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Aayla Secura wird einmal mehr auf ihre Heimatwelt Ryloth geschickt, begleitet von ihrem neuen Meister Tholme.

Das Jedi-RitualHandlungen

Als kleines Kind ist Aayla von ihrem eigenen Onkel Pol Secura als Sklavin an einen Hutten verkauft worden. Zu diesem Zeitpunkt weilte ein gewisser Padawan namens Quinlan Vos mit seinem Meister Tholme auf Ryloth. Er folgte dem versklavten Mädchen bis zu dessen neuem Besitzer. Dieser brachte auch einen illegal eingefangenen Wampa mit auf sein Anwesen, was sich als weniger gute Idee herausstellte. Der Wampa tötete den Sklavenhalter und Quinlan entdeckte, dass die kleine Aayla stark in der Macht war. So gelangte sie zum Jedi-Orden.

Jahrzehnte später wird sie erneut nach Ryloth geschickt, um eine Regierungskrise abzuwenden. Erst kurz zuvor war sie schon einmal mit Quinlan Vos dort gewesen, um einen Drogenring auszuheben, der von ihrem Onkel Pol geleitet wurde. Nun muss sie einem weiteren Onkel namens Lon Secura beistehen, dessen Sohn Nat  von seinem Konkurrenten Kh’aris Fenn entführt wird. Tholme schleicht sich auf das Schiff von Vilmarh Grahrk, der den Kurier für den Geiselnehmer spielt, wird aber entdeckt und gefangen genommen.

Aayla verfolgt die Spur ihres Meisters bis nach Ord Mantell, wo sie auf ihren früheren Meister Quinlan Vos trifft. Dieser kann den devaronianischen Schmuggler mit etwas Hilfe beim Glücksspiel überzeugen, die Information über den Standort der Geiseln rauszurücken. Diese befinden sich auf Kintan, wo die beiden Jedi es mit dem Morgukai-Söldner Tsyr und dessen Sohn Bok zu tun bekommen. Schlussendlich können sie ihre Mission erfüllen, wobei Tsyr den Tod findet und Bok einen Arm verliert.

Zurück auf Ryloth kann die politische Lage stabilisiert werden. Kh’aris Fenn flüchtet ins Exil und sein Vater Ro wird in die lebensfeindliche Wüste auf der Tagseite des Planeten verbannt. Auf Coruscant steigt Secura in den Rang einer Jedi-Ritterin auf und Vos in den eines Meisters.

Die zweite Geschichte dreht sich um den Senatswächter Sagoro Autem, der zusammen mit seinem Kollegen Isaru Omin den Mord an einem Senator aufklären soll. Zum Schutz von dessen Nachfolger Simon Greyshade werden die Jedi Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker eingeteilt. Wie es scheint, hat eine wichtige Abstimmung über eine Finanzreform zum Mord geführt und Greyshade lässt seine Entscheidung daher offen.

Wie es die Irrungen der Macht so wollen, zerbricht gerade die Familie von Autem, da er berufsbedingt kaum Zeit für seine Lieben hat. Sein Sohn Reymet nimmt an illegalen Rennen in den Müllschächten der Stadt teil, um seiner Felacat-Freundin die Heimreise zu finanzieren. Im letzten Moment kann Sagoro die Verhaftung seines Sohnes verhindern, lässt dessen Freundin jedoch abführen. Mit ernsten Konsequenzen.

Als Reymet die Felacat aus dem Knast befreien will, bekommt er Hilfe von seinem Onkel Venco Autem, der die Wache besticht. Im Gegenzug fordert Venco von seinem Neffen die Zugangscodes für das Senatsgebäude. Da Reymet seine Ausbildung bei der Senatswache abgebrochen hat, gibt er ihm die Codes seines Vaters.

Anakin erlaubt sich unterdessen einen ähnlich fatalen Fauxpas, als er es Senator Greyshade während eines Empfangs erlaubt, auf den Balkon zu gehen, wo dieser fast von Prinzessin Tsian ermordet wird. Diese setzt ferngesteuerte Miniaturdrohnen ein, die erst von ihrem Opfer ablassen, als sie von Sagoro betäubt wird. Ebenso gelingt es Autem, den nächsten Anschlag im Senatsgebäude zu vereiteln, wofür er seinen eigenen Bruder erschießen muss.

