Batman Eternal
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Review: Batman Eternal – Teil 3

Lesezeit circa: 6 Minuten

Während sich der Konflikt zwischen Commissioner Bard und Batman zuspitzt, versinkt Arkham Asylum buchstäblich in der Hölle.

Batman EternalHandlung

In den ersten beiden Kapiteln legen sich Catwoman und Killer Croc mit Louis Ferryman alias Bone an. Dem Echsenmenschen geht es dabei um die Rettung der kleinen Jade, die von ihrem eigenen Vater als Ware an Bone verkauft wird. Leider überlebt sie die Party nicht.

Ab Kapitel 3 widmet sich die Handlung wieder Batwing und Corrigan, die sich immer noch unter Arkham Asylum in den Klauen von Deacon Blackfire befinden. Parallel wird Batmans Butler Alfred von Hush entführt und nach Arkham gebracht. Als Blackfires Zauber schließlich gebrochen ist, versinkt die gesamte Irrenanstalt im Boden, wobei einige Insassen entkommen. Wie durch ein Wunder überleben auch Batwing und Alfred den Zusammensturz.

Im Hintergrund bahnt sich bereits ein Konflikt zwischen Commissioner Jason Bard und Batmans Superheldenteam an. Schon im letzten Band wurde angedeutet, dass Bard falsch spielt, und ab Kapitel 5 dieses Bandes paktiert er offen mit Batmans alter Nemesis Hush. Dieser hat bei Alfreds Entführung eine Liste von Batmans geheimen Waffenverstecken erbeutet, und mit der DNS des Butlers verschafft er sich sogleich Zugang.

Hush benutzt die erbeuteten Waffen, um Terroranschläge durchzuführen, die zu Unrecht dem dunklen Ritter angelastet werden. Da die Waffen aus der Produktion von Wayne Enterprises stammen, gerät auch das Unternehmen ins Visier der Behörden und wird schlussendlich verstaatlicht. Bruce Wayne verliert dabei alles, sogar sein ans Unternehmen gekoppelte Privatvermögen. Das Anwesen seiner Eltern wird in eine Irrenanstalt umgewandelt, in der die überlebenden Arkham-Insassen untergebracht werden. Nur die Bathöhle kann Bruce geheim halten und so vor einer Übernahme schützen.

Während der Commissioner Batman gnadenlos jagt und dabei keine Rücksicht auf Kollateralschäden nimmt, reist Reporterin Vicki Vale zusammen mit ihrem Fotografen nach Detroit, um Bards Vergangenheit zu recherchieren. Dabei erfährt sie von einem Barmann, dass Jasons Partnerin Jodie bei einem Einsatz durch die Schuld eines Batman-Nachahmers zu Tode gekommen ist. Bard geht es also um Rache an Batman. Er selbst hat seine Versetzung nach Gotham beantragt und sich zum Teil einer Verschwörung gemacht, um so sein Ziel zu erreichen.

Der Kopf der Verschwörung ist er jedoch nicht. Bard ist ebenso nur eine Schachfigur wie die entflohenen Arkham-Insassen Bane, Mr. Freeze, Scarecrow, Poison Ivy, Jokers Tochter und das Schlammmonster Karlo. Diese planen, Gotham unter ihre Kontrolle zu bringen, scheitern jedoch an internen Konflikten. Nach ihrer Verhaftung werden sie jedoch sofort wieder befreit, wobei Catwoman eine Rolle spielt. Ihre Motive wandeln sich und werden zunehmend undurchsichtig, nachdem sie in die Fußstapfen ihres Vaters getreten ist und einen anrüchigen Nachtclub eröffnet hat.

Nach den ganzen Ablenkungen konzentrieren sich Batman und seine Helfer, zu denen inzwischen auch Julia Pennyworth gehört, wieder auf das große Ganze. Wie es scheint, hat der Riddler dabei seine Finger im Spiel. Bruce stellt ihn außerhalb der Stadt in den Bergen, erfährt von ihm jedoch nur, dass auch er nicht der Kopf der Verschwörung ist.

Rezension zu Batman Eternal – Teil 3

Die Haupthandlung wird zwar vorangetrieben, kommt aber nicht wirklich voran. Die Verschwörung hinter alldem wird immer größer und nach drei Bänden gibt es immer noch keinen Hinweis, was es wirklich damit auf sich hat. Die falschen Fährten beginnen allmählich zu enttäuschen. Ebenso die zahlreichen Nebenhandlungen, die zwar irgendwie mit dem großen Ganzen zusammenhängen, aber doch irgendwie irrelevant sind.

