Diese Folge versucht die Handlung für die restlichen Folgen vorzubereiten, schafft dies allerdings nicht ganz.
Zeit vergeht
2026: John Stewart (Aaron Pierre) hat das Dasein als Lantern hinter sich gelassen und mit seinem Bruder ein erfolgreiches Architektenbüro gegründet. Dann erfährt er, dass Hal Jordan (Kyle Chandler) aus dem Gefängnis entlassen worden ist und in Rushville lebt. Er versucht wohl, Buße zu tun und möchte sich mit John treffen.
Widerwillig reist dieser zu dem Städtchen, doch das Treffen mit Hal verläuft, wie erhofft. Dieser beleidigt ihn, so das John ihn niederschlägt und abreisen will. Nur um dann kurz darauf einen Anruf von Sheriff Kerry (Kelly Macdonald) zu kriegen, die ihn zu dem Leichnam seines einstigen Mentors führt.
John ist von da an hin- und hergerissen. Einerseits versucht er, seinen Laden weiter zu führen, auch wenn dessen Erfolg dadurch, dass er in Rushville bleibt, leidet. Andererseits versucht er, Hal in Würde zu beerdigen und sein Erbe zu verwalten. Was allerdings nicht so ganz einfach ist.
Geändert und immer noch ein Arschloch
Es ist natürlich schwer, an das grandiose Konsequenzen anzuschließen. Doch Schlecht fürs Image versucht exakt dies. In dem es zum einen einen Zeitsprung einbaut, um den Teaser vom Ende der ersten Folge wieder aufzunehmen. Aber andererseits auch, in dem es Material für die kommenden Episoden vorzubereiten.
Es war natürlich ein Schock, zu erfahren, dass Hal Jordan umgebracht worden ist. Aber man war auch neugierig, wie es dazu kam. Wieso er sich nicht wehrte oder seinen Ring einsetzte. Zumindest Letzteres wurde durch die Ereignisse der vorigen Episode geklärt. Denn er war zum Zeitpunkt seines Todes keine Green Lantern mehr.
Was er aber noch war, war ein Arschloch. Zumindest gegenüber John Stewart, den er ja bei ihrem Wiedersehen wieder provoziert und sich entsprechend eine einfängt. Dieses Verhalten ist eine gewisse Diskrepanz zu der Info, dass er sich angeblich geändert haben sollte. Nämlich darum bemüht, Buße zu tun, Gutes zu tun. Was allerdings, wie man erfährt, nur bedingt funktioniert hat.
Was ist seine Motivation?
Es wird dabei ein Kontrast erzeugt. Wo Hal quasi alles verloren hat, was ihm etwas bedeutet hat, hat John sich hingegen etwas Neues aufgebaut. Er ist ein erfolgreicher Architekt, scheint sich mit einem seiner Brüder gut zu verstehen, kurz, er hat seine Vergangenheit hinter sich gelassen.
Weshalb sein Verhalten in dieser Folge dann auch so merkwürdig wirkt. Denn er scheint mit allen Mitteln und Wegen zu versuchen, Hal in Würden zu beerdigen zu wollen. Was sogar so weit geht, dass er sein anderes Leben vernachlässigt. Sein Verhalten sorgt dafür, dass der Firma ein wichtiger und sicher geglaubter Auftrag entgeht. Und wiederholt hört man, wie er betont, dass es ihm etwas Leid tut und dass er versuchen will, es wieder gut zu machen. Aber je länger die Folge dauert, desto mehr kommt der Verdacht auf, dass er dies nur halbherzig und automatisch sagt. Dass ihm in Wahrheit etwas anderes wichtiger ist. Und der Verdacht bestätigt sich am Ende der Folge.
Und hier greift die große Kritik. Denn die Episode versäumt es, die Motivation von John glaubwürdig aufzubauen. Im Gegenteil: Es wird ja sogar immer wieder gezeigt, dass er mit diesem Leben im Prinzip abgeschlossen hat. Dass er weitergezogen ist.
Ein besonderer Gast
Gleichzeitig wird auch viel Zeit darauf verwandt, zu zeigen, dass Hal sich und sein Werk überschätzt hat. Und so wird seine Beerdigung und die Trauerrede, die er selber geschrieben hat, für einen ziemlich fahlen Scherz genutzt. Und das hätte nicht sein müssen.
Wobei er mit seinem übergesunden Ego nicht alleine ist. Auch Guy Gardner hat so eins. Der Gastauftritt von Nathan Fillion ist wunderbar, weil sich wieder einmal zeigt, was für ein Arschloch er ist. Dass er sogar ein Signal in der Stadt platziert, womit man ihn jederzeit herbeirufen kann. Was in Rushville jedoch nicht sonderlich gut ankommt, wie man sieht. Und er lässt sich sogar Zeit, dem Signal Folge zu leisten.
Sehr schön sind die kleinen Eindrücke, die man von der Stadt erhält. Dass diese nach dem Kampf gegen den Manhunter den Bach runtergegangen ist. Dass sie ein Schatten ihrer selbst ist. Das ist etwas, was nur selten in den Comics oder Filmen präsentiert wird.
Man merkt, dass die Episode versucht, die Handlung für die kommenden Folgen aufzubauen. Doch schafft sie es nicht, Johns Motivation glaubwürdig rüberzubringen. Was schade ist.
Info
Regie: Stephen Williams
Drehbuch: Justin-Britt Gibson, Damon Lindelof
Showrunner: Chris Mundy
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