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Die Nachwirkungen sorgen in der ersten Episode von Monarch – Legacy of Monsters für Probleme.

Jede Menge Enthüllungen

Cate (Anna Sawai), eine Überlebende des G-Days und Schullehrerin, reist nach Japan. Ihr Vater ist verstorben und sie möchte sich um seinen Nachlass kümmern. Doch als sie in die Wohnung kommt, die er bewohnte, findet sie eine andere Familie vor. Es stellt sich heraus, dass ihr Vater ein Doppelleben führte. Bald darauf zeigt sich, dass das nicht das einzige Geheimnis ist, dass er vor seinen Ehefrauen und seinen Kindern geheimhielt.

In den 1950er Jahren reisen die Wissenschaftler Keiko (Mari Yamamoto) und William (Anders Holm) in ein russisches Sperrgebiet. Sie werden dabei von Lee Shaw (Wyatt Russel) begleitet, der für ihren Schutz verantwortlich ist. Sie erwarten ein verseuchtes Gebiet, finden allerdings stattdessen eine Zone vor, in der sie Hohlräume unter der Erde finden.

Es sind gute Zeiten, um ein Godzilla-Fan zu sein. Nicht nur wird am 1. Dezember der neuste Film mit der Riesenechse, Godzilla Minus One in die Kinos kommen. Ebenso kann man jetzt auf Apple TV+ mit Nachwirkungen als Auftakt die Serie Monarch – Legacy of Monsters sehen, die im selben Universum wie die Legendary-Filme stattfindet. Und erst vor kurzem lief auf Netflix die Zeichentrickserie Skull Island, die ihrerseits ein Spin-off von Kong: Skull Island war. Bis auf Minus One handelt es sich bei allen genannten Titeln um Teile des sogenannten MonsterVerse, dass um alle von Legendary Pictures produzierten Auftritte von King Kong und Godzilla herum aufgebaut ist.

Ein bunter Cast

Dabei ist die Serie eine Zusammenarbeit verschiedenster Firmen. Apple TV+ ist der Ort, wo sie ausgestrahlt wird, während die Produktion von Legendary Television, Safehouse Pictures und Toho gemeinsam finanziert wurde. Warner Bros. hingegen gehören die Rechte am Monsterverse, zusammen mit Legendary. Als Showrunner wurde Chris Black angeheuert, der bereits auf eine langjährige Erfahrung als Drehbuchautor und Produzent unter anderem von Serien wie Cleopatra 2525 und Star Trek – Enterprise zurückblicken kann. Ein weiterer Produzent ist der Comicautor Matt Fraction, der unter anderem die Abenteuer von Iron Man und Hawkeye geschrieben hat.

Der Cast von Monarch – Legacy of Monsters ist eine bunte Mischung aus amerikanischen und japanischen Darstellern, aus alten Hasen und neuen Leuten im Filmgeschäft. Anna Sawai spielt die Schullehrerin Cate, Kiersey Simmons die amerikanische Auswanderin May, während Ren Watabe den japanischen Halbbruder von Cate, Kentaro, darstellt. In der Vergangenheit verfolgt man die Erlebnisse von Keiko, die von Mari Yamamoto, zum Leben erweckt wird, William „Bill“ Randa, dargestellt von Anders Holm, und Lee Shaw, dessen Schauspieler der Kurt-Russel-Sohn Wyatt Russel ist. Kurt Russel selbst taucht ebenfalls in der Serie auf, als älterer Lee Shaw. Und er ist nicht der einzige namhafte Darsteller, da auch John Goodman zu sehen ist. Der spielt den älteren „Bill“ Randa und nimmt damit seine Rolle aus Kong: Skull Island wieder auf. Außerdem sind noch Joe Tippett als Tim und Elisa Lasowski als Duvall zu nennen.

