Star Trek Deep Space Nine
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Review: DSN 127 – Söhne und Töchter

Lesezeit circa: 4 Minuten

Söhne und Töchter sorgen in Deep Space Nine für Probleme.

Enttäuschend

Martoks (J. G. Hertzler) Schiff, die Routan, erhält neue Rekruten. Darunter auch Worfs Sohn Alexander (Marc Worden). Doch die Beziehung zwischen den beiden ist nicht die allerbeste. Noch schlimmer ist, dass der Sohn von Worf (Michael Dorn) sich nicht allzu geschickt anstellt, weshalb seine Kollegen auch auf ihn herabsehen.

Auf Deep Space Nine kommt es zu einem Wiedersehen zwischen Kira (Nana Visitor) und Ziyal (Melanie Smith). Gul Dukat (Marc Alaimo) fördert seine Tochter, was dem Major gut gefällt. Doch könnte es am Ende sein, dass der Cardassianer sein Kind nur als Werkzeug benutzt, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen?

Nachdem die ersten Folgen der sechsten Staffel von Deep Space Nine durch die Bank weg gut gelungen waren, ist Söhne und Töchter die erste Episode, die enttäuscht. Was aber nicht an allen Handlungsebenen liegt, sondern vielmehr am Hauptplot.

Ein nicht funktionierender Kontrast

So schön es auch ist, Alexander wiederzusehen, muss man ehrlich sagen, dass seine Rückkehr einen am Ende doch kalt lässt. Man spürt nichts, wenn man die diversen Widrigkeiten sieht, die Worfs Sohn erfährt. Es ist einem sogar herzlich egal, dass er sich alles andere geschickt anstellt. Und das ist kein gutes Zeichen.

Die Ursache für dieses Problem liegt unter anderem daran, dass ich persönlich sowieso kein großer Fan der klingonenlastigen Episoden bin. Immerhin vermeidet Söhne und Töchter die sonst üblichen Fallstricke und lässt Worf nicht als Überklingonen dastehen, der seine Rasse wiederholt rettet. Im Gegenteil: Es wird gezeigt, dass er sogar ein schlechter Vater ist, der seinen Sohn eher zu seinen eigenen Zieheltern geschickt hat, anstatt sich um ihn persönlich zu kümmern.

Dementsprechend lässt sich der Groll, den Alexander auf seinen Vater hat, durchaus nachvollziehen. Aber muss dies dann unbedingt in der Kulisse eines klingonischen Schiffes thematisiert werden? Muss der Sohn von Worf sich als so ungeschickt entpuppen, dass er am Ende zu seinem eigenen Besten auf ein Frachtschiff versetzt wird? Hier scheint mir zu sehr auf den extremen Kontrast zwischen den beiden gesetzt zu werden, was allerdings überhaupt nicht funktioniert.

Wenn der B-Plot besser ist als der A-Plot

Denn am Ende ist dem Zuschauer von Söhne und Töchter das Schicksal von Alexander ziemlich egal. Es gelingt den Machern einfach nicht, eine Verbindung zwischen dem Zuschauer und Worfs Sohn aufzubauen. Im Gegenteil: Am Ende ist man sogar darüber verwundert, wieso er in das Haus Martok aufgenommen wird und ob da sein werter Herr Vater nicht sogar seine Beziehungen hat spielen lassen.

Apropos Martok: Der alte Klingonengeneral hat in einer Szene, wo er Alexander über seine Grunde ausgefragt hat, mehr Fingerspitzengefühl bewiesen als Worf selber. Und das will was heißen!

Wesentlich besser ist der B-Plot von Söhne und Töchter. Was ihn so gelungen macht, ist, dass er zeigt, wie durchtrieben und kaltblütig Gul Dukat manchmal sein kann. Man wusste ja schon aus früheren Folgen, dass der Cardassianer ein gewisses Interesse daran hat, dass Kira Nerys seine Bettgefährtin wird. Hier sieht man, was für Mittel und Wege er einsetzt, um ans Ziel zu kommen.

Eine erstaunliche Kaltblütigkeit

Dabei bedient er sich vor allem seiner Tochter Ziyal, die ein nichtsahnendes Werkzeug ist. Er benutzt sie, um über sie Major Kira Nerys dahingegend zu manipulieren, dass sie seine Geschenke annimmt, mit dem langfristigen Ziel, dass er sie kontrollieren kann. Die Kaltblütigkeit, mit der dies geschieht, jagt einem einen Schauer über den Rücken. Es zeigt, was für ein gefährlicher Gegner Dukat sein kann, dass man ihn niemals unterschätzen darf.

Eine Erfahrung, die auch Kira Nerys machen durfte. Dabei beweist die Folge, wie sehr sie unter mentalen Druck steht. Denn sonst wäre es Gul Dukat nicht so leicht gefallen, sie beinahe zu manipulieren. Am Ende unternimmt sie einen wichtigen Schritt in Richtung Widerstand gegen die Cardassianer. Sie weiß jetzt, dass sie diese nicht unterschätzen darf, und wird vermutlich bald entsprechende Maßnahmen gegen diese ergreifen.

Leidtragende ist dabei natürlich Ziyal. Die Tochter von Gul Dukat ist ein unschuldiges Opfer in dessen Intrigenspiel. Sie wird durch seine Aktionen immer mehr isoliert, verliert sogar eine gute Freundin. Man darf gespannt sein, welche Konsequenzen dies haben wird.

Söhne und Töchter, zu Englisch Sons and Daughters, ist eine guter Episodentitel, der perfekt den Inhalt der Folge zusammenfasst.

Götz Piesbergen

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