Hicks und Newt treffen auf der Alien-Heimatwelt einen Konstrukteur.
Handlung
Massey hat im Auftrag des Bionational-Konzerns das Raumschiff der Marines unter seine Kontrolle gebracht, mit dem Dwayne Hicks und Rebecca zur Heimatwelt der Xenomorphe unterwegs waren. Der Kommandant Stephens hat den Verrat an seinen Männern mit dem Leben bezahlt. Diese werden nun, zusammen mit Söldnern des Konzerns, auf den Planeten geschickt. Sie sollen als Köder für die Xenomorphe dienen, doch springen die Facehugger im wahrsten Sinne des Wortes nicht auf sie an.
An Bord des Raumschiffs Benedict kann Newt Massey, der als Einziger mit Hicks an Bord geblieben ist, überwältigen und töten. Sie befreit Hicks und fliegt mit ihm auf den Planeten, um seine Leute zu retten. Diese wie auch die Söldner werden jedoch von den Xenomorphen zerfetzt. Dabei stellt sich heraus, dass die Marines nur Androiden sind. Dennoch werden sie geborgen. Als die Landefähre startet, wird sie von Xenomorphen angegriffen, welche überraschend von einem anderen Außerirdischen getötet werden. Dieser gehört derselben Spezies an wie der Navigator, den Newts Eltern an Bord des Raumschiffwracks auf Archeron gefunden haben.
Zusammen mit dem elefantösen Alien fliegen sie und Hicks zur Erde zurück, welche zwischenzeitlich von den Xenomorphen aus der Bionational-Forschungseinrichtung überrannt worden ist. Dr. Orona konnte vor seinem Ableben noch einen Plan in die Wege leiten, die Plage zu vernichten, was jedoch ebenso das Ende des Planeten bedeutet. Dwayne und Rebecca müssen daher direkt nach ihrer Ankunft wieder fliehen und können nur noch den Oberkörper des Androiden Butler mitnehmen. Ihr vermeintlicher Verbündeter hatte wohl ebenfalls vor, die Erde auszulöschen. So bleibt ihnen nur die Flucht in den Weltraum.
Rezension von Aliens Nr. 3
Da die meisten Handlungsstränge auf der Erde im zweiten Band abgeschlossen worden sind, konzentriert sich der dritte Band auf die Erlebnisse von Dwayne Hicks und Rebecca alias Newt. Letztere kann sich in den Röhren an Bord der Benedict verstecken, wie sie es in der Kolonie auf Archeron getan hat. Außer ihr sind nur noch Massey vom Bionational-Konzern und Hicks an Bord.
Massey erklärt seinem Gefangenen die Auffassung des Konzerns von freier Marktwirtschaft, welche den Angriff auf ein Militärschiff und damit auf die Regierung beinhaltet. An Kapitalismuskritik mangelt es dem Comic also nicht, wobei hier schon die libertäre Auffassung thematisiert wird, dass die freie Marktwirtschaft über den Gesetzen stehen sollte. In der Serie Alien: Earth (2025) wird das libertäre Weltbild gar noch konsequenter umgesetzt, indem es überhaupt keine Staaten mehr gibt, sondern die Welt direkt von fünf Konzernen beherrscht wird, die tun und lassen können, was ihnen gefällt.
Newt gelingt es, eine Waffe zu reparieren, doch bringt sie es zunächst nicht fertig, auf den Konzernvertreter Massey zu schießen. Der überrumpelt sie daraufhin, wird aber selbst von Hicks überrascht. Beim zweiten Mal zögert Rebecca nicht, ihn zu erschießen. Sie lernt also dazu. Die schwerste Lektion ist jedoch, dass ihre Liebe zu Butler aussichtslos ist. Sie muss nicht nur über die Bodycams der Marines mit ansehen, wie er von einem Xenomorph zerfetzt wird, sondern obendrein realisieren, dass er nur ein Synth war. Hicks wusste das, hat jedoch darüber geschwiegen, da die Synths nicht erfahren sollten, dass sie keine echten Menschen sind. Die neuen Modelle sollten sich nämlich wie Menschen verhalten und wurden daher über ihre wahre Natur im Unklaren gelassen. Das ist natürlich nicht Kanon, aber der Comic ist ja ohnehin schon mit dem dritten Film obsolet geworden.
