend grauenhafte Bilder. Garniert wird das Ganze mit Brutalität. So reißt der mutierte Yautia einem Artgenossen mit bloßen Händen den Schädel entzwei.
In weiten Teilen ist der Comic extrem unappetitlich, was auch die überwiegend exzellente Farbpalette nicht auszugleichen vermag. Die weichen Verläufe sorgen für einen natürlichen Eindruck, nur das Grün mancher Schleimspuren von Elden ist etwas zu neonfarben, sodass es fast wie Yautiablut wirkt. Ansonsten ist die Farbwahl noch das Beste an diesem Band und zumindest die leuchtenden Sterne sind sogar hübsch anzusehen. Zudem sind die Covergestaltungen von E. M. Gist hervorragend und wirken wie klassische Gemälde. Das ausgewählte Titelbild ist mit seinen Glanzeffekten fast schon fotorealistisch. Nur rettet nichts davon den Inhalt.
Fazit: Sinnloser Mutationswettbewerb
Nach dem durchaus ansprechenden Auftaktband ist der Alien vs. Predator-Part der absolut Tiefpunkt der Feuer und Stein-Comicreihe. Die Charaktere ändern ständig und nicht nachvollziehbar ihre Meinung, nichts ist in sich logisch und alles endet in einem wilden Monster-Fight. Der Comic ist komplett sinnentleert und setzt stattdessen auf absurde Action. Grafisch hat er immerhin durchaus etwas zu bieten, allerdings gilt das eher für die Umgebungen als für die Kreaturen. Als Bonus gibt es noch zwei Bleistift-Panels, doch den Kauf lohnt das nicht wirklich. Einzig der Vollständigkeit halber macht es überhaupt Sinn, sich den Comic zu holen. Da die Reihe jedoch verlagsvergriffen ist, kann dies inzwischen durchaus teuer werden.
Info
Autor: Christopher Sebela
Zeichner: Ariel Olivetti
Verlag: Cross Cult
Sonstiges: Produktseite
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Warpskala
Warpskala-
Story1/10
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Zeichenstil7/10
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Kolorierung9/10
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