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Spielekonsolen und Heimcomputer stehen im Fokus von Winnie Forsters Buch.

Spielekonsolen und Heimcomputer
Cover © Gameplan

Altmodisch schön

Was Bücher angeht, bin ich altmodisch. Ich mag es, etwas in der Hand zu haben und darin zu blättern. Ich lese zwar auch eBooks, aber Print ist für mich einfach schöner. Vor allem, wenn ich dann so etwas wie Spielekonsolen und Heimcomputer aus dem Gameplan-Verlag in der Hand habe.

Das Buch ist Ende 2022 in der siebten Auflage, bzw. der fünften erweiterten herausgekommen. Erweitert wurde der Band vor allem um die neue Konsolengeneration, um die der PS5, Xbox Series X/S und der Switch. Laut Angaben des Autors kamen am Ende 24 Seiten und 40 neue Geräte hinzu.

Geschrieben wurde Spielekonsolen und Heimcomputer von jemanden, der sich damit auskennt. Winnie Forster ist nämlich nicht irgendjemand, sondern im deutschen Videospielejournalismus ein bekannter Name. Er war leitender Redakteur der Computerspielezeitschrift Power Play, gründete die Video Games mit und war auch in die Entstehung der Maniac (Heute M! Games) involviert, für die er in den 1990er Jahren mit Maniac Online eines der ersten professionellen Videospiele-Portale in deutscher Sprache aufbaute.

Von Anfang bis aktuell alles dabei

Das Buch stellt eine Reise durch die Historie der Video- und Computerspielsysteme dar. Angefangen von der allerersten Heimkonsole der Geschichte, dem Magnavox Odyssey, geht die Reise durch die verschiedenen Äras, bis sie in der heutigen ankommt. Dabei werden nicht nur berühmte Systeme vorgestellt, wie das SNES oder die PlayStation 4, sondern auch solche, die nur Kenner kennen und richtige Exoten. Während das Neo Geo hierzulande noch einigen Leuten bekannt sein dürfte, sieht es mit dem Watara Supervision komplett anders aus.

Dabei sind die Systeme in verschiedene historische Abschnitte eingeteilt, die Winnie Forster in Spielekonsolen und Heimcomputer jeweils auf einer Doppelseite einführt. Auf der erklärt er dann, was die Ära, die er jetzt behandelt, ausmacht. Sei es die Entstehung des Mobilmarktes oder die Zeit nach dem Videospielcrash der 1980er Jahre.

Jedes der Systeme, die er dann vorstellt, erhält mindestens eine Seite. Auf einen Blick kann man erkennen, wann was wo das erste Mal käuflich erhältlich war. Es gibt ebenso in einem kleinen Kästchen Angaben über die Anzahl der verkauften Geräte, wie viele Spiele für ein System herausgekommen sind, auf welchem Medium und bis wann das System betreut wurde. Abgerundet wird dies mit einer Sternewertung, in der symbolisch wiedergeben wird, wie viel Genrevarianz die Titel aufbieten und von wie vielen Entwicklern diese kamen. Gewertet wird auf fünf Sterne und in halben Schritten.

Am Ende einer jeden Systemvorstellung gibt es anschließend einen weiteren Kasten. In diesem stellt er dann vor, welche Varianten und Nachfolger erschienen sind.

Informativ, sowohl am Stück wie auch häppchenweise

All dies, kombiniert mit dem Text, in dem er über die Geschichte des jeweiligen Unterhaltungssystems schreibt, liest sich sehr informativ. Und dank des grandiosen Inhaltsverzeichnisses und Indexes kann man sich häppchenweise durch den Band arbeiten, System für System. Mit anderen Worten: Spielekonsolen und Heimcomputer lässt fast keine Wünsche aufkommen. Was aber auch daran liegt, dass jedes System mit wenigstens einem Bild vorgestellt wird. Je populärer es ist, desto mehr Abbildungen kommen natürlich hinzu, darunter dann ebenso von Spielen. Was so nicht nicht selbstverständlich ist.

Und doch gibt es ein paar Aspekte, die den eigentlichen positiven Gesamteindruck etwas eintrüben. Man hat nämlich das Gefühl, dass, je näher Winnie Forster der Jetztzeit kommt, er bei der Selektion einiger Systeme es nicht so genau genommen hat. Oder es nicht genügend durchdacht hat.

So wird in der aktuellen Zeit über das Oculus Quest geschrieben, was ja auch in Ordnung ist. Nur fragt man sich dann, wieso er nicht ebenfalls über die anderen VR-Systeme, die ja ebenfalls erschienen sind, etwas schreibt. Wieso nichts über das HTC Vive? Auch ist es schade, dass er die Google Stadia in ein paar trockenen Sätzen abhandelt, aber nicht ebenso ausführlich beschreibt. Es wäre nämlich interessant gewesen, was er über diese Konsole detailliert zu sagen hätte.

Am Ende ist dies allerdings Meckern auf hohem Niveau. Auch in der neusten Auflage ist Spielekonsolen und Heimcomputer ein Must-Have für alle Videospielefans, die sich für so etwas interessieren. Das Buch ist mit 32,90 € zwar nicht gerade billig. Aber angesichts der Tatsache, wie dick der Band mittlerweile ist und über wie viele farbige Abbildungen er verfügt, ist der Preis mehr als gerechtfertigt.

 

Autor: Winnie Forster
Titel: Spielekonsolen und Heimcomputer
Verlag: Gameplan
Erschienen: 11/2022
Einband: Taschenbuch
Seiten: 288
ISBN: 978-3-00-073643-8
Sonstige Informationen:
Produktseite

 

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