[TOS 013] Notlandung auf Galileo Sieben

Lesezeit circa: 5 Minuten

In „Notlandung auf Galileo Sieben“ muss Spock seine Qualität als Führungsoffizier unter Beweis stellen. Doch sind nicht alle mit seiner Logik einverstanden.

Staffel 1, Folge 16 – Sternzeit 2821,5 – 2823,1
„Notlandung auf Galileo Sieben“ – „The Galileo Seven“

Die Handlung von „Notlandung auf Galileo Sieben“

Die Enterprise soll Medikamente nach Marcus III bringen, da dort eine Epidemie wütet. Auf dem Weg dorthin entscheidet Captain Kirk, eine Formation von Quasaren zu untersuchen. Dem Galaktischen Hochkommissar Ferris, der ebenfalls an Bord ist, missfällt dies sehr. Er drängt zur Eile, da die Situation auf Marcus III kritisch ist.

Ein wissenschaftliches Team unter der Leitung von Commander Spock wird zur Erforschung der Quasare entsendet, muss jedoch auf Taurus II notlanden. Die Quasare blockieren sowohl die Sensoren, als auch den Funkkontakt beider Schiffe. Dadurch ist das Forschungsteam auf sich gestellt.

Kirk versucht die verschollene Galileo und die Crewmitglieder zu finden, hat jedoch nur begrenzt Zeit dazu. Dabei gestattet Ferris ihm keinen Augenblick länger, als er selbst für vertretbar hält.

Auf Taurus II begegnet Spock der unangenehmen Lage mit glasklarer Logik. Scott soll das Shuttle wieder flugtauglich machen. Währenddessen erkunden die anderen die ungemütliche Umgebung. Dabei kommen Lt. Gaetano und Lt. Latimer ums Leben, als sie von riesenhaften primitiven Wesen angegriffen werden. Spock zieht durch sein vulkanisch-emotionsloses Verhalten den Zorn der Überlebenden auf sich. Trotzdem werden seine Befehle, wenn auch widerwillig, befolgt.

Nachdem Scott das Shuttle halbwegs repariert hat, müssen die beiden Toten, als auch diverse Ausrüstung zurück bleiben, da die Galileo nur noch ein geringeres Gewicht tragen kann.

Die Enterprise, wie Spocks logische Schlussfolgerung lautet, hat inzwischen Kurs auf Marcus III gesetzt. Daraufhin zündet er die Triebwerke der Galileo, um ein auffälliges Signal zu erzeugen.
Entgegen Ferris Willen lässt Kirk den Kurs ändern und die Besatzung der Galileo wird im letzten Moment gerettet.

Notlandung auf Galileo Sieben
Die Sieben der Galileo ©CBS
Kritik

In dieser Episode setzen die Autoren auf den beliebten Plot des Wettlaufes gegen die Zeit. Kirks Zeitfenster ist klein und schrumpft rapide. Die Chancen, die Galileo zu finden sind gering, denn er muss die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen suchen. Dabei nagt nicht nur die Verantwortung an ihm, sondern auch der Gedanke, dass er eventuell seine engsten Freunde verloren haben könnte. Denn sowohl Spock als auch McCoy befinden sich unter den Vermissten. Selbstverständlich versucht Kirk daher alles, um das Shuttle zu finden. Er legt sich sogar mit dem Galaktischen Hochkommissar an. Dies kann Kirk seine Karriere kosten, was er billigend in Kauf nimmt. Was uns zu der typischen Frage in Star Trek führt: „Wessen Wohl wiegt schwerer? Das der Vielen oder das der Wenigen?“

Die Frage bietet unterschiedliche Antworten, je nachdem von welcher Position aus man sie betrachtet. Zumindest greift Kirk nach jedem Strohhalm, der sich ihm bietet. Jedoch muss er sich geschlagen geben, als die gesetzte Frist abläuft. Die Millionen, die der Seuche auf Marcus III zum Opfer fallen könnten, sind wichtiger als sieben verschollene Crewmitglieder, so sehr sie auch für Kirk und die restliche Crew von Bedeutung sein mögen.

Auf Taurus II lässt sich verfolgen, wie zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander prallen. Abseits von der Hierarchie der Offiziersränge und der Befehlsgewalt, beginnt ein Konflikt zwischen Mensch und Vulkanier. Beide Seiten verstehen einander nicht. Dabei reagiert die menschliche Crew sehr emotional und die vulkanische Seite wird immer strenger und kälter. Ein Kompromiss scheint nicht möglich. Spock folgt, wie es Art der Vulkanier ist, einem rein logischen Pfad. Allerdings scheint er zu vergessen, dass unter seinem Kommando Menschen stehen, die mit Angst, Trauer, Wut und Unverständnis reagieren.

Was mir hier fehlt, ist ein Kompromiss. Zwar versucht McCoy teilweise die Wogen zu glätten, aber eine richtige Annäherung fehlt. Beide Seiten wollen keinen Schritt auf die Gegenseite zu machen. Spock weigert sich, von seiner Logik abzuweichen. Die restliche Crew macht keinen Versuch, seine Vorgehensweise zu verstehen. Selbst in einer so fortschrittlichen Welt, sind die typischen verhärteten Strukturen sichtbar: Der eigene Weg ist der richtige, andere werden nicht respektiert. Und das gilt nicht nur für die Menschen, sondern auch für Vulkanier.

Fazit: Zwar wirken die primitiven Riesen unfreiwillig komisch statt gefährlich, nichtsdestotrotz ist diese Folge eine interessante, mitreißende Erzählung.

Funfacts:
  • Grundlage von „Notlandung auf Galileo Sieben“ war ein alter Film von 1939 (Five Came Back). Überlebende müssen sich nach einem Flugzeugabsturz gegen Kopfgeldjäger verteidigen
  • Die DVD-Version wurde in „Notlandung der Galileo 7“ umbenannt.
Der deutsche Titel

Leider ist der deutsche Titel nicht gelungen. „Notlandung auf Galileo Sieben“ trifft es nicht im Geringsten, denn nicht der Planet, sondern das Shuttle heißt Galileo Sieben. Ich frage mich, wie es zu einer solch merkwürdigen Verwechslung kommen konnte. Der englische Titel ist daher weitaus treffender: „The Galileo Seven“ . Verbreitet ist auch die Interpretation, dass sich „The Galileo Seven“ auf die sieben Insassen des Shuttles bezieht.

Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.
Kirsten Pevestorf

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Ein Gedanke zu „[TOS 013] Notlandung auf Galileo Sieben

  • 10. August 2019 um 18:21
    Permalink

    „Verbreitet ist auch die Interpretation, dass sich „The Galileo Seven“ auf die sieben Insassen des Shuttles bezieht.“ Tut mir leid, wenn ich da mal so reingrätsche, aber der Titel hat nichts damit zu tun, dass es sich um Shuttle Nr. 7 handelt. Wäre das der Fall, würde der Titel kein „The“ tragen und es wäre „7“ anstelle von „Seven“.
    „The Galileo Seven“ heißt nichts anderes als „Die Sieben von der Galileo“, das ist nicht bloß eine Interpretation, sondern Sprachgebrauch.

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