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Für Luke Cage heißt es Step in the Arena.

Ein intelligenter Knacki

Luke Cage (Mike Colter) und seine Vermieterin sind unter den Trümmern des durch den Raketeneinschlag zerstörten Hauses begraben. Und während draußen die Rettungskräfte und die Polizisten sich bemühen, die Verschütteten zu befreien, versucht Luke Cage dasselbe. Wobei er natürlich seine Kräfte anwendet.

In der Vergangenheit war er ein Ex-Cop, der in dem privaten Gefängnis Seagate gelandet ist. Er ist intelligent und anders als viele seiner Mitgefangenen. Er versteht sich mit der Psychologin Reva Connors (Parisa Fitz-Henley) bestens und wird dazu gezwungen, in illegalen Ringkämpfen mitzumachen. Doch eines Tages wird er zusammengeschlagen und Teil eines illegitimen Experiments, welches ihm am Ende seine besonderen Kräfte gibt.

Step in the Arena ist eine Origin-Episode. Eine Folge, in der man viel über den Ursprung und die Motivation erfährt, die Luke Cage antreibt. Gesamthandlungstechnisch ist der Fortschritt nahezu null, was aber in diesem Fall nicht stört. Denn in dieser Episode werden Elemente aus früheren Folgen aufgegriffen und miteinander zu einer faszinierenden Story verknüpft.

Intelligent, damals wie heute

Dabei erfährt man über das Vorleben des Titelhelden beinahe nichts. Am Ende weiß man nur, dass er ein ehemaliger Polizist war, der dem Falschen vertraute, dass sein richtiger Name Carl Lucas ist und dass sein Vater Priester war. Das sind zwar alles interessante Details, aber am Ende nur vereinzelte Schlaglichter, die nicht alles enthüllen.

Doch auch das macht in Step in the Arena nichts aus. Eben weil es zwar nur einzelne Details sind, sie aber am Ende trotzdem helfen, dass man besser versteht, was die Persönlichkeit von Luke Cage ausmacht. Wieso er so ist, wie er eben ist.

Man erlebt in dieser Folge, dass er schon damals jemand war, der sehr intelligent ist und von einem starken Gerechtigkeitsempfinden angetrieben wird. Das merkt man unter anderem daran, dass er, um einen befreundeten Mitgefangenen zu schützen, freiwillig in den Ring steigt und dort kämpft. Wobei er auch hier Intelligenz beweist, weil er nämlich klug vorgeht und für jeden Angriff einen entsprechenden Konter entwickelt.

Man erfährt viele Dinge

Dabei gibt es in Step in the Arena auch interessante Kontraste zwischen dem damaligen Luke Cage und dem gegenwärtigen. Gemeint ist hierbei vor allem sein Aussehen. In jener Zeit ließ er sich volles Haar stehen und es sogar teilweise wie wild wuchern. Auch die Tatsache, dass er sich stellenweise gehen lässt, sich selbst vernachlässigt, ist ungewöhnlich. Weil dies etwas ist, was man von dem gegenwärtigen Luke Cage nicht kennt, der ja bis auf einen kleinen Bart mit Glatze durch die Gegend läuft.

Man erfährt in dieser Folge nicht nur, woher der Titelheld seine Kräfte erhält, sondern auch  woher er auch „Shades“ kennt. Beide waren damals gemeinsam im Knast, und der Mitgefangene von Luke agierte auf der Seite der Leute, die in jenen Zeiten ebenfalls auf Recht und Ordnung wenig gaben. So schlägt er in einer entscheidenden Szene den Titelhelden zusammen.

Und auch damals besaß Luke Cage seinen umwerfenden Charme, mit dem er Frauen becircen konnte. Wobei seine Beziehung zu der Psychologin Reva Connors anders gestaltet ist. Zwar ist die gegenseitige Anziehung durchaus vorhanden, aber am Ende respektiert er sie als Vertraute, die das Richtige will und ihm am Ende von Step in the Arena sogar hilft.

Nette Anspielungen

Das Finale der Vergangenheitshandlung bietet übrigens eine nette Anspielung auf die Vergangenheit des Comic-Luke-Cage. So trägt Mike Colter in einer Szene ein Outfit, das bewusst an das allererste Kostüm der Comicvorlage erinnert. Auch wenn er es kurz darauf mit dem Kommentar, dass es lächerlich aussieht, wieder einmottet. Trotzdem bleibt es ein nettes Bonbon für Comicfans.

Die Handlungsgegenwart von Step in the Arena bietet nichts Neues. Im Prinzip werden nur Charakterisierungen vertieft, die bereits vorher vorhanden waren. So erfährt man, dass Scarf anscheinend nicht nur für Stokes arbeitet, sondern ebenso für jemanden mit dem Namen Cottonmouth. Ein Name, den man in der Serie schon oft vernommen hat. Mal sehen, was sich daraus noch entwickeln wird.

Unterm Strich ist dies eine exzellente Folge.

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Götz Piesbergen
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