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Datas Persönlichkeit wird von der einer anderen Person übernommen.

Das fremde Gedächtnis – The Schizoid Man
Staffel 2 – Folge 6

Buch: Tracy Torme
Regie: Les Landau

Inhalt

Die Enterprise eilt dem berühmten Wissenschaftler Dr. Ira Graves zur Hilfe, der im Sterben liegt. Unmittelbar vor seinem Tod überträgt er seine Persönlichkeit auf Data (Brent Spiner), in der Hoffnung, in dem potentiell unsterblichen Androiden ewig weiterleben zu können. Dies führt bei Data zu einer zunehmend gefährlich werdenden Veränderung seines Verhaltens. Erst nach und nach wird seinen Crewkameraden klar, was vor sich geht …

Rezension

Episoden, die sich vor allem um Data drehen, gehören zu Recht zu den Favoriten unter den Fans. Das bedeutet jedoch nicht, dass all diese Folgen absolut gelungen sind. Das fremde Gedächtnis gehört so auch eher zu jenen Folgen, die man bestenfalls als durchschnittlich bezeichnen muss. Die Grundidee klingt zunächst einmal originell: Ein sterbender Mensch übernimmt Datas Körper wodurch sich sein Charakter komplett verändert und der sonst so verlässliche Android sogar zu einer Gefahr für seine Mitmenschen wird. Brent Spiner bekommt hier die Gelegenheit, seine Figur mal auf eine gänzlich andere, ungewohnt emotionale Art zu spielen. Es mutet in so mancher Szene beinahe verstörend an, den sonst immer so unschuldig wirkenden Data so unkontrolliert zu sehen.

Leider liegt hier auch ein Problem der Folge, denn irgendwie wirkt Data trotz Spiners Schauspielkunst nicht immer ganz glaubwürdig. Im Grunde erscheint Das fremde Gedächtnis wie eine Kopie von „Das Duplikat“ aus der ersten Staffel, in der es die Enterprise Crew mit dem bösen Zwillingsbruder Datas zu tun bekommt. In dieser Rolle spielte Spiner wesentlich überzeugender und auch bedrohlicher auf. Hier hingegen erscheinen die Veränderungen seines Charakters doch etwas aufgesetzt. Am deutlichsten wird dies in der Begräbnisrede im Transporterraum, in der Data eine wahrlich überschwängliche Rede über den verstorbenen Dr. Graves hält. Diese Szene hätte genauso gut aus einer Komödie kommen können und wirkt dadurch deplatziert. Dies gilt im Übrigen auch für manch andere Szene.

Außerdem ist es etwas bedauerlich, dass man nicht versucht, beim Zuschauer Mitgefühl für den todkranken Dr. Graves zu erzeugen. Stattdessen wird er als egoistisches Genie dargestellt, dem es egal ist, was aus Data wird, nachdem er sich in dessen Körper transferiert hat. Hätte man ihn als einen Mann beschrieben, der einfach nur eine allzu menschliche Angst vor dem Tot hat, wäre er menschlicher und seine Figur für den Zuschauer nahbarer gewesen.

Spannung einsteht vor allem aus der Frage wie es gelingt, seine Persönlichkeit wieder aus Data herauszubekommen. Wie es für Star Trek üblich ist, wird dieses Problem nicht mit Gewalt gelöst. Das Dr. Graves am Schluss doch noch von sich aus sein Fehlverhalten erkennt und freiwillig in den Tod geht, passt dann doch wieder zu Datas Programmierung, anderen Lebensformen keinen Schaden zufügen zu können. Fast könnte man meinen, dass ein Teil von Datas Charakter auch auf ihn übergegangen ist. Logisch ist dies freilich nicht, zumal ja zu Beginn der Episode nicht gezeigt wird, wie es Graves technisch möglich war, sein Bewusstsein in Data zu verpflanzen, geschweige denn, wie er es am Schluss wieder aus dem Androiden entfernt und in den Schiffscomputer der Enterprise  überführt wird.

Eine Bemerkung zur Besetzung: Suzie Plakson ist hier zum ersten und einzigen Mal in ihrer Rolle als vulkanische Ärztin Dr. Sela zu sehen. Später tritt sie noch mehrfach als Worfs Freundin K’Ehlyr auf.

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Sven Wedekin

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