Nachwirkungen spielt dabei zu drei verschiedenen Zeiten, wobei zwei besonders wichtig sind. Da ist zum einen die Vergangenheit, in der man die Abenteuer von Keiko, Lee und Bill verfolgt. Und zum anderen die Gegenwart, in der Cate auf ihren Halbbruder trifft und beide herausfinden, dass ihr Vater jede Menge Geheimnisse hatte.

Ein Schock auf Gegenseitigkeit

Dabei fokussiert sich die erste Episode sehr darauf, das Familiendrama von Cate und Kentaro aufzubauen. Es ist für beide ein Schock, als sie herausfinden, dass ihr Vater ein Doppelleben geführt hat. Und es ist noch ein größerer, als sie feststellen, dass das nicht das einzige Geheimnis ist, das er hatte.

Dabei ist die Beziehung zwischen den beiden Halbgeschwistern keine besonders herzliche. Im Gegenteil: Sie begegnen sich in Nachwirkungen mit Argwohn und auch ein wenig Misstrauen. Sie haben Geheimnisse voreinander, die sie erst dann preisgeben, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt. Es ist eine etwas andere Beziehung, als man erwarten würde. Aber es ist gleichzeitig eine, die angesichts der Umstände natürlich wirkt.

Zu dieser Figurenkonstellation stößt am Ende May hinzu, die auf Kentaro alles andere als gut zu sprechen ist. Trotzdem erklärt sie sich bereit, den beiden zu helfen. Womit sie allerdings ungewollt die Aufmerksamkeit von Monarch erregt, was dann vermutlich in den kommenden Folgen wichtig wird.

Wenn die Monster spärlich auftreten

Völlig anders ist das Trio aus der Vergangenheit. Hier gibt es keine persönlichen Animositäten zwischen den dreien, was vor allem daran liegt, dass Keiko und William ein festes Paar sind, derweil Lee Shaw anscheinend eine Art Leibwächter für die beiden spielt. Die drei harmonieren in Nachwirkungen perfekt, was allerdings nicht die Katastrophe am Ende verhindert.

Interessant an diesem Plot sind die spärlichen Hinweise auf die Handlungsgegenwart. Man erfährt, dass die beiden Wissenschaftler wohl Monarch gegründet haben. Und dass Keiko die Großmutter der Halbgeschwister ist, was interessante Informationen sind, bei denen man noch nicht sicher ist, wo man sie chronologisch einsortieren kann.

Wer übrigens bei dieser Serie auf jede Menge Monster-Action wartet, der wird enttäuscht sein. Godzilla taucht zwar in Nachwirkungen auf, als man aus Kates Perspektive die Ereignisse auf der San-Francisco-Brücke aus dem 2014-Godzilla-Film noch einmal sieht. Doch ansonsten stehen die Kaijus nicht im Vordergrund. Stattdessen geht es mehr um die Auswirkungen ihrer Erscheinungen.

Mit dem Schrecken leben

So sieht man, dass in Japan die Angst vor der Riesenechse allgegenwärtig ist. Es wurden Abwehrsysteme und ein Netz von Bunkern errichtet, in die die Bevölkerung flüchten kann, wenn es mal wieder zu einem Angriff des Wesens kommt. Die japanische Bevölkerung hat sich mit deren Existenz abgefunden, auch wenn sie immer noch Furcht und Schrecken vor ihnen haben.

Für Cate selbst ist dies in Nachwirkungen allerdings ein Auslöser für böse Erinnerungen. Sie hat während des G-Days Schulkinder verloren, für die sie verantwortlich war, und hatte in den Tagen nach den Ereignissen die letzte Begegnung mit ihrem Vater. Weshalb es auch nicht verwundert, dass sie so … traumatisiert reagiert.

Noch ist nicht abzusehen, wohin die Reise führen wird. Die Auftaktfolge von „Monarch – Legacy of Monsters“ begnügt sich damit, ein paar kleine Hinweise einzustreuen, aber noch nichts, was auf ein großes Gesamtbild hindeutet. Vermutlich wird dies in der nächsten Episode klarer, die übrigens zeitgleich mit dieser herausgekommen ist.

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Götz Piesbergen
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