Da Venco die Zugangscodes seines Bruders besaß und obendrein selbst ein Senatswächter war, bis er korrupt wurde, bringt der Vorfall Sagoro keine Anerkennung, sondern Misstrauen ein. Er stellt ein Sicherheitsrisiko dar und verliert deshalb seinen Job, seine Frau verlässt ihn samt Tochter und sein Sohn reist mit seiner Freundin ab. Zu allem Elend wird die Abstimmung, die zu der Ereigniskette geführt hat, von Kanzler Palpatine abgesagt. Was bleibt, ist eine gescheiterte Existenz.

Rezension von Das Jedi-Ritual

Obwohl Aayla Secura sich gerade erst von ihrer letzten Mission auf Ryloth erholt hat, wird sie gleich aufs Neue dorthin beordert. Noch dazu in einer Undercover-Mission, in der sie eine Sklavin spielen muss. Ihr Onkel Lon erkennt sie dabei zunächst gar nicht wieder und behandelt sie mit herablassendem Sexismus. Das alles weckt in ihr furchtbare Kindheitserinnerungen.

Wenigstens kann sie sich wieder an ihr Leben erinnern, welches detailliert in ihren Lekku abgespeichert ist. Ihre Twi’lek-Biologie hilft ihr dabei, die Glitzerryll-Amnesie zu überwinden. Ihr ehemaliger Meister Quinlan Vos hat dagegen noch mit den Nachwirkungen der Droge zu kämpfen, die ihnen von Pol Secura verabreicht wurde. Dies führt dazu, dass er sich an einige Lektionen nicht mehr so gut erinnern kann und damit empfänglich für die dunkle Seite wird.

Bei der Rettungsmission zögert er nicht, ein Würfelspiel mittels der Macht zu manipulieren, um Vilmarh Grahrk Informationen zu entlocken. Auf Kintan wird er dann so richtig rabiat und köpft den Morgukai-Söldner Tsyr. Seine einstige Schülerin schlägt kurz darauf in einem Duell dessen Sohn Bok den Arm ab. Dies wird noch ein Nachspiel haben, denn in den Klonkriegen werden sie sich wieder begegnen (Neue Klone, gleicher Krieg).

Der kommende Krieg kündigt sich bereits an, denn hinter den Machenschaften von Kh’aris Fenn, der sich zum Alleinherrscher von Ryloth aufschwingen und den Planeten aus der Republik lösen will, steckt kein Geringerer als Count Dooku. Bekanntlich werden dessen Pläne einige Jahre später aufgehen und auch Kh’aris Fenn wieder auf den Plan rufen, der dann eine unangenehme Begegnung mit Quinlan Vos haben wird (Kräftemessen).

Die Legends-Bände bauen wie nach Episode II stark aufeinander auf und sollten daher in der korrekten Reihenfolge gelesen werden. Viele spätere Anspielungen versteht man nur, wenn man Das Jedi-Ritual gelesen hat. Der einzige Punkt, in dem sich einzelne Geschichten widersprechen, ist hier die Cortosis-Legierung. In früheren Bänden brachte Cortosis bei Berührung mit einem Lichtschwert selbiges zur Abschaltung, wohingegen das Material in diesem Comic lediglich nicht von Lichtschwertklingen geschnitten werden kann.

Ansonsten gibt es aber keine Widersprüche und vor allem die Charaktere bleiben in ihrer Entwicklung konstant. Dies gilt nicht nur für die Jedi, sondern auch für zwielichtige Figuren wie Vilmarh Grahrk. Für die richtige Bezahlung übernimmt er jeden noch so schmutzigen Job, ist dadurch aber auch bestechlich genug, seine Auftraggeber jederzeit zu verraten. Immerhin ist er kein skrupelloser Killer und sorgt sogar dafür, dass Meister Tholme bei seiner Entdeckung nicht von Fenn oder den Morgukai getötet wird.

