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Ob Segenvoller Schmerz wirklich das ist, was Danny Rand erfährt?

Ein schmerzhaftes Anschauen

Danny Rand (Finn Jones) hat vor, die Geschäfte von Madame Gao zu sabotieren. Dazu reisen er, Colleen Wing (Jessica Henwick) und Claire Temple (Rosario Dawson) nach China, demselben Ort, wo auch sein Vater hinreisen wollte, ehe sein Flugzeug abstürzte. Sie erkunden das Gelände, werden allerdings erwartet, weshalb sie sich den Weg zum Ziel freikämpfen müssen.

Ward Meachum (Tom Pelphrey) hat seinen Vater getötet, Danny Rand vertrieben und ist nur allzubereit, das Abfindungsangebot von dem neuen Vorstand von Rand Enterprises anzunehmen, zur Not auch hinter dem Rücken seiner Schwester Joy ((Jessica Stroup), die nicht bereit ist zu unterschreiben. Doch seine Schwester macht ihm einen Strich durch die Rechnung, in dem sie ablehnt. Stattdessen will sie den neuen Vorstand mit kompromittierenden Bildern erpressen.

Das Ansehen von Segenvoller Schmerz hat bei mir ein Gefühl von Pein verursacht, dass sich nicht als segenvoll oder segenreich erwiesen hat. Noch schlimmer: Über weite Teile der Folge hatte ich das Gefühl, dass die Macher der „Iron Fist“-Serie ohne Plan agiert haben. Es gibt hier Logiklücken und so manche Inszenierung ist … alles andere als gut.

Ein vielversprechender Anfang

Dabei fängt die Episode vielversprechend an. Man sieht, wie Danny entdeckt, dass Harold ermordet wurde und Ward die Situation zu seinem Vorteil ausnutzt, um ihn zu verscheuchen. Alles sieht danach aus, als ob der Bruder von Joy Meachum endlich Oberwasser gewinnt, was für die Serie sicherlich nicht verkehrt ist.

Doch danach verliert Segenvoller Schmerz immer mehr und mehr Luft. Es fängt schon damit an, dass Danny Rand beschließt, nach China zu reisen und dabei wieder seine arrogante Seite hervorkehrt, da er ja die Iron Fist ist, und es seine Bestimmung sei, die Hand zu besiegen. Da wundert es, wieso dann Colleen Wing und Claire Temple ihn dahingehend überzeugen können, dass sie mitkommen können.

Und auch im Flugzeug hat man das Gefühl, das Danny ein wenig zu sehr von sich selbst eingenommen ist, weshalb die Macher der Serie vermutlich eine Szene eingebaut haben, wo er, als der Flieger einige Turbulenzen durchfliegt, eine Panikattacke bekommt, nur, dass das sehr aufgesetzt wirkt. Außerdem fragt man sich, wie Danny diesen Privatflug überhaupt bezahlt, jetzt, wo er eigentlich von der Firma, die ihm gehört, gefeuert wurde. Die Abfindung hat er ja nie unterzeichnet.

Viele Ungereimtheiten

Es bleibt nicht die einzige Ungereimtheit in Segenvoller Schmerz. Die Nächste wartet dann beim Setting auf. Die Episode behauptet, dass Danny, Colleen und Claire in China gelandet sind. Trotzdem wirkt die ganze Umgebung amerikanisch und nicht asiatisch. Chinesische Schriftzeichen und asiatische Schauspieler sorgen noch nicht dafür, dass es glaubwürdig wirkt, dass die Handlung jetzt in diesem fremden Land stattfindet.

Und es wird noch wilder. Colleen erzählt kurz zuvor davon, dass sie von ihrem Vater nach Japan geschickt wurde, nachdem ihre Mutter verstorben war. Kurz darauf spricht sie jedoch einen Bettler auf Chinesisch an, woraufhin die Unterhaltung dann ins Englische wechselt. Das ist alles sehr wild und nicht glaubwürdig!

Und dann kommt es in Segenvoller Schmerz zu den Duellen mit den Soldaten der Hand. Colleen darf gegen jemanden antreten, die, welch Zufall, ebenfalls mit einer Klinge kämpft, derweil Danny sich mit jemanden messen darf, der im Drunken-Kung-Fu-Stil kämpft und ihm körperlich und mental ziemlich zusetzt.

Empfindungen? Null

Das Interessante ist, dass am Ende der Auseinandersetzung die Iron Fist kurzfristig die Kontrolle über sich verliert und ihn beinahe zu Tode prügelt. Und auch sonst benimmt sich Danny Rand nicht sehr erwachsen, sondern wie ein emotionales Baby, das am Ende sogar weint und Schwierigkeiten hat, die Iron Fist hervorzurufen. Dass damit der Figur kein Gefallen getan wird, ist selbstverständlich.

Auch irritiert es, wie einfach Madame Gao am Ende von Segenvoller Schmerz gefangengenommen wird. Ihre Bodyguards werden in Nullkommanichts besiegt, was angesichts der vorherigen Kämpfer, mit denen die Helden so schwer zu kämpfen hatten, sehr irritiert. Und dann versucht sie zu fliehen? Es wäre schön, wenn man sagen könnte, dass dies alles ein Trick ist, um Danny zu manipulieren, doch wird nicht der Eindruck erweckt, als ob all das, was geschehen ist, geplant war.

Und auch der Plot um Joy und Ward lässt einen unbefriedigt zurück. Zwar ist es schön zu sehen, wie Ward nur an sich selber denkt. Doch als er dann seine Schwester konfrontiert und die Worte hin- und herfliegen … es lässt einen kalt. Man empfindet nichts für diese Figuren, weil sie bislang auch nicht sonderlich charakterisiert wurden. Joy sagt beispielsweise zu ihrem Bruder, dass er nichts über ihr Privatleben weiß. Der Zuschauer weiß es allerdings ebenfalls nicht, weil man bisher nur die Firmenchefin kennengelernt hat und nicht die Privatperson.

Das war eine verdammt schwache Episode!

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Götz Piesbergen

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