Hawkeye
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Review: Hawkeye 01 – Triff niemals deinen Helden

Lesezeit circa: 5 Minuten

Mit Triff niemals deinen Helden fängt die Hawkeye-Serie an.

Das große Idol

New York im Jahr 2012: Die 12-jährige Kate Bishop (Clara Stack) kriegt mit, wie sich ihre Eltern streiten. Anscheinend geht es ums Finanzielle. Das Streitgespräch wird vertagt und bald darauf greifen die Chitauri an. Das junge Mädchen wird von Hawkeye (Jeremy Renner) gerettet, was sie so sehr prägt, dass sie selber anfängt, mit Pfeil und Bogen zu üben.

Zehn Jahre später ist aus dem Mädchen eine junge Frau geworden, die in vielen sportlichen Disziplinen überragend ist. Die jedoch über die Stränge schlägt und so bei einer Demonstration ihrer Bogenschießkünste in der Vorweihnachtszeit aus Versehen einen Glockenturm zerstört. Deshalb wird sie von ihrer Mutter( Vera Farmiga) gemeinsam mit deren neuen Verlobten, einem gewissen Jack Duqusune (Tony Dalton),  aufgefordert, auf einen Wohltätigkeitsball zu gehen. In dessen Verlauf sich allerdings Dinge ereignen, die vermutlich ihr ganzes Leben verändern werden.

Clint Barton, der ehemalige Hawkeye, ist gemeinsam mit seinen Kindern in New York. Er genießt die Zeit, auch wenn er seine Ehefrau vermisst, die zu Hause geblieben ist. Doch dann holt ihn die Vergangenheit wieder ein.

Weihnachtliche Superheldenabenteuer

Mit Hawkeye hat Marvel eine Serie herausgebracht, die zur Weihnachtszeit passt. So findet ein Großteil von Triff niemals deinen Helden zu jener winterlichen Jahreszeit statt und überall sieht man eine festliche Gestaltung. Es ist eine Zeit der Familie, in der diese zusammenkommt, um gemeinsam zu feiern.

Dabei fokussiert sich die Folge vor allem auf Kate Bishop. Sie ist es, die man im Laufe der Episode näher kennenlernt. Sie wird als eine junge Frau präsentiert, die, bedingt durch die Ereignisse des allerersten Avengers-Films, in ihrer Kindheit und Jugend zu einer Spitzensportlerin wurde. Wobei die Talente schon zu Beginn vorhanden waren, wie die Anfangsszene beweist.

Dabei zeigt Triff niemals deinen Helden, dass sie ihren eigenen Kopf hat. Hier verwendet die Serie das übliche Motiv des Kindes, das mit der neuen Partnerwahl ihres jeweiligen Elternteils nicht einverstanden ist. Zu recht, wie der weitere Verlauf der Folge zeigt.

Trauer und Freude nahe beieinander

Und man sieht, wie sie eher zufällig in eine mysteriöse Auktion stolpert, die ihr Leben verändert. Dabei beweisen diese Szenen die Anpassungsfähigkeit von Kate Bishop. Denn sie schafft es nicht nur, sich spontan anzupassen und so die Auktion beobachten zu können, später kann sie auch ihre Kampffertigkeiten eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Als Kontrast sieht man, wie Clint Barton nach den Ereignissen von Avengers: Endgame die Zeit mit seinen Kindern genießt. Dabei umweht ihn eine gewisse Melancholie, so als ob er den Tod seiner Freundin Black Widow noch nicht so ganz verarbeitet hat. Aber es ist schön zu sehen, wie Triff niemals deinen Helden viel Zeit darauf verwendet, die Bedeutung, die seine Familie für ihn hat, nochmal zu verdeutlichen. Denn das hat man zuletzt in dem eben genannten Film gesehen.

Interessant ist auch, dass die Serie die Schwerhörigkeit des Avengers einführt. Denn das war vor allem in den 80er und 90ern sein definierendes Merkmal in den Comics. In den Filmen kam es nicht vor, was aber ebenfalls daran liegen mag, dass diese sich mehr auf die Gruppe fokussierten und daher solche Eigenschaften nicht vorkamen. Und es dürfte interessant sein, was die Serie hieraus noch weiter machen wird.

Viele Vorbereitungen

Triff niemals deinen Helden ist eine Episode, die viel vorbereitet. Dadurch, dass der Fokus auf Kate Bishop liegt, erfährt man mehr über sie und was ihre Motivation sein könnte. Auch das Szenario, das während der restlichen Serie die Heroen beschäftigen wird, wird präpariert, da ein Raub stattfindet, bei dem es jemand auf einen bestimmten Gegenstand abgesehen hat, der im Zusammenhang mit den Avengers steht.

Dementsprechend ist noch bei Vielem unklar, was sich wie entwickeln wird. Klar ist, dass hier die Vergangenheit eine große Rolle spielen wird. Sowohl was die von Clint Barton angeht, als auch, was es mit der Uhr auf sich hat und was Jack Duqusune plant.

Auch dürfte interessant werden, was der Hund noch für eine Bedeutung haben wird. In jedem Fall ist dieser einäugige Golden Retriever ein Merkmal der Serie, für den man bereits jetzt jede Menge Sympathien empfindet. Schon allein, weil Szenen wie die, wo er eine Pizza verschlingt, so genial sind.

Locker und Düster

Interessant ist an Triff niemals deinen Helden auch, dass die Folge zwar einerseits lockere Momente besitzt, es aber ebenso kleinere, düstere Szenen gibt. Immerhin schafft die erste Episode die perfekte Balance, sodass im Vordergrund mehr eine lockere Atmosphäre steht. Derweil im Hintergrund das Ernste und Nachdenkliche steht.

Trotzdem darf man sich sicherlich auf diverse komische Situationen freuen, da der Gegensatz zwischen Kate Bishop und Clint Barton enorm ist. Wobei man sowieso gespannt sein kann, ob und wie die Heldenverehrung von ihr gegenüber ihm nicht sogar zu Beginn für gewisse Komplikationen sorgen wird.

Übrigens orientiert sich die Serie sehr an dem bekannten Hawkeye-Run von Matt Fraction und David Aja aus den Jahren 2012 bis 2015. Vor allem das Intro nutzt den Stil, den der Künstler für die Cover der Reihe gewählt hat, um die Entwicklung von Kate Bishop zu präsentieren. Eine coole Idee.

Triff niemals deinen Helden ist ein gelungener Auftakt zur Hawkeye-Serie.

Götz Piesbergen
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