Review: Star Trek – The Original Series 07: Früher war alles besser

Lesezeit circa: 5 Minuten

In Star Trek – The Original Series 07: Früher war alles besser kommt es zu einem ungewöhnlichen Crossover.

Eine überraschende Frau

Die Crew der Enterprise ist in diplomatischer Mission unterwegs. Sie versuchen, eine Spezies mit dem Namen Yusub davon zu überzeugen, orionischen Piraten keine Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten. Doch die Orioner selbst greifen dann plötzlich an und bringen Captain James T. Kirk in Bedrängnis. In letzter Sekunde wird er von einer fremden Frau gerettet, die sich als Annika Seven vorstellt.

Dabei handelt es sich um Seven of Nine, die durch einen chronitonischen Vorfall aus ihrer Gegenwart in die Vergangenheit versetzt wurde, fernab der Voyager und ihrer Kameraden. Nun muss sie einen Weg finden, wie sie wieder zurückreisen kann, ohne dabei ein Zeitparadoxon auszulösen. Gleichzeitig muss sie auch nach einer Möglichkeit suchen, am Leben zu bleiben, da ihr Körper ohne den Alkoven sich nicht mehr regenerieren kann. Die Zeit drängt also.

Es ist lange her, dass zuletzt ein The Original Series-Roman herauskam. Das letzte Buch war Die Glücksmaschine, das Anfang 2015 publiziert wurde. Woran der Mangel an weiteren TOS-Material liegt, kann man nur spekulieren. Deshalb ist es umso schöner, dass mit „Früher war alles besser“ endlich neues Lesefutter für Fans der ursprünglichen Enterprise herauskommt.

Zukunft trifft Vergangenheit

Und Autor Greg Cox fährt auch gleich große Geschütze auf. Denn sein Roman ist ein Crossover, in dem niemand Geringeres als Seven of Nine, die ehemalige Borgdrohne aus der Voyager-Serie auftaucht. Und dadurch, dass sie aus der TV-Serie als eine nüchterne, intelligente und logisch vorgehende Frau bekannt ist, kann man sich sicher sein, dass sie dem Charme des berühmten Schürzenjägers nicht erliegt.

Die Interaktion zwischen ihr und den anderen bekannten Crewmitgliedern macht einen Großteil des Charmes von Früher war alles besser aus. Dabei verzichtet der Autor darauf, Seven of Nine irgendwie zu passiv darzustellen oder sie vor lauter Heldenverehrung erstarren zu lassen. Eben dadurch, dass sie auf solche Sachen nichts gibt, kann Greg Cox sie als gleichberechtigt zu dem bekannten Dreiergestirn der „Enterprise“ darstellen.

Um der Handlung außerdem etwas Dringlichkeit zu verpassen, hat sich der Schriftsteller einen genialen Kniff einfallen lassen. Er greift auf den Fakt zurück, dass Seven of Nine als ehemalige Borgdrohne auf einen Alkoven angewiesen ist, um sich zu regenerieren. Der ist natürlich nicht mit durch Raum und Zeit gereist, so dass es ihr im Laufe der Handlung immer schlechter geht. Hier ist es übrigens sehr schön zu lesen, wie die anderen versuchen, sie zu unterstützen, damit sie möglichst lange noch funktionsfähig bleibt. Vor allem Spock und McCoy können mit ihrer jeweiligen Expertise glänzen. Dass sie trotz der widrigen Umstände versucht, ein Zeitparadoxon zu vermeiden und gleichzeitig einen Weg zurück in ihre Zeit zu finden, wird dabei von Greg Cox eindrucksvoll dargestellt.

Menschen, keine Helden

Was auch für die Darstellungen der anderen Besatzungsmitglieder angeht. Hier merkt man, dass Greg Cox einer der Experten unter den aktuellen Star Trek-Autoren ist, im Bezug auf die ursprüngliche Serie. Wie sonst nur David R. George III versteht er sich darauf, die verschiedenen Figuren glaubwürdig und lebendig darzustellen. So wirkt sein Captain James T. Kirk nicht wie ein Superheld, sondern wie ein normaler Mensch, was eine wohltuende Abwechslung ist.

Früher war alles besser überzeugt nicht nur auf Grund seiner Charaktermomente, sondern auch wegen der Handlung an sich. Die orionischen Piraten sind die perfekten Gegenspieler, deren Aktionen zusätzlich dafür sorgen, dass der Roman spannend bleibt. Höhepunkt ist dabei das überraschende Finale, dessen Ausgang man zwar lange im Voraus erahnen kann, doch wie dann letzten Endes alles geschieht, das ist ungewöhnlich und exzellent geschrieben.

Es macht einfach Spaß, diesen Roman zu lesen.

Bewertung 15/15

Autor: Greg Cox
Titel: Star Trek – The Original Series 07: Früher war alles besser
Originaltitel: Star Trek – The Original Series: No Time Like The Past
Übersetzer:  René Ulmer
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 02/2016
Einband: Taschenbuch
Seiten: 405
ISBN: 978-3-86425-801-5
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Götz Piesbergen
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