Allen voran wäre da der Plot um Arkham Asylum. Dieser war von Anfang an lästig und aufgrund der magischen Einschläge nicht wirklich mit der weltlichen Haupthandlung vereinbar. Gelöst wird dieser Handlungsbogen, indem der Geist von Spectre aus Corrigan fährt und sich Deacon Blackfire sowie dessen Geisterheerscharen greift. Kaum ist der Zauber gebrochen, stürzt das ganze Irrenhaus in sich zusammen, so als wollte man diesen kruden Nebenplot sinnbildlich begraben. Leider scheint Batwings Anzug nach der Aktion immer noch verflucht und zieht neuerdings Geister an.

Einige Elemente, wie die Nanobots, die offenbar eine zentrale Rolle bei der Auflösung der Haupthandlung spielen, werden indessen ebenfalls nur kurz erwähnt. Gleichermaßen ergeht es einigen Hauptcharakteren. Commissioner Gordon, dessen Absturz im ersten Band noch der zentrale Auslöser war, hat lediglich im vorletzten Kapitel einen ganz kurzen Auftritt. Ähnlich rar machen sich Batwoman, Robin, Harper Row und Stephanie Brown. Letztere darf lediglich einen kurzen Kampf mit Hush führen und verschwindet dann wieder in der Bedeutungslosigkeit.

Dafür wird die Rolle von Julia Pennyworth deutlich ausgebaut. Nachdem ihr Vater entführt wurde, nimmt sie dessen Platz in der Leitzentrale ein. Allerdings macht sie auch im Feldeinsatz eine gute Figur. Als sie fast stirbt, ist das ein richtiger Schock, da ihr Charakter einem inzwischen richtig ans Herz gewachsen ist. Commissioner Bard und Catwoman entwickeln sich dagegen eher zum Negativen.

Gänzlich überflüssig sind derweil die flüchtigen Arkham-Insassen. Einst waren diese starke Hauptgegner von Batman, doch hier verkommen Bane, Scarecrow, Freeze und Poison Ivy zu geistig labilen Statisten. Erst planen sie, Gotham zu übernehmen, nur um sich kurz darauf gegenseitig anzufeinden. Am überflüssigsten sind dabei Jokers Tochter, die das Gesicht ihres Vaters als Maske trägt, sowie der Matschmann, der zuweilen ausschaut wie ein Rancor aus „Star Wars“.

Da wären wir auch schon beim Zeichenstil, der vor allem in den Kapiteln über Blackfire und die besagten Arkham-Entflohenen zu wünschen übrig lässt. Wie schon in den ersten beiden Bänden wechseln die Zeichenstile recht häufig, was den Nachteil hat, dass vor allem Killer Croc ständig anders aussieht und oft nur anhand seines Namens wiedererkennbar ist.

Rundum gelungen sind die ersten beiden Kapitel des Bandes sowie die Kapitel 5-7. In diesen ist der Detailgrad am höchsten, die Linien am klarsten und auch die Koloration am realistischsten. Vor allem die Lichteffekte, z.B. bei Autoscheinwerfern, sind extrem gut gelungen. An Glanzeffekten mangelt es ebenso wenig. Leider wird dieses hohe Niveau nicht durchgängig gehalten.

Fazit

Während einige der enthaltenen Hefte echte Highlights sind, enttäuschen andere auf ganzer Linie. Vor allem die Nebenplots sind meist vergessenswert und bremsen nur die Haupthandlung aus. Deren sehnlichst erwarteter Abschluss muss daher bis zum vierten und letzten Band warten.

Erschienen ist Teil 3 von Batman Eternal wieder als Sonderband im Hardcover-Format. Die Verarbeitung ist insgesamt hochwertig, aber es stören einmal mehr die zahlreichen Papierschnitzel, die sich vor allem an den Seitenrändern mit der noch frischen Druckfarbe verbunden haben.

Info

Autor: Scott Snyder & James Tynion IV + weitere
Zeichner: diverse
Farben: diverse
Verlag: Eaglemoss
Sonstige Informationen: Produktseite

Wertung

Wertung
5 10 0 1
  • Story
    5/10
  • Zeichenstil
    7/10
  • Koloration
    7/10
5/10
Total Score

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