Spotlight: Jason Isaacs

Lesezeit circa: 5 Minuten

Bei dem Namen Jason Isaacs denken viele sofort an Lucius Malfoy aus Harry Potter oder auch an Captain Gabriel Lorca aus Star Trek: Discovery. Wer ist der Mann hinter diesen Charakteren?

Liverpool und London

Jason Isaacs wurde am 6. Juni 1963 in Liverpool/UK geboren. Seine Eltern Sheila und Eric Isaacs stammen beide aus jüdischen Familien, deren Vorfahren aus Weißrussland, Russland und Polen nach England eingewandert waren. Die sechsköpfige Familie – Jason Isaacs hat drei Brüder – lebte zunächst in Liverpool. Später siedelte sie nach London um, wo Issacs eine Jungenschule besuchte.

Seine Kindheit war nicht wirklich schön. Sie war geprägt durch Antisemitismus und Anfeindungen. Vor allem in den 1970er- und 1980er-Jahren war Isaacs Zielscheibe einiger Mitglieder der rechtsextremistischen British National Front. Isaacs erzählte 2013 in einem Interview mit der Londoner Zeitung Independent von seinen Erlebnissen aus der Zeit. Familie, Freunde und er selbst wurden angegriffen, Fensterscheiben wurden eingeworfen. Vor allem an jüdischen Feiertagen sei die Gewalt sehr spürbar gewesen.

Nach seinem Schulabschluss begann er an der Bristol University Rechtswissenschaften zu studieren. 1985 schloss er das Studium erfolgreich ab und wandte sich einem anderen Fach zu. Während seines Studiums hatte er Theaterstücke inszeniert und auch selber als Darsteller mitgewirkt. Er besuchte daher die Royal Central School of Speech and Drama in London (kurz RCSSD), eine speziell auf den Beruf des Schauspielers ausgerichtete Schule.

Eine Karriere kommt ins Rollen

Bereits im selben Jahr, in dem er seinen Abschluss an der Schauspielschule machte, gab er sein Film-Debut in The Tall Guy (1989), wo er einen Arzt verkörperte. Zuvor hatte er bereits 1988 Auftritte in den TV-Serien This is David Lander und A Quiet Conspiracy. Später wirkte er in der Serie Capital City mit.

1997 schaffte er den Sprung nach Hollywood. In Event Horizon spielte er den Charakter D. J. Im darauffolgenden Jahr bekam er die Rolle des Dr. Ronald Quincy in dem Film Armageddon.  Weitere Filme folgten. Isaacs hatte Rollen in The Patriot, Black Hawk Down, Resident Evil, The Tuxedo und viele mehr. Man kann sagen, dass er ein gefragter Schauspieler war und ist.

2002 übernahm er eine Rolle, mit der er wohl für immer verknüpft sein wird. Er spielte in Harry Potter and the Chamber of Secrets den Zauberer Lucius Malfoy. Diese Rolle übernahm er auch in den folgenden Harry Potter Verfilmungen. Dabei war er zunächst gar kein Fan der Bücher und konnte die Besessenheit seiner Freunde nicht nachvollziehen. Dann setzte er sich hin und begann zu lesen. Er las die ersten vier Bände in einem Rutsch durch: »I read all four books in one sitting […] I suddenly understood, why my friends had been so addicted to these children’s books. They’re like crack!«
Ironischerweise nennt Harry Stamper (Bruce Willis) in Armageddon Dr. Ronald Quincy (Jason Isaacs) „Mr. Wizard“.

2017 stieß er ins Star Trek-Universum und übernahm die Rolle des Captain Gabriel Lorca in Star Trek: Discovery.

Jason Isaacs

Auf der Bühne und im Synchronstudio

Schon 1992 trat Jason Isaacs im Theater auf. Unter anderem spielte er am Royal National Theatre in London, wo er vorzugsweise jüdische Charaktere darstellte. Später wurde seine Auftritte spärlicher. Seit 2007 widmet sich Isaacs jedoch wieder vermehrt der Bühne.

Auch als Synchronsprecher war er tätig. Seit 1994 verleiht er seine Stimme und war zunächst in verschiedenen Videospielen zu hören. 2005 gab er Commander Zhao in der Serie Avatar: The Last Airbender seine Stimme, 2011 sprach er das Flugzeug Siddeley in dem Film Cars 2. Zuletzt verlieh er seine Stimme 2018 in der Serie Robot Chicken.

Keine Fotos

Wirklich keine? Nicht ganz. Ich habe Jason Isaacs auf der FedCon 2018 gesehen. Seine Panels haben mir sehr gefallen. Er hat eine angenehme Art des Vortragens und spickt seine Anekdoten mit humorvollen Einlagen. Auch auf Fragen aus dem Publikum geht er gerne ein. Nur eins sollte man nicht tun: Ihn während seines Auftritts zu fotografieren. Das mag er überhaupt nicht, da er ein Blitzlichtgewitter dann als störend empfindet. Fotografieren darf man aber dennoch gerne. Ganz zu Beginn seiner Panels gibt er den Zuschauern ein paar Minuten Zeit, Fotos zu machen, bevor sich alle in Ruhe dem Vortag und den Fragen zuwenden können.

Privatleben

Über sein privates Leben ist nicht viel bekannt. 1988 heiratete er Emma Hewitts. Hewitts ist bekannt als BBC-Dokumentarfilmerin. Das Paar hat zwei Töchter, Lily (geb. 2002) und Ruby (geb. 2005). Isaacs ist ein großer Comic-Fan. Als Kind besaß er eine große Sammlung an Marvel– und DC-Heften.

Über sich selbst sagt der Schauspieler:

„Every time I make a plan, God laughs at me.“

Möglich, dass er ausgelacht wurde. Erfolgreich war und ist er trotzdem.

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Kirsten Pevestorf
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Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.

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