Grafisch ist die Geschichte ein absolutes Highlight. Der Detailgrad ist überwältigend und erschafft realistische Welten. Sämtliche Charaktere sind hervorragend getroffen und aufregend in Szene gesetzt. Von den Posen bis zum Faltenwurf der Kleidung stimmt einfach alles. Für zusätzlichen Realismus sorgt die rundum gelungene Koloration, die nicht mit Leucht- und Glanzeffekten spart. Der Lichteinfall ist super und alle Lichtschwerter haben diesmal die korrekten Farben.

Rezension von Attentäter

Die zweite Geschichte wird größtenteils aus der Sicht einer einfachen Senatswache erzählt. Sagoros Familie dient schon seit Generationen dem Senat und er geht völlig in seinem Job auf. Seine engsten Verwandten machen ihm dabei jedoch Schande. Sein Bruder Venco ist aufgrund von Korruption rausgeflogen und stellt sich dann auch noch als Auftraggeber eines Mordes an einem Senator heraus. Sein Sohn schmeißt den Job derweil hin und beschäftigt sich lieber mit illegalen Hobbys.

Zu allem Übel treffen die beiden dann noch aufeinander und Reymet gewährt seinem Onkel aus Naivität Zugang zum Senat. Wie es scheint, ist Sagoro Autem vom Pech verfolgt und die Geschichte nimmt für ihn kein Happy End. Zumindest diesmal nicht, denn in den Klonkriegen spielt er wieder eine Rolle und wird rehabilitiert (Licht und Schatten).

Obi-Wan und Anakin müssen sich unterdessen mit Attentätern herumschlagen, darunter einem Dug, der sich gegenüber Kenobi derart rabiat verhält, dass er am Ende durch eigene Dummheit in den Tod stürzt. Prinzessin Tsian stammt derweil von einem armen Planeten, auf dem ihr Titel nicht viel wert ist. Sie verdingt sich daher als Attentäterin und das durchaus erfolgreich. Ihr zweites Opfer erwischt sie fast, weil Anakin seine Pflichten vernachlässigt und den Senator allein mit ihr nach draußen lässt. Andererseits ist aber auch der Senator extrem naiv und bettelt geradezu darum, in die Falle laufen zu dürfen.

Optisch bleibt die zweite Story deutlich hinter der Ersten zurück. Der Stil ist geradezu skizzenhaft, was zu kantigen Linien führt. Die Charaktere sind kaum wiederzuerkennen, was besonders bei Kenobi und Skywalker unangenehm auffällt. Wer stand für Anakin Modell? Channing Tatum? Jedenfalls nicht Hayden Christensen.

Der Detailgrad lässt sehr zu wünschen übrig. Die Hintergründe fallen häufig sehr schlicht aus, nur in Palpatines Büro und auf einigen ausgewählten Seiten sieht man mal etwas von Coruscants Skyline. Wenn nicht wenigstens die Koloration noch das Beste aus den Bildern herausholen würde, wäre dieser Comic zumindest optisch kein Genuss.

Fazit

Inhaltlich können beide Geschichten überzeugen, wobei Das Jedi-Ritual in einem größeren Kontext steht. Nur der Titel ist etwas irreführend, denn um welches Ritual geht es denn? Es handelt sich eher um einen Politthriller, der sich um die Twi’lek dreht. Grafisch ist diese Geschichte überragend, was die zweite Story umso deutlicher in den Schatten stellt. Erschienen ist Das Jedi-Ritual u. a. als hochwertiger Hardcover-Band mit der Nr. 117 in der Star-Wars-Comic-Kollektion.

Info

Autor: John Ostrander
Zeichner: Jan Duursema & C. P. Smith
Farben: Brad Anderson & Joe Wayne
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

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8 10 0 1
  • Story 1
    10/10
  • Zeichenstil 1
    10/10
  • Koloration 1
    10/10
  • Story 2
    8/10
  • Zeichenstil 2
    4/10
  • Koloration 2
    8/10
8/10
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