Die Rückkehr von Bruce Wayne
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Review: Batman – Die Rückkehr von Bruce Wayne

Lesezeit circa: 8 Minuten

Nach einer Begegnung mit Darkseid reist Batman durch die Zeit und wird zum Held mehrerer Epochen.

Die Rückkehr von Bruce WayneHandlung

Steinzeit: Ein Stamm Höhlenmenschen entdeckt eine Raketenkapsel. Mit ihr ist ein mysteriöser Fremder in die graue Vorzeit gereist. Bruce Wayne kann sich jedoch nicht mehr daran erinnern, wer er ist und woher er kommt. Er gerät zwischen die Fronten eines Stammeskrieges, und als er auf der Flucht einen Wasserfall hinunterspringt, verschwindet er auf Nimmerwiedersehen.

Als nächstes landet er im Jahr 1640 und muss erst einmal ein Ungeheuer mit Krakenarmen niederstrecken. Anschließend verliert er jedoch das Bewusstsein und wird von einer Einsiedlerin namens Annie gesund gepflegt. Nachdem Bruce wieder zu Kräften gekommen ist, kehrt er als Hexenjäger Mordecai in ein Gotham zurück, welches eher Salem gleicht.

Ein weiterer Hexenjäger namens Malleus hat es derweil auf Annie abgesehen, und als mehrere Männer dem Krakenmonster zum Opfer fallen, sieht er deren angebliche Schuld bestätigt. Da Bruce einmal mehr unkontrolliert durch die Zeit reist, kann er Annies Tod durch den Strang nicht verhindern. Mit ihren letzten Worten verflucht sie Malleus, der sich als Nathaniel Wayne herausstellt.

Unterdessen suchen Superman, Green Lantern und zwei weitere JLA-Mitglieder am Vanishing Point nach Antworten auf Batmans Verschwinden. Die frei durch den Hyperraum schwebende Festung ist ein universelles Archiv, welchem jedoch in wenigen Minuten die Auslöschung droht. Die Zeit ist also knapp, noch ein paar Fragen an den Archivar zu stellen.

Bruce reist derweil weiter ins Jahr 1734, wo er sogleich gemeinsam mit einem jungen Mann in die Fänge von Blackbeard und dessen Piratenbande gerät. Blackbeard glaubt, dass Wayne der Schwarze Pirat sei, dessen Schiff er gerade versenkt hat. Er erwartet von Wayne, dass er ihn zu einem Schatz in der nahegelegenen Fledermaushöhle führt. Diese wird jedoch von einem einheimischen Fledermausstamm bewohnt, der die Piraten schnell dezimiert.

Der junge Jack stellt sich derweil als wahrer Schwarzer Pirat heraus, allerdings ist er dies bereits in dritter Generation. Mit dem Fledermausstamm ist er freundschaftlich verbunden und kann so dafür sorgen, dass Batman ins Zentrum der späteren Bat-Höhle gebracht wird, wo dieser seinen Umhang und seine Ausrüstung vorfindet, die dort schon seit Äonen herumliegen. Während der nächsten Sonnenfinsternis entschwindet Batman einmal mehr und lässt Jack mit dem Fledermausstamm zurück. Dieser hat noch ein langes Leben vor sich, wohingegen Blackbeard wenige Jahre später am Galgen endet.

Die nächste Epoche, in der Batman landet, ist ähnlich unerfreulich. Im wilden Westen wird eine Familie von Banditen heimgesucht, weil sie eine Schatulle mit dem Fledermauslogo behütet. Der Vater und der Sohn bezahlen dafür mit ihrem Leben. Der Auftraggeber will den sagenumwobenen Inhalt der Holzkiste, doch er hat die Rechnung ohne den schwarzen Cowboy gemacht. Der muss aber erst einmal an Jonah Hex vorbei.

