Ein kleiner Scherz hat für Renegade Nell große Kosten.

Viel los

Nell (Louisa Harland) und Charles (Frank Dillane) sind zu Gast bei einer adeligen Teegesellschaft und piesacken sich gegenseitig. Doch dann bricht Herne der Jäger, gesteuert von Poynton (Adrian Lester), durch die Wand und greift Nelly an. Die kann sich zwar mit Hilfe von Billy Blind (Nick Mohammed) zur Wehr setzen, muss anschließend jedoch fliehen, als Sofia (Alice Kremelberg) mit einigen Kopfgeldjägern ankommt. Dabei wird George (Florence Keen) angeschossen.

In einer verlassenen Siedlung verarztet Nelly ihre jüngste Schwester, mus dann allerdings später einsehen, dass das Mädchen einen richtigen Arzt braucht. Gleichzeitig besorgt die Nachricht, dass Herne der Jäger aufgetaucht, Königin Anne, (Jodhi May) weil sein Auftauchen normalerweise den Tod eines Monarchen bedeutet. Und Sofia besucht Poynton und wünscht sich von ihm, in der schwarzen Magie unterrichtet zu werden.

Ein kleiner Scherz ist eine Episode, in der, trotz nur 41 Minuten Laufzeit, jede Menge los ist. Zum ersten Mal muss sich Nell einem Gegner stellen, den sie nicht so einfach besiegen kann. Und ihre Taten haben dieses Mal erhebliche Konsequenzen.

Risse bilden sich

Bereits in früheren Folgen konnte man erahnen, dass Nells großes Selbstbewusstsein im Grunde nur eine Fassade ist, hinter die sie ihre Sorgen und ihren Kummer verbirgt. Diese Fassade kriegt durch die Ereignisse in dieser Episode erhebliche Risse, weil sie zum ersten Mal sich eingesteht, dass ihre Taten nichts Gutes für die bedeutet, die ihr nahestehen. Die Szene, in der sie dies gegenüber Billy Blind gesteht, ist vielleicht eine der persönlichsten, die die Figur in der bisherigen Staffel hatte. Weil man sie noch nie so verwundbar gesehen hat.

Ob dies jetzt zu Recht oder Unrecht geschehen ist, muss man als Zuschauer selbst entscheiden. Sicherlich trägt sie durch ihr Verhalten in Ein kleiner Scherz mit dazu bei, dass die Situation eskaliert und George sich dadurch ermutigt fühlt, mitmischen zu meinen. Obwohl das Mädchen sich dabei eindeutig überschätzt.

Dass es daher zu einem Streit zwischen Nell und ihrer nächstjüngeren Schwester Roxy kommt, ist verständlich. Beide haben unterschiedliche Erfahrungen, unterschiedliche Sichtweisen auf die Dinge. Was eben dazu führt, dass sie sich gegenseitig anfahren. Aber, und das zeigt diese Folge auch, am Ende sind sie doch Familie und vertragen sich wieder.

Die wahre Antagonistin?

Der Kampf zwischen Nelly und Herne ist in Ein kleiner Scherz gut inszeniert und hat erhebliche Konsequenzen. Zunächst einmal scheint es so, als ob Poynton dadurch, dass er von Nell besiegt worden ist, einen Teil seiner Kräfte eingebüßt hat. Doch dann erhält er am Ende der Folge Besuch von Sofia, die sich von ihm in der schwarzen Magie unterweisen lassen möchte.

Das zeigt einmal mehr, dass die Schwester von Thomas Blancheford es faustdick hinter den Ohren hat. Sie lässt sich sicherlich nur unterweisen, weil sie neugierig ist. Sie ist ebenso auf ihren eigenen Vorteil aus, wie auch immer der aussehen mag. Und es würde mich nicht wundern, wenn am Ende sie die wahre Bedrohung ist, derer sich Nell ausgesetzt sieht. Einfach, weil die adelige Tochter, zuvor so unscheinbar erschien.

Das Charles Devereux gefangen genommen wird und vor Gericht landet, dient in Ein kleiner Scherz mehr dem Comedy Relief. Nicht, dass diese Folge nötig hätte, die es auch sonst schafft, trotz der ernsten Ereignisse immer wieder kleine lustige Momente einzustreuen. Aber hier tritt der Humor umso mehr in den Vordergrund. Allerdings wirkt der Plot wie eine Beschäftigungsmassnahme für den Adeligen und Räuber, damit er auftreten kann. Vermutlich wird man erst in der nächsten Folge sehen, was mit ihm geschehen wird und inwieweit dies für Renegade Nell wichtig wird.

Wer beruhigt hier wen?

Der Auftritt von Königin Anne ist insofern interessant, als dass man hier eine Person kennenlernt, die scheinbar viel auf übernatürliche Zeichen setzt. So ist sie es, die sich Sorgen macht, weil das Auftauchen von Herne den Tod eines Monarchen bedeutet. Zwar scheint sie sich wieder zu berappeln, doch dient dies scheinbar mehr zur Beruhigung ihres Sohnes und nicht um sich selber zu beruhigen. Auch hier bleibt es abzuwarten, was noch geschehen wird.

Ein kleiner Scherz ist eine weitere gute Renegade Nell-Folge. So macht die Serie Spaß.

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Götz Piesbergen
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