Es gibt Im Zentrum der Dunkelheit endlich Antworten.

Eine Nachricht durch die Zeit
Endlich erreicht die HYPERION den Dunklen Wanderer. Doch als das Schiff am Ziel ankommt, muss die Besatzung erkennen, dass eine Überraschung auf sie wartet. Auf der Oberfläche des Planetoiden herrscht Leben und eine umkämpfte, stille Zone.
Auf eine Nachricht an Noriko Ishida hin werden Jayden Cross, Janis Tauser, Sarah McCall und Tess Kensington in diese Zone translosziert. Dort erwarten sie Prüfungen, die, als sie sie bestehen, zu einer Person führen, die auf sie gewartet hat. Im Folgenden erhalten sie jede Menge Antworten, derweil die HYPERION im Orbit sich gegen einen Angriff eines fremdartigen Raumschiffes erwehren muss.
Praktisch seit Beginn der Serie, seit dem ersten Abenteuer der HYPERION, häufen sich die Fragen an. Und auch wenn Andreas Suchanek einem immer wieder kleinere Informationsbrocken hinwarf, die etwas Licht ins Dunkel brachten, die große Aufklärung gab es nie. Im Gegenteil: Diese kleinen Momente der Wahrheit führten zu noch mehr Fragen.
Jede Menge Fragen, jede Menge Antworten
Mit Im Zentrum der Dunkelheit nimmt sich der Autor jetzt einen ganzen Roman Zeit, einen Großteil dieser Fragezeichen zu beantworten. Es werden zwar jede Menge Mysterien aufgeklärt, aber ein paar bleiben am Ende noch vorhanden. Schließlich muss dem Leser ja einiges geboten werden, damit er auch in die zukünftigen Romane reingucken wird.
Dabei baut Andreas Suchanek diese große Aufklärung sehr gut auf. Erneut lässt er die tote Ione Kartess auftreten, um eine Nachricht über die Zeit hinweg an die HYPERION zu übermitteln. Danach lässt er seine vier Auserwählten kleinere Abenteuer durchlaufen, in deren Verlauf sie zu Wahrheiten über sich selbst kommen. Und nachdem all das geschafft ist, gibt es die Antworten. Ein mühsamer Weg dahin, aber einer, der sich lohnt, weil so Spannung aufgebaut wird.
Denn die Abschnitte von Im Zentrum der Dunkelheit, in denen Licht ins Dunkel gebracht wird, sind zwar erhellend und informativ. Aber gleichzeitig sind sie nicht in der Lage, den Roman alleine zu tragen. Es bedarf dazu eben des Aufbaus und dann der parallelen Handlung, dem Kampf der HYPERION gegen das Alien-Raumschiff.
Enthüllung reiht sich an Enthüllung
Doch diese Entscheidung des Autoren, sich zum einen nur auf die HYPERION-Handlungsebene zu konzentrieren und dann die Geschichte wie eben aufzubauen, war die richtige. Zu keinem Moment wird man das Buch zur Seite legen können. Man ist gefesselt, man will wissen, wie es weiter geht und man wartet auf den nächsten Informationsbrocken, der alles durcheinanderwirbeln wird.
Und von dieser Sorte existieren mehr als genug. Andreas Suchanek reiht eine Enthüllung an die andere. Er gibt dem Leser jede Menge Material zum Knabbern und so manches Ereignis wirkt auf einmal im Rückblick anders, als man es bislang dachte. Das betrifft vor allem die Taten der Assassinen des Ketaria-Bundes, von denen man jetzt erfährt, was sie dazu motiviert hat. All dieses Wissen muss man erst mal sacken lassen, weil es einfach so unfassbar viel ist und einen schier zu überwältigen droht.
Da ist es gut, dass der Autor in Im Zentrum der Dunkelheit parallel zu diesen Ereignissen eine Verteidigungsschlacht der HYPERION einbaut. Auch diese Handlung ist nervenaufreibend. Weil der Gegner sich nicht mit herkömmlichen Mitteln besiegen lässt und jede Menge intelligenter Manöver benötigt. Der Kampf bringt leider Opfer mit sich, darunter ein Besatzungsmitglied, das gegen Ende des Romans im Koma liegt und bei dem nicht klar ist, ob es jemals aufwachen wird.
Ein mieser Cliffhanger
Der Band endet auf einem ziemlich miesen Cliffhanger. Doch immerhin lässt die Vorschau auf den kommenden Roman einen Hoffnungsschimmer erahnen. Wobei der nur gering ausfällt.
Insgesamt kann man Im Zentrum der Dunkelheit nur wärmstens empfehlen. Es ist ein Höhepunkt der bisherigen Heliosphere 2265-Reihe.
Info
Autor: Andreas Suchanek
Verlag: Greenlight Press
Erschienen: 07/2014
Einband: eBook
Seiten: 97
ISBN: 978-3-944652-98-6
Sonstige Informationen: Produktseite
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