Star Trek Discovery
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Review: Star Trek DSC 049 – Verbindung

Lesezeit circa: 5 Minuten

Mit Verbindung verabschiedet sich die Discovery in die Mittstaffelpause.

Mal wieder eine überraschende Nachricht

Auf der Discovery ist man dem Ursprungsort der DMA einen Schritt näher. Doch es gibt ein Problem: Zora (Annabelle Wallis), die sich selbst bewusst gewordene Schiffs-KI, möchte die Koordinaten nicht weitergeben, um die Crew zu schützen. Daraufhin versuchen Saru (Doug Jones), Stamets  (Anthony Rapp), Hugh Culber (Wilson Cruz) und Kovich (David Cronenberg) herauszufinden, inwieweit man der neuen Intelligenz trauen kann, welche Freiheiten sie genießen kann und wie es mit ihr weitergehen soll.

Captain Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) fällt derweil eine andere Aufgabe zu. Mitglieder und assoziierte Staaten der Föderation kommen zusammen, um über das weitere Vorgehen abzustimmen. Zur Wahl stehen eine friedliche Erstkontaktmission oder mit Waffengewalt gegen die Schöpfer der Anomalie vorzugehen. Es steht nichts weniger auf dem Spiel, als das, was den Kern der Föderation ausmacht.

Die Ankündigung, dass Star Trek – Discovery mit Verbindung in eine Midseason-Break gehen würde, kam genauso überraschend, wie damals die Neuigkeit, dass die aktuelle Season nicht mehr auf Netflix laufen würde. Und genau wie diese News, wurde auch die aktuelle Nachricht im Fandom stellenweise sehr kontrovers diskutiert. Man weiß leider nicht, was der Grund für diese Entscheidung war, die ja sehr ungewöhnlich ist. Vielleicht müssen die kommenden Folgen nochmal ein wenig aufpoliert werden, was gewisse Details angeht.

 

Enormer Maskenaufwand

Immerhin verabschiedet sich die Serie mit einer guten, wenn auch nicht überragenden Folge. Es handelt sich hierbei um eine Episode, in der wieder viel geredet wird. Doch die jeweiligen Gesprächsinhalte sind hochinteressant und bieten viele Ansätze, über die man später weiterphilosophieren kann. Gleichzeitig werden hier zwei Plots, die in der vierten Season wichtig waren, zu einem vorläufigen Höhepunkt weitergetrieben.

Im Prinzip hat man es hier wieder mit einer Episode zu tun, wo in Sachen Kulissen minimalster Aufwand getrieben wurde. Nahezu alle Hintergründe, die man hier zu Gesicht bekommt, wurden schon in früheren Folgen verwendet. Was allerdings sicherlich ein Kostenfaktor war, war das Design der verschiedensten Mitglieder der Föderation. Man sieht zwar nicht alle, sondern nur hier und da ein paar Einzeleindrücke. Doch wirkt es so, als ob die Makeup und Kostüm-Crew enormen Aufwand betrieben haben, da das Design der diversen Botschafter vielfältig und bunt ist. Der Lohn der Mühe sind mehrere Szenen in Verbindung, die vom Look her absolut grandios sind und stellenweise dazu einladen, immer wieder zu pausieren um herauszufinden, ob und woher man welche Spezies kennt.

Doch hauptsächlich wird die Folge von den beiden Hauptplots vorangetrieben. Von der Frage, ob und inwieweit man Zora vertrauen kann. Und wie die Föderation sich entscheiden wird.

Vertrauen um jeden Preis

Bei Zora ist es wunderbar, dass hier wirklich jeder mögliche Aspekt zur Sprache kommt. Paul Stamets erinnert an Control, was für ihn halt Grund ist, wieso er ihr nicht vertraut. Die wiederum sich nach Leibeskräften bemüht, eben sein Vertrauen zu erlangen. Die ihm und den anderen Zugriff zu ihren Programmen gibt und für ihn sogar einen Killswitch erschafft, mit dem er sie ausschalten kann. Beobachtet wird dieses Geschehen in Verbindung von einem sauertöpfisch dreinblickenden Kovich, der mit seiner unnachahmlichen Art und Weise die Ereignisse moderiert.

Doch gleichzeitig machen diese Szenen auf zwei Aspekte aufmerksam, die nicht geklärt sind. Was für eine Funktion hat Saru an Bord des Schiffes? Er scheint wieder Michael Burnhams Stellvertreter zu sein, obwohl er als Captain auf diesem Posten im Prinzip pure Verschwendung ist. Auch wenn er in jeder Szene, in der er auftritt und seine Expertise zeigen kann, grandios ist. Und die Fragen nach der Aufgabe stellt sich ebenso bei Kovich. Er scheint eine Art Tausendsassa zu sein, der mal als Psychologe arbeitet und mal als Vertreter der Föderationspräsidentin. Klar, das ist irgendwo so etwas wie pingelig sein. Aber es wäre schön, wenn „Discovery“ sich endlich mal darum kümmern würde.

Die Föderationskonferenz ist hingegen Politik, wie man es in Star Trek nur selten erlebt. Es werden Argumente vorgetragen und dann abgestimmt. Wobei Michael Burnham und Cleveland Booker jeweils eine wichtige Rolle in der Abstimmung in Verbindung haben. Denn beide werden, ohne dass sie es merken, dahingehend manipuliert, dass sie wichtige Gründe für die jeweilige Seite liefern. Michael für den friedlichen Kontakt, Book für den Angriff.

Sicherheit? Nicht nötig.

Dabei wirkt der Auftritt von Ruan Tarka insofern interessant, als dass man mehr über den Risaner erfährt. Es zeigt sich hierbei, dass er wirklich ein skrupelloses Genie ist, wobei er gleichzeitig auch eine Vergangenheit erhält, die seine Motivation erklärt. Ebenso kriegt man Infos über seine Herkunft, die, wenn es wirklich wahr ist, eine Weiterdenkung eines klassischen „Star Trek“-Elementes ist. In jedem Fall endet die Episode mit einem Cliffhanger, bei dem er und Book eine wichtige Rolle spielen.

Wenn es an Verbindung etwas zu meckern gibt, dann ist es die laxe Sicherheit der Konferenz. Lauter Würdenträger und Gäste wie Ruan Tarka und Cleveland Booker können sich einfach so an die Seite der Präsidentin transportieren? Hier wurde vermutlich zu Gunsten des Dramas auf die Logik verzichtet, was schade ist.

Verbindung ist eine gute Folge mit einem exzellenten Cliffhanger. Jetzt heißt es bis Februar warten, bis es weitergehen wird.

Götz Piesbergen

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