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In der zweiten Monarch – Legacy of Monsters-Folge findet ein Aufbruch statt.

Ein klarer Ablauf

Die Monarch-Angestellten Tim (Joe Tippett) und Duvall (Elisa Lasowski) sind auf der Spur von Cate (Anna Sawai), Kentaro (Ren Watabe) und May (Kiersey Simmons). Sie wollen von den dreien die Akten und Daten, die sie im Büro ihres Vaters gefunden hatten. Dabei gehen sie nicht unbedingt zimperlich vor, weshalb die Gesuchten fliehen müssen. Zum Glück wissen sie, wohin sie wollen.

Im Jahr 1952 wird der junge Lieutenant Lee Shaw (Wyatt Russel) dazu abkommandiert, auf die japanische Wissenschaftlerin Keiko Miuara (Mari Yamamoto) aufzupassen. Diese will auf den Phillipinen merkwürdige Strahlungsspuren erforschen. Unterwegs stoßen sie auf den Kryptozoologen Bill Randa (Anders Holm), der dem gleichen Ziel nachgeht. Es stellt sich heraus, dass dieser Wissenschaftler ein Geheimnis hat, welches im Zusammenhang mit dem Vorhaben steht.

Aufbruch macht klar, wie die Monarch – Legacy of Monsters-Serie vermutlich ablaufen wird. Man wird voraussichtlich immer zwei Plots haben. Da ist zum einen derjenige aus dem Jahr 2015, in dem Cate, Kentaro und May, gejagt von Monarch, versuchen herauszufinden, was mit dem Vater von Cate und Kentaro geschehen ist. Dabei werden sie ab dieser Episode anscheinend von dem alten Lee Shaw unterstützt. Der andere Plot ist die Vergangenheit, wobei zwischen verschiedenen Jahren hin- und hergesprungen wird, ohne dass sich – zumindest aktuell – eine Reihenfolge herauskristallisiert. Hier liegt der Fokus auf der Vorgeschichte zu Monarch.

Eine mysteriöse Organisation

Die Serie scheint dabei beide Plots gleichberechtigt zu behandeln. Man hat nicht das Gefühl, dass die eine Handlung zu Gunsten der anderen zurückstecken muss. Was eine gute Entscheidung ist, da beide auf ihre jeweils eigene Art interessant sind.

In der 2015er Handlung werden mit Tim und Duvall die menschlichen Antagonisten vorgestellt. Man weiß, beide sind von Monarch und haben es auf die Akten bzw. die Dateien abgesehen, die die Randa-Kinder im Büro ihres Vaters gefunden haben. Dabei werden die beiden in Aufbruch zwar antagonistisch dargestellt. Sie kidnappen zwar Cate und dringen in die Wohnung von Kentaros Mutter ein. Aber sie beschränken sich auf diese Aktionen und scheinen nicht bereit zu sein, ihre Zielobjekte zu verletzten oder noch schlimmer vorzugehen.

Monarch wird außerdem in dieser Folge als sehr mysteriös und zwielichtig dargestellt. Das zeigt sich unter anderem am Ende der Episode, als der alte Lee Shaw zwar in einem komfortablen Altersheim untergebracht ist, das sich jedoch als eine Art goldener Käfig entpuppt, da er selbst im Garten unter ständiger Beobachtung steht. Hoffentlich erfährt man im Laufe der Serie, wie es dazu gekommen ist, dass diese Organisation so zwielichtig geworden ist.

Wie man ein Kaiju auch einsetzen kann

Die Handlungsgegenwartsebene schafft es allerdings in Aufbruch nicht ganz, vollständig zu überzeugen. Das Problem ist, dass die drei Protagonisten es nicht vollständig schaffen, den Zuschauer für sich einzunehmen. Sie reagieren die meiste Zeit nur. Erst der Auftritt von Kurt Russel verändert alles. Er schafft es in den wenigen Minuten, die er zu sehen ist, problemlos das Heft der Handlung an sich zu reißen und die drei anderen zu überstrahlen. Mal gucken, wie sich das noch entwickeln wird.

Am interessantesten ist in dieser Folge deshalb die Vergangenheitsebene, als sich die drei Protagonisten jenes Plots das erste Mal trafen. Sehr gut werden dabei ihre jeweiligen Persönlichkeiten rübergebracht. Keiko ist die selbstbewusste Wissenschaftlerin, die eigentlich auf Grund ihrer Herkunft und ihres Geschlechts in der damaligen Zeit im Hintertreffen war. Der junge Lee Shaw hingegen wird als etwas arrogant charakterisiert, wobei er seine Vorurteile einsieht. Und Bill Randa harmonisiert von Anfang an perfekt mit Keiko, weshalb es kein Wunder ist, dass die beiden später zusammenkommen.

Hier taucht in Aufbruch auch wieder ein Kaiju auf, wobei sich zeigt, wie gut „Monarch – Legacy of Monsters“ diese einzusetzen weiß. Denn die Serie lässt sich Zeit, bis sie das jeweilige Ungeheuer komplett präsentieren. Stattdessen sieht man nur sein Wirken und Teile von ihm, was schon ausreicht, um es gefährlich wirken zu lassen.

Keine Auflösung ist eine gute Auflösung?

Schade ist nur, dass der Cliffhanger aus der letzten Folge nicht aufgelöst wird. Aber vermutlich wollen die Showrunner der Serie den Zuschauer diesbezüglich noch ein wenig zappeln lassen, damit er weiter einschaltet. Wenn die künftigen Episoden so gut sind wie die vorliegende, dann ist es eine gute Entscheidung.

„Aufbruch“ mag jetzt nicht der Überflieger sein, dazu gefällt die Vergangenheitsebene mehr als die Gegenwartsebene. Aber trotzdem ist es eine gute Episode.

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Götz Piesbergen
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