Gleiches gilt für den Navigator-Alien, der hier wie ein Elefant auf zwei Beinen aussieht und nicht wie die Konstrukteure aus Prometheus (2012). Warum er die ganze Zeit zu schweben scheint, erschließt sich nicht. Dafür vermittelt er Newt telepathisch seine Motive. Er hasst die Xenomorphe, weil diese seinen Kameraden im Wrack von Archeron getötet haben. Das dort abgestürzte Schiff ist allerdings antik, weshalb man sich fragt, wie alt diese Spezies wird. Und wie lange hat der Elefantenmensch sich bitte Zeit gelassen, die Heimatwelt der Xenomorphe anzugreifen? Seltsam, dass er rein zufällig genau dann vorbeischneit, als Hicks und Newt seine Hilfe benötigen.
Der Plot mit dem Elefanten-Alien wirkt schon sehr bemüht. Gleiches gilt für sein Verhalten am Ende. Einerseits kommuniziert er telepathisch mit Rebecca, andererseits sind ihm die Menschen eigentlich herzlich egal. Er wollte nur die Xenomorphe auslöschen, was die Frage aufwirft, warum seine Kameraden diese überhaupt an Bord eines ihrer Raumschiffe mitgenommen haben. Wollten auch sie die Aliens als biologische Waffe nutzen? Zumindest im offiziellen Kanon ist dies der Fall.
Das gleiche Ziel hatte der Bionational-Konzern. Erwartungsgemäß ist die Sache gründlich nach hinten losgegangen und hat die Menschheit ihre Heimatwelt gekostet. Warum der Konzern überhaupt Massey losgeschickt hat, um die Mission der Benedict zu sabotieren, erschließt sich nicht ganz. Der erklärt zwar, dass es sein eigentliches Ziel war, zu verhindern, dass auch die Regierung in Besitz der außerirdischen Biowaffe gelangt. Doch wozu benutzt er die Marines dann als Köder für die Xenomorphe? Sein Auftraggeber braucht keine weiteren Exemplare, da Bionational bereits im Besitz einer Alienkönigin ist bzw. war. Und ohnehin haben sie am Ende mehr Xenomorphe, als ihnen lieb sein kann. Das Argument, der Konzern erhoffe sich weitere Kenntnisse, die ihm einen Vorteil verschaffen, leuchtet nicht ganz ein.
Die Story hat also nach wie vor einige Logikfehler, aber immerhin ist der Abschluss etwas geradliniger erzählt als die ersten beiden Bände. Von daher ist Band 3 noch der beste. Unter anderem auch, weil Newts Erinnerungen an Archeron zumindest für etwas Filmatmosphäre sorgen, erzählen sie doch eine Szene aus der erweiterten Fassung von Aliens – Die Rückkehr (1986) nach.
Es hat einen Rüssel
Man kann sich einfach nicht an eine schwarzhaarige Newt gewöhnen und bei Hicks scheint das Gesicht nach Jahren der Säureverätzung auf einigen Bildern wieder verheilt zu sein. Noch gewöhnungsbedürftiger ist der schwebende Elefanten-Alien, als welcher die Spezies des Navigators aus den ersten Alien-Filmen hier interpretiert wird. Obwohl Prometheus – Dunkle Zeichen als Prequel nicht wirklich funktioniert hat, war die Interpretation der Konstrukteure als Humanoiden doch deutlich glaubwürdiger.
Das Raumschiff des Navigators ist relativ gut umgesetzt, allerdings viel zu hell und farbenfroh. Das Drop Ship der Marines ähnelt derweil nur ganz vage dem aus Aliens und ist quietschgelb statt olivgrün. Das Blut der Aliens ist derweil rot statt gelb, und das Nest, welches an Entwürfe von H. R. Giger angelehnt ist, erscheint gelb statt schwarz. Die Farbgebung ist allgemein sehr unnatürlich und Glanz- sowie Leuchteffekte gab es in den 1980ern noch nicht.
Fazit: Ein unerwarteter Abschluss
Nach den ersten beiden Bänden versucht der dritte Teil noch irgendwie die Kurve zu bekommen. Die Interpretation der Konstrukteure ist dabei rückblickend zumindest interessant. Für Nostalgiker sind die inzwischen raren Ausgaben von Hethke sicherlich sammelwürdig. Erzählerische sowie grafische Höchstleistungen sollte man von diesem Dreiteiler jedoch nicht erwarten.
Info
Autor: Mark Verheiden
Zeichner: Mark A. Nelson
Verlag: Hethke
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Warpskala
Warpskala-
Story4/10
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Zeichenstil4/10
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Kolorierung3/10
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