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Steh auf und kämpfe heißt es für die Protagonisten von Iron Fist.

Ernüchternd

Nach seinem Duell mit den Kämpfern der Hand kommt Danny Rand (Finn Jones) bei Harold Meachum (David Wenham) vorbei und hilft diesem, zwei andere Leute der Organisation zu bekämpfen und zu töten. Später trifft er sich mit Coleen Wing (Jessica Henwick) und beginnt eine Beziehung mit ihr. Am nächsten Tag sieht er, wie Madame Gao (Wai Ching Ho) einfach so in Rand Enterprises hereinspaziert, anscheinend als offizieller Kunde der Firma.

Damit die Hand ihm nicht auf die Schliche kommt, bringt derweil Harold seinen Sohn Ward (Tom Pelphrey) dazu, die Leichen zu entsorgen. Doch für den Junior wird all dies langsam zu viel, weshalb er beschließt, mit veruntreutem Geld einfach abzuhauen. Jedoch reicht der Arm seines Vaters weit. Unter dessen versucht Joy (Jessica Stroup), die Firma zu retten, wobei ihr allerdings Danny am Ende einen Strich durch die Rechnung macht.

Zweifel führen zum Tod war ein Lichtblick. Die Hoffnung, dass die Iron Fist-Serie sich jetzt endlich gefunden hat und qualitätstechnisch besser werden würde. Steh auf und kämpfe ist die ernüchternde Erkenntnis, dass das wohl zu viel der Hoffnung war.

Blutrünstig

Was in dieser Episode auffällt, ist, dass diese Folge sehr blutrünstig und gewalttätig daher kommt. Man sieht hier Leichen mit eingeschlagenem Gesicht und abgeschnittene Finger und einen Danny Rand, der ohne zu zögern bereit ist, Leute zu töten. Dieser Akt der Gewalttätigkeit ist in der Serie etwas Neues. Vor allem diese detaillierte Darstellung hatte man hier bislang noch nicht.

Klar, Daredevil war, was den Grad der Gewaltdarstellung anging kein Kind der Traurigkeit, weshalb man das gewohnt sein sollte. Aber hier in Steh auf und kämpfe kommt das doch etwas zu sehr aus dem Nichts, und man fragt sich, was das soll. Ob die Reihe damit auch die Altfans der Netflix-Marvel-Serien anlocken möchte? Wenn ja, gelingt das nur bedingt.

Auch die Romanze zwischen Daniel Rand und Colleen Wing kann nicht überzeugen. Sie fühlt sich forciert an, übers Knie gebrochen. Sie wurde einfach nicht richtig aufgebaut. Man hat immer noch im Kopf, dass sich Danny gegenüber Colleen wie das letzte Arschloch aufgeführt hat. Und jetzt machen ein Abendessen und ein gemeinsames Abenteuer alles besser? Das überzeugt nicht, bei Weitem nicht.

Eine alte Dame überzeugt

Aber es ist nicht alles verkehrt an Steh auf und kämpfe. Die Szenen, in denen Danny Rand mit Madame Gao beschäftigt ist, gehören zu den allerbesten der Episode. Die alte Dame spielt förmlich mit der Iron Fist, scheint ihn zu manipulieren. Sie versucht, Zweifel in ihm zu erwecken, dass sein Vater wirklich der war, an den er sich meint zu erinnern. Und sie scheint sich seiner Präsenz stets bewusst zu sein.

Klar, damit wirkt der Titelheld der Serie wie der letzte Dorftrottel, weil er sich an der Nase herumführen lässt. Aber wenn man sich die bisherigen Episoden angeguckt hat, scheint das bei seiner Darstellung eh ein gängiges Thema bei ihm zu sein. Schließlich fällt er auch auf die glatten Lügen von Harold Meachum rein und glaubt diesem unbesehen alles, was er von sich gibt. Was über die Intelligenz des Heroen viel aussagt.

Harold Meachum ist aber auch ein Highlight von Steh auf und kämpfe. Eiskalt lenkt er die Geschicke von Danny und seinem Sohn Ward so, dass er davon profitiert. Dabei wird vor allem klar, wie sehr er sein Kind nur als ein besseres Werkzeug ansieht. Stets mischt er sich ein, verlangt von ihm unter anderem, dass er die Leichen der Attentäter entsorgt, ohne sich zu erkunden, wie es ihm geht oder ihm, als ihm angesichts der Leichen kotzübel wird, irgendwie entgegenzukommen. Das hat am Ende der Folge Konsequenzen, die einmal mehr dafür sorgen, dass man darauf gespannt ist, was da jetzt noch kommen wird.

Eindimensional

Bei Joy Meachum hat man den Eindruck, dass sie nur für die Firma lebt. Jedenfalls dreht sich bei ihr alles um diese. Sie versucht, sie schützen, was sie immer wieder betont. Man hat das Gefühl, dass diese ihr gesamtes Leben ausmacht und sie kein Privatleben hat. Was sich auch in dieser Episode zeigt. Zwar ist sie für ihren Bruder da, aber eben nur dann, wenn es darum geht, Schaden von der Firma abzuwenden. Das macht sie zu einer sehr eindimensionalen Figur.

Steh auf und kämpfe ist leider wieder ein Rückfall in alte, mittelmäßige Zeiten.

 

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Götz Piesbergen

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