Diese Serie bietet eine spannende Alternate History, ausgehend von einem Moment der Menschheitsgeschichte, an den sich alle erinnern.
Ein Geheimtipp
Im Juni 1969 landet das erste Mal ein Mensch auf dem Mond. Allerdings handelt es sich dabei nicht um einen US-Amerikaner, sondern um den Sowjet Alexei Leonov. Womit die Vereinigten Staaten da stehen wie ein begossener Pudel.
Auf einmal steht alles auf dem Prüfstand, auch das Weltraumprogramm an sich. Deshalb muss die Apollo 11 Mission ein Erfolg werden. Und Querschüsse, wie die Beschwerde des Astronauten Edward Baldwin (Joel Kinnaman) gegenüber der Presse, dass die NASA den Mut verloren hat, sind da weniger hilfreich. Weshalb dieser auch strafversetzt wird, derweil sich in der Behörde eine Art Grundnervosität breitmacht. Denn dieses Mal steht wirklich alles auf dem Spiel.
Wenn es um SciFi-Geheimtipps auf dem Streamingdienst von Apple geht, so werden vor allem zwei Serien genannt, die man sich unbedingt anschauen sollte. Die eine ist Foundation, die freie Adaption von Isaac Asimovs Romanreihe. Die andere ist For all Mankind.
Den Namen kennt man doch?
Besonders Letztere wird gerne von Star Trek-Fans genannt. Der Grund ist, dass die Serie mit von Ronald D. Moore erschaffen wurde. Der war eine der Drehbuchautoren und Produzenten der klassischen „Star Trek“-Reihe von TNG bis Voyager. Und hat danach hat meisterhafte SciFi kreiert. Seine Neuinterpretation von Battlestar Galactica gilt noch heute als ein Meisterwerk in der Historie der Science Fiction-Serien.
Die Prämisse der Reihe ist ebenso einfach, wie bestechend. Was wäre, wenn nicht die USA den ersten Menschen auf den Mond geschickt hätten? Sondern ihre damaligen Gegenspieler, die Sowjetunion? Was würde dann geschehen?
Die Antwort soll also For All Mankind liefern. Und da es sich hier um eine Serie handelt, kann man davon ausgehen, dass die Beantwortung der Fragen nicht mal eben kurz nebenbei passiert. Sondern das, eben ausgehend von diesem einen Punkt, an dem die Ereignisse sich von der realen Historie unterscheiden, die Geschehnisse immer weniger mit dem Verlauf der normalen Menschheitsgeschichte übereinstimmen. Dementsprechend dürfte es spannend werden, was einen hier erwarten wird.
Setting Things Up
Wobei der Auftakt Roter Mond erst mal nur überwiegend Setup ist. Es werden einige Figuren eingeführt sowie die Basis für die künftigen Handlungen erschaffen. Man kriegt schon eine ungefähre Ahnung, wer die wichtigsten handlungstragenden Charaktere und ihre jeweiligen Plots sind. Aber noch kriegt man nicht das eine, bestimmte, Gefühl, alle wichtigen Protagonisten auch wirklich zu kennen. Dafür ist die Einführung stellenweise noch rudimentär und ist der Auftakt noch zu US-Zentrisch.
Aktuell hat man es allem Anschein nach vor allem mit vier Figuren zu tun. Aleida Rosales ist eine illegale Immigrantin aus Mexiko. Von allen vieren bleibt sie am undefiniertesten, da man über ihre Persönlichkeit kaum etwas erfährt. Dann ist da Wernher von Braun, der natürlich auf dem gleichnamigen Raketenwissenschaftler basiert und der anscheinend in der NASA einiges zu sagen hat. Gleichzeitig ist er ein Mentor von Margo Madison, die die erste Ingenieurin in der Weltraumbehörde ist. Bei ihr wird angedeutet, dass sie man sie und ihre Fähigkeiten nicht wirklich würdigt und sie noch um ihren Platz kämpfen muss.
Doch die eigentliche Hauptperson scheint Edward Baldwin zu sein. Er war vor der Serie Teil der Apollo 10 Mission und wird hier als jemand dargestellt, der unbedingt wieder auf den Mond möchte. Weshalb er auch zähneknirschend die Strafversetzung in eine Abteilung akzeptiert, die im Astronautenjargon Sibirien genannt wird. Von allen Figuren wird er am meisten charakterisiert, das heißt, man erfährt mehr über ihn und ebenso seine Familie. Weshalb er auch am sympathischsten wirkt, da er als jemand dargestellt wird, der sein Herz auf der Zunge trägt.
Der Moment, an dem die Ereignisse beginnen, sich zu unterscheiden
Die Auftaktfolge zeigt sehr gut, wie die Ereignisse langsam anfangen, von der realen Historie wegzudriften. So gibt es zwar auch eine Apollo 11-Mission. Doch diese verläuft deutlich anders, als es die Geschichte lehrt. Und dieses Andersverlaufen sorgt dafür, dass man gespannt darauf ist, was noch alles im Laufe der Serie geschehen wird.
Sehr schön sind dabei ebenso die Momente, wo man die Ratlosigkeit der Amerikaner merkt und die Nervosität der NASA-Mitarbeiter. Denn sie wissen, dass hier einiges auf dem Spiel steht. Unter anderem auch der Fortbestand des Weltraumprogramms der USA. Was dann zu solch kuriosen Augenblicke führt, wo einige der führenden Köpfe der Weltraumbehörde darüber reden, ob der Präsident ein Telefongespräch mit den Apollo 11-Astronauten führen wird oder nicht.
Es mag kein runder Auftakt sein. Aber ein vielversprechender ist er es alle Mal. Die Saat ist quasi gelegt. Jetzt wird sich zeigen, was daraus entstehen wird.
Info
Regie: Seth Gordon
Story: Ronald D. Moore & Matt Wolpert & Ben Nedivi
Drehbuch: Ronald D. Moore
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