Mockingbird
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Review: Marvel – Mockingbird

Lesezeit circa: 5 Minuten

Nachdem Barbara Morse alias Mockingbird aus der Gefangenschaft der Skrulls entkommen ist, muss sie sich mit ihrem Exmann Clint Barton zusammenraufen.

MockingbirdHandlung

In der Vorgeschichte rettet Spider-Man Bobbi Morse vor einer Handvoll Schlägertypen. Wie sich jedoch herausstellt, gehören diese zu S.H.I.E.L.D. und hatten den Auftrag, die als Mockingbird bekannte Superheldin einzufangen. Kaum hat Spider-Man seinen Fehler erkannt, tritt er sofort ins nächste Fettnäpfchen, denn S.H.I.EL.D. wurde unterwandert und Mockingbird sollte den Verräter entlarven sowie dessen Anschlag auf Nick Fury vereiteln.

Nach diesem kurzen Ausflug in die klassischen Marvel-Comics beginnt die Haupthandlung aus der New Avengers-Reihe. The Reunion schließt direkt an Secret Invasion an. Barbara Morse, die durch einen Skrull ersetzt worden war, kehrt aus der Gefangenschaft der Aliens zurück. Mit den Avengers hat sie abgeschlossen und führt nun ihre eigene Agentur WCA (World Counterterrorism Agency).

Während Mockingbird gerade ein geheimes Waffenlabor der Terrororganisation AIM im Krankenhaus von Jersey auskundschaftet, trifft sie dort auf ihren Exmann Clint Barton alias Hawkeye. Dieser ist inzwischen als Ronin für den verstorbenen Steve Rogers unterwegs und hegt durchaus noch Gefühle für seine einstige Ehefrau. Im Kampf gegen AIM bilden sie immer noch ein gutes Team, aber schon kurz darauf bricht ein Kampf zwischen ihnen aus.

Clint besteht darauf, Barbara bei ihrer nächsten Mission zu begleiten, doch diese lehnt zunächst ab. Erst als sie erkennt, dass ihr nachehelicher Krach mehr Zeit kostet, als die Sache wert ist, lenkt sie schließlich ein und nimmt ihren Exmann mit nach Spanien. Dort plant AIM einen Anschlag, der scheinbar einigen Wissenschaftlern gilt, doch in Wahrheit will Dr. Monica Rappaccini diese für ihr Projekt entführen und dabei lediglich ein paar Politiker und Würdenträger mit ihrer neusten Chemiewaffe meucheln.

Die Hilfe von Hawkeye erweist sich im Kampf einmal mehr als nützlich. Darüber hinaus entdeckt Mockingbird jedoch, dass er durchaus noch einen anderen Wert für sie besitzt und sie immer noch Gefühle für ihn hegt. So gibt es gleich in doppelter Hinsicht ein Happy End.

Rezension zu Mockingbird

Im Gegensatz zum total überladenen Secret Invasion macht diese Fortsetzung alles richtig. Zunächst einmal beschränkt sich der Comic auf zwei Superhelden, eine Handvoll andere haben lediglich kurze Cameo-Auftritte in Rückblenden. Ähnlich sieht es bei den Bösewichten aus. Es gibt eine Terrororganisation namens AIM mit einer Bossgegnerin. Die Struktur ist dadurch erheblich klarer, man kann der Handlung und insbesondere den Kämpfen besser folgen.

Die Vereitelung eines Terroranschlags ist dabei ohnehin nur eine Rahmenhandlung. Im Kern geht es um die Beziehung zwischen Mockingbird und Hawkeye. Für deren komplizierte Gefühlswelt nimmt sich der Comic ausgiebig Raum, ebenso wie für Barbara Morses Trauma durch die Skrull-Gefangenschaft. Während Clint glaubte, sie sei tot, hat ein besonders fieser Skrull sie mit ihrem Exmann aufgezogen, indem er dessen Gestalt angenommen hat. Unter anderem deswegen lässt sie den echten Clint zunächst nicht an sich heran. Der hat ihren Scheidungswunsch indes nie akzeptiert und will sie um jeden Preis zurückgewinnen.

Es ist ein großer Pluspunkt, dass die Charakterentwicklung in diesem Comic im Vordergrund steht. Daher ist es auch zu verschmerzen, dass die Lösung des Bombenproblems recht spontan erfolgt. Die Balance zwischen Handlung und Charakteren wird auf jeden Fall besser gehalten als in Secret Invasion. Außerdem kommt es in diesem Comicband zu keiner Reizüberflutung.

Letzteres gilt gleichermaßen für die Zeichnungen, wobei ein etwas detaillierterer Zeichenstil durchaus wünschenswert gewesen wäre. Die Charaktere sind zwar zu erkennen, es fehlt ihnen aber zuweilen etwas an Profil und Schärfe. Die Perspektiven stimmen überwiegend, vor allem Autos sind gut getroffen. Dafür wirken Gebäude eher schlicht.

Die Farben sind durchgängig entsättigt. Je nach Umgebung sorgen Blau- oder Sepiatöne für die passende Stimmung. Die Rückblenden sind in einem groben, deutlich sichtbaren Druckraster gehalten, was ein interessanter Effekt ist. Insgesamt fehlt es jedoch an realistischen Lichteinfällen und Glanzeffekten, stattdessen gibt es schlichte Farbverläufe und -abstufungen. Das Ergebnis kann sich zwar immer noch sehen lassen, könnte aber erheblich besser sein. In dem Punkt liegt Secret Invasion vorn.

Über den Stil der Vorgeschichte müssen nicht viele Worte verloren werden. Die Zeichnungen sind zwar teils sogar etwas detaillierter als im Hauptcomic, was vor allem bei Gesichtern positiv hervorsticht. Die Koloration ist dafür selbstredend nicht auf der Höhe der Zeit und knallbunt. Mehr Rückblicke in das Silberne Comiczeitalter gewähren die zwei Artikel am Ende des Bandes, in welchen die Entwicklung von Mockingbird über sechs Seiten detailliert geschildert wird.

Fazit

Wer damit leben kann, dass der Fokus auf einem Beziehungsdrama liegt, wird mit diesem Comic bestens bedient. Die Action kommt dabei gar nicht mal zu kurz und hat gegenüber dem Vorgängerband ein absolut gesundes Maß. Die Auflösung der Rahmenhandlung kommt etwas plötzlich, die Auflösung des Dramas ist dafür umso gelungener. Optisch ist alles okay, wenn auch nicht herausragend. Erschienen ist Mockingbird u. a. als hochwertige Hardcover-Ausgabe mit der Nr. 23 in der Marvel-Comic-Sammlung.

Info

Autor: Steven Grant / Jim McCann
Zeichner: Jimmy Janes & Bruce Patterson / David López
Farben: Ben Sean / Daniele Rudoni
Verlag: Marvel / Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

Warpskala

Warpskala
7 10 0 1
  • Story
    8/10
  • Zeichenstil
    6/10
  • Koloration
    5/10
  • Vorgeschichte
    6/10
7/10
Total Score

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