Nach einer Schießerei landet Bruce Wayne in der Mitte des 20. Jahrhunderts in einem Krankenhaus, wo er von einer mysteriösen Frau als Detektiv angeheuert wird. Er soll den Mord am Ehepaar Wayne aufklären, hinter dem die Dame ein satanistisches Ritual vermutet. Wie sich jedoch herausstellt, hat sie selbst unlautere Absichten und will den Fremden per Flammentod opfern, um das ewige Leben zu erlangen.

Die Flammen bringen Bruce jedoch nicht um, sondern befördern ihn geradewegs zum Archiv im Vanishing Point. Dort verschmilzt er mit einem Archivar und wird in seine Zeit zurückgeschickt, wo sich die Justice League auf ihn stürzt, denn Batman bedroht die Existenz des gesamten Universums. Können sie ihn vom Fluch befreien, mit dem ihn Darkseid belegt hat?

Rezension zu Batman – Die Rückkehr von Bruce Wayne

Die Grundidee, Batman durch die verschiedenen Epochen reisen zu lassen, ist gar nicht mal so uninteressant. Leider halten die Cover nicht immer das, was sie versprechen. Die coolen Batman-Inkarnationen sehen im Comic selbst oft ganz anders aus. Lediglich in der Steinzeit bekommt er tatsächlich ein Fledermausfell mit Kopf, was jedoch etwas unnatürlich ist, da Fledermäuse nicht so riesengroß werden. Nicht mal vor 10 000 Jahren gab es solche Monster.

Das nächste Ungeheuer wartet bei Bruces Ankunft im Jahr 1640 auf ihn. Dieses sieht aus wie ein Rathtar aus Star Wars, nur in Grün statt Rot. Wo Batman das Schwert her hat, mit dem er das Monster niederschlägt, erschließt sich nicht. Eben noch kam er aus der Steinzeit und dort hatte er keine solch modernen Waffen bei sich.

Nach Bruces Rettung wird erst einmal der Nebenplot eröffnet, in dem die Justice League das Archiv in einer anderen Dimension aufsucht. Der Archivar sieht mit seinen Hörnern, dem roten Auge und dem schwarzen Pelz in etwa so aus, wie sich die Bewohner Gothams 1640 den Teufel vorstellen. Bruce hat ihn gar selbst als „haarig“ beschrieben. Zum Glück bekommen ihn die Abergläubischen nicht zu sehen, denn die sind ohnehin schon dem Hexenwahn verfallen.

Zumindest ist der Plot um die Hexenverfolgung ganz interessant, auch wenn dabei aus unerfindlichen Gründen eine Fledermaus ans Kirchentor gepfählt wird. Fledermäuse scheinen in diesem Comic so eine Art Running Gag zu sein, denn schon im nächsten Kapitel treffen Blackbeards Piraten auf gepfählte Totenschädel, unter denen ebenfalls tote Fledermäuse festgebunden sind. Sollte der Fledermausstamm nicht etwas mehr Respekt vor diesen Tieren haben?

Am schwächsten sind jedoch die letzten drei Kapitel. Die Western-Story hat nicht viel zu bieten, abgesehen von einem Gastauftritt des DC-Helden Jonah Hex, der hier lediglich den bezahlten Kopfgeldjäger verkörpert und sonst nichts zur Handlung beiträgt. Die Detektivgeschichte hätte da schon mehr Potential gehabt, wird Bruce doch hier unwissentlich auf den Mord an seinen Eltern angesetzt. Warum das dann in einem obskuren Ritual kaputter Satanisten gipfeln muss, die glauben, Waynes Tagebuch enthalte den Schlüssel zur Unsterblichkeit, ist kaum noch nachvollziehbar.

