Hawkeye
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Review: Hawkeye 03 – Echos

Lesezeit circa: 5 Minuten

In Echos stoßen die beiden Helden der Hawkeye-Serie auf große Probleme.

Wie man es hinreinruft…

Maya Lopez (Alaqua Cox) ist eine taube amerikanische Ureinwohnerin. Ihr Vater hat sie von Beginn an dazu erzogen, trotz ihrer Handicaps stark zu sein. Bis sie als junge Frau miterlebt, wie er und andere Leute vom Ronin getötet wurden.

Clint Barton (Jeremy Renner)  und Kate Bishop (Clara Stack) sind in der Gegenwart von der Trainingsanzugsmafia und Maya Lopez gefangen genommen worden. Der Heldenveteran versucht, die Situation friedlich zu klären, doch am Ende eskaliert natürlich alles. Weshalb es auch schon bald zu einer Verfolgungsjagd kommt, die dadurch schwieriger geworden ist, dass die Hörhilfe von Hawkeye zerstört wurde.

Echos ist ein interessanter Titel. Zum einen, weil die Figur Maya Lopez in den Comics auch den Namen Echo trägt und zum anderen, weil Clint Barton sich mit den Echos seiner Vergangenheit herumschlagen muss. Allem Anschein nach war er es nämlich, der den Vater umgebracht hat. Weshalb er jetzt mit den Konsequenzen seiner Tat umgehen muss.

Ein Handicap ist kein Problem

Dabei ist der Charakter Maya Lopez sehr interessant. Es ist eine in mehrfacher Hinsicht gehandicapte Person. Sie ist zum einen taub und zum anderen hat sie ein künstliches Bein. Leider erfährt man nicht, wie es zu diesen körperlichen Beeinträchtigungen kam.

Doch dafür sieht man in Echos, wie sie lernt, sich trotz dieser Handicaps zu behaupten. In aller Ausführlichkeit wird sie dem Zuschauer nähergebracht und man lernt mehr über ihre Vergangenheit kennen. Wozu natürlich die handelsübliche Tragik in der Geschichte gehört, die dann auch das Bindeglied zur Serie bildet und sie sympathisch wirken lässt.

Diese Detailliertheit geschieht übrigens nicht ohne Grund. Vielmehr ist es so, dass bereit jetzt feststeht, dass die Figur eine eigene Reihe kriegen wird, die demnächst kommen wird. Und ggf. wird man da noch mehr Details über ihr Leben erfahren. Denn in den Comics war sie bei ihrem ersten Auftritt ein Handlanger des Verbrechensbosses Kingpin, ehe sie sich später gegen ihn stellte. Und ein Auftauchen eines der prominentesten Verbrecherkönige des Marvel Comic-Universums im Marvel Cinematic Universe wäre durchaus nett. Wobei er ja bei den Netflix-Serie schon zu sehen war, wo er von Vincent D’Onoforio wunderbar zum Leben erweckt wurde.

Eine herrliche Verfolgungsjagd

Auf jeden Fall erlebt man hier einmal mehr mit, wie ruhig Clint Barton sein kann, obwohl die Kacke kurz davor steht, zu explodieren, derweil Kate Bishop in ihrem Bemühen, einerseits ihre Selbstständigkeit zu beweisen und andererseits dem Heldenveteranen zu helfen, oft übers Ziel hinausschießt. Es ist dabei einmal dieser Gegensatz, der dafür sorgt, dass man sich von „Echos“ so prächtig unterhalten fühlt.

Wobei das große Highlight die Verfolgungsjagd ist, bei der zum ersten Mal die Trickpfeile des Heldens zum Einsatz kommen. Zwar hatte er in seinen früheren Auftritten ebenfalls solche speziellen Pfeile eingesetzt, aber diese hier passen mehr zu seinen früheren Comicauftritten, mit allerlei herrlich absurden Gimmicks, wie beispielsweise ein Pfeil, der, wenn er sein Ziel trifft, es dank der Pym-Partikel deutlich vergrößert.

Es ist übrigens nicht das einzige Element, das aus der wunderbaren Welt der bunten Bilder entnommen wurde. Ebenso findet man eine kleine Hommage an das klassische Hawkeye-Kostüm, das der Held bis in die 00er-Jahre hinein trug. Natürlich wird dies mit einem gewissen Augenzwinkern präsentiert, was einfach passt.

Kleine, emotionale Momente

Doch ebenso kann man in Echos erleben, wie wichtig Clint seine Familie ist. Wie sehr er sich wünscht, zu Weihnachten wieder zu Hause zu sein. Es ist eine emotionale Szene, die zu der Figur, so wie sie im MCU dargestellt wird, einfach passt.

Im Grunde genommen ist dies eine super Episode. Sie ist auch spannend und witzig inszeniert. Vor allem die Verfolgungsjagd bietet viele kleine herrliche Momente. Etwa wenn Clint einen Luftschlangennikolaus überfährt und er sich dafür entschuldigt.

Allerdings hat die Serie mit „Echos“ die Hälfte der Laufzeit erreicht. Und gefühlt gibt es immer noch zu viel Setup. Die detaillierte Einführung von Maya Lopez mag zwar gelungen sein. Aber gemeinsam mit der Verfolgungsjagd nimmt sie zwei Drittel der Episodenlänge ein.

Es ist noch viel offen

Viel lieber hätte man es gehabt, die Hawkeye-Serie würde sich endlich den Dingen widmen, die in der ersten Folge aufgebaut wurden. Was hat es mit der Uhr auf sich? Wer hat Armand III umgebracht? Und was hat Jack Duquesne (Tony Dalton) vor? All diese Aspekte wurden nur angefangen, aber bislang noch längst nicht ausführlich behandelt, was absolut schade ist.

Für sich alleine genommen ist daher Echoes eine sehr starke Folge. Doch im Kontext der bisherigen Season enttäuscht sie, weil sie nur Neues aufbaut, aber nichts Altes weiterentwickelt, wenn man mal von der Beziehung zwischen Clint Barton und Kate Bishop absieht.

 

Götz Piesbergen

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