Star Trek Lower Decks
|

Review: Star Trek Lower Decks 25 – Spiegelbilder

Lesezeit circa: 5 Minuten

Es sind die Spiegelbilder, die in Rutherford seine Vergangenheit wieder erwecken.

Endlich!

Auf Grund einer Fehlfunktion seines Implantats erwacht in Sam Rutherfords (Eugene Cordero) Körper eines seiner früheren Ich. Das übernimmt sofort die Kontrolle und will sich davon machen. Doch der Sternenflottenensign kann dies im letzten Moment verhindern, weshalb es schließlich zu einem Duell zwischen den beiden kommt. Wer gewinnt, wird die neue dominante Persönlichkeit werden.

Brad Boimler (Jack Quaid) und Beckett Mariner  (Tawny Newsome) erhalten derweil eine wenig beneidenswerte Aufgabe. Sie sollen auf einem Planeten bei einer lokalen Ausstellung nach Rekruten für die Sternenflotte werben. Doch das ist alles andere als einfach, weil einerseits wiederholt Sabotage betrieben wird und andererseits die Leute von der Sternenflotte ein falsches Bild haben.

Endlich! Endlich ist es so weit! Endlich wird in Spiegelbilder der Subplot um Rutherford aufgegriffen. Es war ja nur gefühlt überfällig.

Das komplette Gegenteil

Dabei nimmt sich die Episode jetzt nicht die Zeit, um zu erklären, wieso auf einmal diese frühere Persönlichkeit auftaucht. Man erfährt, dass Sam zuletzt Alpträume hatte, und dann gibt es eine Fehlfunktion seines Implantats, womit anschließend sein vergangener Charakter wieder hervortritt und den Körper übernimmt. Was übrigens wunderbar durch ein rotes Auge dargestellt wird.

Der ehemalige Sam ist das genaue Gegenteil des Ensigns, den man aus Lower Decks kennt. Er ist in Spiegelbilder ein Einzelgänger, sehr selbstbewusst, aber ebenso sehr aggressiv. Er blickt auf das, was sein anderes Ich erreicht hat, ein wenig mit Verachtung. Und ist auch gleichzeitig nicht bereit, so ohne weiteres auf den Körper zu verzichten.

Zu sehen, wie die beiden miteinander umgehen, ist faszinierend. Vor allem, weil man merkt, dass Rutherford, wie man ihn kennt, trotz allem versucht, mit seinem ehemaligen Ich gut auszukommen. Was dieser allerdings wiederholt arrogant ablehnt. Er sieht sich als das bessere Ego der beiden und will dies am Ende auch unter Beweis stellen.

Das Rätsel ist noch nicht geklärt

Die nun folgende Sequenz ist nicht nur ein bloßes Rennen der beiden. Es verdeutlich vielmehr einmal mehr die Unterschiede zwischen ihnen. Was bereits damit anfängt, welche Flieger sie nehmen, bis hin zu, ob sie alleine oder zusammen agieren oder ihre Freunde mit dabei haben. Und Letzteres ist bei dem Ensign-Rutherford der Fall.

Am Ende von Spiegelbilder ist klar, wer die dominante Persönlichkeit ist und wer vergeht. Dabei geht einem das Vergehen des Unterlegenen zu Herzen, weil es einfach perfekt inszeniert ist.

Doch mit dem Ende dieses Plots ist das große Mysterium um Rutherfords Implantat und wer dafür verantwortlich ist, noch nicht vorbei. Im Gegenteil: Man hat das Gefühl, dass die Handlung in Zukunft noch sehr interessant sein wird. Denn das, was man gesehen hat, kratzt bestenfalls nur an der Oberfläche von dem, was sich ereignet hat.

Der B-Plot enttäuschend?

Wer jetzt meint, dass der B-Plot in Spiegelbilder im Vergleich dazu enttäuscht, der wird seine Meinung ändern. Denn diese Handlung begeistert nicht minder. Dabei sind es vor allem die Charakterisierungen, die so hervorragend sind.

Vordergründig geht es um die Bemühungen der beiden Ensigns, neue Leute für die Sternenflotte zu rekrutieren. Eine Aufgabe, die bei Beckett Mariner wenig Begeisterung auslöst, bis Commander Ransom ihr quasi die Pistole auf die Brust setzt und sie zwingt, diesen Auftrag erfolgreich abzuschließen. Dass dann vieles schiefläuft, ist klar.

Was so erfrischend an dieser Handlung ist, ist die Außenperspektive, die die diversen Besucher hineinbringen. Dabei wird klar, dass die Sternenflotte anscheinend bei vielen Zivilisten keinen guten Ruf genießt, ja sogar deren Offiziere verhöhnt und verspottet werden, oder diese ein komplett falsches Bild von der Organisation haben. Eine ungewohnte Reaktion, da man als Zuschauer von Star Trek ja gewohnt ist, dass die Figuren Helden sind.

Ein interessantes Ende

Interessant wird es dann in Spiegelbilder ab dem Moment, wo ausgerechnet Boimler der Kragen platzt. Man hätte eher erwartet, dass es Mariner ist, die explodieren würde, aber dass es ihr Freund ist, passt trotzdem perfekt. Denn er ist jemand, der die Sternenflotte mit all ihren Facetten förmlich liebt. Mariner hingegen steht der Organisation ja eher skeptisch gegenüber, wobei sich ihre Haltung im Laufe der Staffeln etwas abgemildert hat.

Dabei zeigt sich übrigens auch, wie gut die beiden mittlerweile miteinander auskommen. In der ersten Season hätte sich Beckett Mariner über Braid Boimler lustig gemacht, doch inzwischen sind sie beste Freunde. Schließlich bremst er sie und sie übernimmt dann freiwillig am Ende der Folge das Protokoll.

Und es ist in der letzten Szene in Spiegelbilder, in der ein weiterer möglicher Subplot angefangen wird. Denn wir wissen, dass Mariners Herz nie so recht der Sternenflotte gehörte. Und jetzt wird ihr ein Ausweg geboten. Wird sie ihn irgendwann annehmen? Das werden die kommenden Folgen zeigen.

Spiegelbilder ist Lower Decks at its best. Jede Menge Humor, jede Menge Eastereggs, aber auch jede Menge Charaktermomente. Eine wirklich exzellente Episode.

warpshop

Warpskala

Warpskala
10 10 0 1
10/10
Total Score

Positiv

  • Endlich wird der Rutherford-Subplot weiterentwickelt
  • Boimler platzt der Kraten
Götz Piesbergen
Letzte Artikel von Götz Piesbergen (Alle anzeigen)

Ähnliche Beiträge

Kommentar verfassen