Unterboten wird das allerdings noch durch die Rahmenhandlung. Batman reist nämlich durch die Zeit, weil Darkseid das so gefällt. Obendrein hat er den dunklen Ritter mit Omegastrahlen aufgeladen, sodass er bei Erreichen seiner Gegenwart das „Allende“ einläuten wird. Dabei trägt er am Ende einen Teil von Darkseid in sich und ist obendrein mit einem Archivar verschmolzen. Er muss also sterben, von Darkseid getrennt und anschließend wiederbelebt werden, um das Universum zu retten.

Das alles ist solch ein haarsträubender Nonsens, dass man besser gar nicht darüber nachdenkt, was das zu bedeuten hat. Batman ist also eine lebende Waffe, die alles zerstören wird, sobald seine Zeitreise beendet ist. Damit das überhaupt funktionieren kann, wird irgendeine bizarre Omega-Energie konstruiert. Was genau das sein soll? Irrelevant! Es funktioniert jedenfalls … irgendwie.

Das ist in etwa so sinnfrei wie der Kampf von Superman und Green Lantern gegen eine Energieblase, in der sie und ihre Begleiter eingesperrt werden. Wie sich nämlich herausstellt, soll diese Blase sie vor dem Zerfall des Archivs schützen. Obendrein ist sie ein Zeitschiff, und plötzlich sind da Stühle und Konsolen, die eben noch nicht existiert haben. Die können die Insassen dann auch problemlos bedienen und so nach Hause reisen.

Dort tobt bereits der finale Kampf gegen den besessenen Batman. Bei diesem verliert man spätestens auf einer Doppelseite den Überblick, wo überhaupt nicht zu erkennen ist, in welcher Reihenfolge die Abbildungen gelesen werden müssen. Bei der konfusen Story ist das aber ohnehin egal. Nachdem Batman eine schwarze Flüssigkeit erbrochen hat, ist der Spuk jedenfalls vorbei. Irgendwie erinnert dies an das schwarze Öl, welches Alex Krycek in Akte X rauswürgt. Aber das nur so nebenbei.

Abschließend noch etwas zur Optik. Der Zeichenstil ändert sich mit jedem Kapitel, wobei die beiden interessantesten Kapitel über die Hexenverfolgung und Blackbeards Piraten auch diesbezüglich am gelungensten sind. Das Jahr 1640 wirkt teilweise wie ein Aquarell und kann sowohl durch die satten Herbstfarben als auch die kalten Farbtöne bei Nacht überzeugen.

Am ersten und letzten Kapitel gibt es zumindest visuell kaum etwas auszusetzen. Am schwächsten ist dagegen der Wilde Westen. Der Stil hat etwas Cartoonhaftes und spart sehr mit Details. Das Detektivkapitel ist schon etwas besser, wobei vor allem die Gesichter wieder gut getroffen und auch die Fahrzeuge gelungen sind. Dafür ist die Koloration in diesem Kapitel etwas eintönig geraten. Insgesamt also ein durchwachsenes Vergnügen.

Fazit

Die Idee, Batman den verschiedenen Zeitepochen anzupassen, ist wirklich cool. In Form einzelner Kurzgeschichten hätte sie jedoch besser funktioniert, da die Rahmenhandlung sowie deren Auflösung völlig konfus und unglaubwürdig sind. Obendrein gibt es keinen Piraten-Batman oder Pilger-Batman zu sehen, wie die Cover suggerieren. Wenigstens ist die Papierqualität diesmal besser. Es zahlt sich eben aus, die Druckstapel vor dem Beschnitt richtig trocknen zu lassen. Erschienen ist Die Rückkehr von Bruce Wayne u. a. als hochwertiger Hardcoverband mit der Nr. 38 in der Batman Graphic Novel Sammlung von Eaglemoss.

Info

Autor: Grant Morrison
Zeichner: diverse
Farben: diverse
Verlag: DC / Eaglemoss
Sonstige Informationen: Produktseite

Wertung

Wertung
5 10 0 1
  • Story
    4/10
  • Zeichenstil
    6/10
  • Koloration
    8/10
5/10
Total Score
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