Mit dieser Folge fing eine der ambitioniertesten Adaptionen der letzten Jahre an.
Eine epische Saga wird adaptiert
SciFi-Geschichten gibt es schon seit Jahrhunderten. Im Laufe dieser Zeit haben natürlich jede Menge unterschiedliche Autoren und Autorinnen ihre Werke veröffentlicht. Doch nur wenige haben es wirklich zu Weltruhm gebracht. Und noch weniger haben Zeit ihres Lebens das Genre so geprägt, dass man ihre Namen schon fast ehrfürchtig nennt. Vor allem trifft dies auf Arthur C. Clarke, Robert A. Heinlein und Isaac Asimov zu, die man gerne als die „Besten Drei“ tituliert.
Viele ihrer Werke wurden im Laufe der Jahre verfilmt und haben so stellenweise Kultstatus erlangt. Bei Clarke war es seine Geschichte 2001: Odyssey im Weltraum, deren Filmadaption von Stanley Kubrik noch heute Maßstäbe setzte. Heinleins Starship: Troopers wurde sehr frei von Paul Verhoeven in Filmform gebracht und oft missverstanden. Und Asimov?
Asimov hatte ebenfalls viele Adaptionen. Doch keine blieb wirklich nennenswert in Erinnerung. Bis sich die Drehbuchautoren und Produzenten David S. Goyer (Blade, The Sandman) und Josh Friedman (Terminator: The Sarah Connor Chronicles, Fantastic Four: First Steps) zusammentaten, um die Foundation-Saga als Serie zu adaptieren. Die Reihe sollte dabei für Apples Streamingdienst Apple+ herauskommen.
Der Untergang droht
Für die Rollen wurden durchaus prominente Namen angeheuert. So sollte die Rolle des Hari Seldon wurde beispielsweise durch Jared Harris (Fringe) übernommen werden, derweil in die Figur des „Bruder Tags“, des Klonimperators Cleos von Lee Pace (Guardians of the Galaxy) übernommen wurde. Für Lou Llobell, die die Rolle von Seldons Schützling Gaal Dornick übernehmen sollte, war dies die erste Serienrolle überhaupt, derweil Laura Birn (The Ones Below) in die Haut der Gynoidin Demerzel schlüpfte.
Gaal Dornick (Lou Llobell) verlässt ihre Heimatwelt, das wissenschaftsfeindliche Synnax, um nach Trantor zu reisen, der Kernwelt des Imperiums. Sie hat einen mathematischen Wettbewerb gewonnen und soll nun für den berühmten Mathematiker Hari Seldon (Jared Harris), dem Erfinder der Psychohistorie, arbeiten. Doch der fordert sie heraus, dass sie für ihn seine Berechnungen überprüfen soll, um herauszufinden, ob er mit seiner neusten falsch lag oder nicht.
Denn er hat herausgefunden, dass Imperium untergehen wird und der Menschheit 10.000 Jahre Dunkelheit drohen. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, diese Zeit auf 1000 Jahre abzukürzen. Nur, ob er damit Gehör findet, bleibt fraglich, da das Imperium ihn und Gaal als eine Bedrohung ansieht und entsprechend behandelt.
Eine visuelle Meisterleistung
Es ist natürlich ein Wagnis, ein solches Werk wie Asimovs Foundation-Reihe zu adaptieren. Vor allem auch deshalb, weil der Stil des Autors selbst nun nicht gerade sehr adaptivfreundlich ist. Er setzt sehr auf Dialoge, bei dem der Rest des Universums sozusagen im Hintergrund verschwimmt. Was vermutlich mit Grund dafür sein dürfte, dass sich bei der Serienadaption nicht allzusklavisch an die Vorlage gehalten wurde, sondern „nur“ der Geist der Geschichte sowie einige Figuren mit übernommen.
Doch selbst das reicht aus, um in den Sog der Serie gezogen zu werden. Man merkt, dass die Reihe ein Riesenbudget erhalten hat und dies auch gut einzusetzen wusste. Denn visuell ist die Auftaktepisode Der Frieden des Kaisers grandios. Fast wirkt es so, als ob man hier einen epischen SciFi-Film sieht, jedoch keine SciFi-Serie. Es gibt wiederholt Details, wo man am liebsten innehalten möchte, um alles noch mal in Ruhe zu studieren. Seien die Wandbilder im kaiserlichen Palast, der Weltraumaufzug oder die Sprungraumschiffe… Es sieht einfach nur fantastisch aus.
