Star Trek Legacies Die Beste Verteidigung
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Review: Star Trek – Legacies Buch Zwei: Die Beste Verteidigung

Lesezeit circa: 4 Minuten

Mit Die Beste Verteidigung geht die Feier von 50 Jahren Star Trek weiter.

Neues Buch, neuer Autor

Die Romulaner haben den Transferschlüssel gestohlen und wollen ihn nutzen, um einen Krieg zwischen Föderation und Klingonen anzuzetteln. Zu diesem Zweck haben sie vor, eine Friedenskonferenz zwischen den beiden Mächten zu sabotieren. Die Enterprise muss das verhindern, wobei die Angelegenheit für Spock persönlich ist, da sowohl sein Vater Sarek wie auch seine Mutter Amanda bei der Konferenz zugegen sind.

Derweil befindet sich Una in einem fremden Universum. Sie ist auf der Suche nach ihren ehemaligen Schiffskollegen, die vor langer Zeit bereits vor ihr an diesen Ort transportiert wurden. Doch als sie sie findet, muss sie Merkwürdiges feststellen.

Mit Die Beste Verteidigung übernimmt David Mack von Greg Cox und dessen Buch Von einem Captain zum Anderen das Ruder in der Star Trek – Legacies-Trilogie. Der Autor ist eigentlich ein Garant für gute und spannende Unterhaltung. Jemand, der sich in nahezu allen Bereichen des Litverse heimisch fühlt und dementsprechend oft hervorragende Erzählungen schreiben kann.

Kein Zufall

Wer den letzten Absatz aufmerksam gelesen hat, dem dürften die einschränkenden Worte auffallen, die ich gewählt habe. Denn in der Tat ist dies ein für den Autor eher unüblicher Roman. Gemeint ist, dass man die ganze Zeit über das Gefühl hat, er schreibt mit angezogener Handbremse.

Dabei ist Die Beste Verteidigung vom Prinzip her ein guter Roman. Der Autor greift hier auf bekannte und beliebte Star Trek-Themen zurück. Sarek und Amanda kommen ebenso vor wie die Romulaner, die nichts Gutes im Schilde führen, sowie die Klingonen. Die übrigens von einem gewissen Gowron angeführt werden, der ja „zufälligerweise“ in Star Trek VI eine große Rolle spielte.

Wobei so etwas bei David Mack nicht wirklich zufällig ist, sondern gewollt. Mit dem Einbauen dieses Charakters bildet er die Basis für dessen spätere Aktionen. Worin sicherlich auch Sarek eine gewichtige Rolle spielt, ihn auf diese Bahn zu lenken.

Ist dies ein Slamdunk?

Dabei können die Auftritte von Spocks Vater überzeugen. Sie sind ein Highlight von Die Beste Verteidigung und man merkt dem Roman an, dass David Mack seinen Spaß dabei hatte, diesen Charakter zu schreiben. Er stellt ihn als Visionär dar, der alles daran setzt, dass Frieden zwischen Föderation und Klingonen herrscht, auch wenn dies alles andere als einfach ist. Da auf der Gegenseite immer noch viele Leute vorhanden sind, die den durch die Organier erzwungenen Frieden hassen und nach jeder Möglichkeit suchen, wie sie die verhasste Föderation durch eine Lücke im Regelwerk doch noch vernichten können.

In diese ohnehin schon angespannte Situation greifen dann zusätzlich noch die Romulaner ein. Und David Mack kann deren Beweggründe glaubwürdig darlegen. Er lässt sie allgemein intelligent agieren, wobei er sich nicht davor scheut, auch zu zeigen, dass diese Vorgehensweise nicht bei allen auf Zustimmung trifft.

All dies sind im Grunde Zutaten für eine unterhaltsame und gute Story. Weshalb es für einen Schriftsteller vom Format wie David Mack vom Prinzip her kein Problem wäre, daraus eine Art Slamdunk zu machen. Aber leider geschieht im Laufe dieser Geschichte etwas für den Autoren eher Ungewöhnliches: Er langweilt den Leser!

Schwach

Dieses Problem hat viele Ursachen. Zum einen kommt die Story einem zeitweise überfrachtet vor, weil der Autor eben nicht nur den Hauptfiguren genügend Raum geben muss, um zu agieren. Dasselbe gilt auch für die zahllosen Nebenfiguren, darunter ebenso der Tochter von Dr. McCoy, die zufälligerweise auf der Welt, wo die Konferenz stattfindet, arbeitet. Allerdings bleibt sie die ganze Zeit über blass und harmlos und damit langweilig.

Auch die Handlungsebene von Captain Una kann nicht überzeugen. Hier nervt ihre Überlegenheit, mit der sie als einzige bemerkt, dass etwas mit der Welt nicht stimmt und dass das, was sie sehen, vermutlich nicht die richtige Realität ist. David Mack stellt dies so penetrant und übertrieben dar, dass es der Figur nicht hilft. Sie wird dadurch nicht sympathisch, sondern das Gegenteil wird erreicht.

Am Ende ist Die Beste Verteidigung ein schwacher Mittelteil der Trilogie. Dass David Mack es besser kann, hat er in seinen anderen Werken wiederholt bewiesen.

Star Trek Legacies 2 Die Beste Verteidigung
Cover © Cross Cult

Bewertung 07/15

Autor: David Mack
Titel: Star Trek – Legacies Buch Zwei: Die Beste Verteidigung
Originaltitel: Star Trek – Legacies 2: Best Defense
Übersetzerin: Helga Parmitter
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 12/2020
Einband: Taschenbuch
Seiten: 395
ISBN: 978-3-96658-327-5
Sonstige Informationen:
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Götz Piesbergen

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