Doch alles Visuelle bringt nichts, wenn die Story und die Schauspieler nicht überzeugen können. Zum Glück schafft es die Auftaktepisode größtenteils zu begeistern. Es sind nur ein paar Kleinigkeiten, wo es etwas zu nörgeln gibt. Aber ansonsten ist die Episode großartig.
Eine Bedrohung für das Altbewährte
So verfällt man ohne weiteres dem Charme des Kaisertrios, Bruder Morgen, Bruder Tag und Bruder Dämmerung, die eigentlich ein und dieselbe Person sind, allerdings nur unterschiedlich alt. Man sieht, wie Bruder Tag liebevoll mit seinem jüngeren Ich umgeht, nur um in einer anderen Szene zu sehen, wie er einen Wandmaler ohne zu zögern exekutiert, nur weil in dessen Quartier das Werk von Hari Seldon gefunden wurde. Auch andere Taten zeigen, dass das Imperium sehr selbstbewusst auftritt, gleichzeitig aber ebenso schon fast paranoid ist, was potenzielle Gefahren angeht.
Und Hari Seldon wird als eine solche Bedrohung angesehen. Seine Psychohistorie und seine Vorhersage, dass das Imperium untergehen wird, ist für die Herrschenden empörend. Ebenso wie seine Aufforderung, die genetische Dynastie, das wiederholte Klonen ein- und derselben Person, aufzugeben. Die Imperatoren wissen es augenscheinlich besser und reagieren schon fast überempfindlich, wenn etwas ihre gewohnten Traditionen stört.
Und gestört werden die in Der Frieden des Kaisers sehr deutlich. Eben weil der von Seldon vorhergesagte Untergang beginnt einzutreten. Weshalb auch das Exil, das Seldon und seinen Leute am Ende der Folge bevorsteht, bestenfalls nur eine oberflächliche Gnade ist. In Wahrheit hoffen die Imperatoren, dass sich dieses Problem auf Terminus, der neuen Welt, von selbst dauerhaft zu ihrer eigenen Zufriedenheit löst.
Wenn auch das Gute Grauschattierungen hat
Es wäre natürlich einfach, wenn man jetzt meinen könnte, die Sympathien sind eindeutig verteilt. Aber dem ist nicht so. Im Gegenteil: Sowohl die „Bösen“, wie auch die „Guten“ haben stellenweise wahre Grauschattierungen. Vor allem Hari Seldon selbst entpuppt sich im Laufe der Folge als eine Art Puppenspieler, der Gaal Dornick dahin gehend manipuliert, dass sie seine Berechnungen überprüft und bestätigt. Er hat ein großes Ziel: Die Foundation, die Basis, auf der die Menschheit nach 1000 Jahren neu anfangen kann. Und dem ordnet er alles unter.
Leidtragende ist dabei Gaal Dornick. Sie ist heimatlos, nachdem sie ihre Heimatwelt hinter sich gelassen hat, in der Hoffnung bei Hari Seldon eine neue Heimat zu finden. Nur um dann am Ende Trantor zu verlassen und nach Terminus zu fliegen, wo die Basis für die Foundation gegründet werden soll. Wiederholt muss sie erfahren, dass Personen, denen sie anfängt zu vertrauen, nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Wie sich das langfristig auf ihre Persönlichkeit auswirkt, bleibt aktuell unklar.
Eigentlich ist dies eine grandiose Auftaktfolge. Wäre da nicht die Tatsache, dass es ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln gilt. Manchmal hat man das Gefühl, dass bei den Charakterisierungen Abkürzungen genommen wurden, bzw. diese für die Plotentwicklung geopfert wurden. So kriegt man mit, dass einer der Mitreisenden von Gaals Flug ein Agent des Imperiums war, was man jedoch schon von Anfang an geahnt hat. Oder als man erfährt, dass einer der Helfer von Hari Seldon ihn und auch Gaal verraten hat, wobei hier eine persönliche Beziehung angedeutet wird, die allerdings nie aufgebaut worden ist.
Meckern auf hohem Niveau
Und als dann später der Weltraumfahrstuhl auf die Erde kracht, sieht man, wie Hari und Gaal Staub und aschebedeckt aus einem Gebäude kommen. Wie sie dorthin kamen, bleibt unklar, denn es ist nicht dasselbe, was man zuvor gesehen hat.
Doch am Ende ist dies Kritik auf hohem Niveau. Es ist ein großartiger Auftakt, der Bock macht auf mehr.
Info
Drehbuch: David S. Goyer & Jane Espenson
Regie: David S. Goyer
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