Dämon
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Review: Star Wars – Knights of the Old Republic VIII: Dämon

Lesezeit circa: 12 Minuten

Jarael tritt ihrer Widersacherin Chantique in einem finalen Kampf gegenüber.

DämonHandlungen

Auf Coruscant soll dem mandalorianischen Todesarzt Demagol der Prozess gemacht werden, und Zayne Carrick ist als Zeuge vorgeladen. Auf der Zentralwelt angekommen, staunt Zayne nicht schlecht, dass dort Gryph und Slyssk ein Denkmal für die heldenhafte Rettung einer ganzen republikanischen Kompanie vor der Bombardierung des Planeten Serroco gewidmet wurde. Selbstverständlich verdient der Snivvianer an den Lizenzen für das entsprechende Merchandise eine ganze Menge Credits und obendrein hat er nun auch ein Restaurant auf Coruscant.

In Gryphs Laden trifft Carrick auf den Droiden Elbee, der endlich aus seinem Dämmerzustand erwacht und gerade noch rechtzeitig mitteilt, dass Rohlan nicht derjenige ist, für den er sich ausgibt. Sein Gewicht hat sich nach der Rettungsmission auf Flashpoint verändert, womit jemand anderes in seiner Rüstung steckt.  Das kann nur eines bedeuten, nämlich, dass gar nicht Demagol vor Gericht gezerrt wird. Als Wachen verkleidet entführen Zayne und Marn den Angeklagten und tatsächlich handelt es sich bei ihm um Rohlan.

Die Flüchtigen kommen in der Zentrale des Schurkenmondprojektes unter, welche der einstige Padawan zusammen mit Shel und weiteren Verwandten seiner ermordeten Mitschüler gegründet hat. Das Geld dafür hat er sich bei seinem Geschäftspartner Gryph geborgt. Der war davon erst unbegeistert, doch stellt sich der Unterschlupf nun in mehrfacher Hinsicht als hilfreich heraus.

Zunächst einmal kann Rohlan den beiden dort in Ruhe erklären, was er alles über Demagol herausgefunden hat. Bei dem skrupellosen Wissenschaftler handelt es sich gar nicht um einen gebürtigen Mandalorianer, sondern um einen Zeltroner namens Antos Wyrick, der während des Sith-Krieges auf der Seite der Mandalorianer stand und nach deren Niederlage von den Fähigkeiten der Jedi besessen war.

Nach dem Krieg forschte er zunächst als Biologe an der Universität von Arkania. Zumindest bis alle Außenwelter als unerwünscht ausgewiesen wurden. Durch Zufall gelangte er an ein Haar des arkanianischen Helden Arca Jeth, dessen ethnische Zugehörigkeit zu den Abkömmlingen von der rassistischen Propaganda später verschwiegen wurde. Er gründete eine Schule auf Osadia, wo er aus genetischem Material von Arca Jeth arkanianische Kinder erzeugte, von denen er sich Jedi-Fähigkeiten erhoffte. Keine Klone wohlbemerkt, sondern von Abkömmlingen gezeugte Designerbabys.

Eines dieser Kinder war Edessa alias Jarael. Als er von einer Reise zurückkehrte, lag seine Schule in Trümmern und die Sklavenhändler der Feuertaufe, mit denen er einst Geschäfte machte, hatten all seine Schüler entführt. Nun ist er allein mit Jarael unterwegs und gibt sich ihr zu erkennen. Da sie nichts von seinen einstigen Geschäften mit der Feuertaufe und seiner Identität als Demagol weiß, fällt sie ihm erst einmal freudig um den Hals und fliegt mit ihm zurück nach Osadia. Dort will er seine Schule wiederaufbauen und nach den anderen vermissten Kindern suchen.

Auf Osadia werden sie bereits von Chantique und der Feuertaufe erwartet. Mit den einfachen Sklavenhändlern werden die beiden problemlos fertig, doch Chantique birgt ein Geheimnis, von dem sie selbst noch nichts weiß. Obendrein ist sie niemand Geringeres als die Tochter von Antos Wyrick.

In der Zwischenzeit haben Zayne und seine Freunde der Feuertaufe eine Falle gestellt. Da Demagol, was auf Mandalorianisch so viel wie Fleischschnitzer heißt, weder bei Rohlan noch bei Cassus Fett sonderlich beliebt ist, da er auf unehrenhafte Weise an Kindern herumexperimentiert hat, kann Rohlan letzteren überzeugen, die Feuertaufe in einen Hinterhalt zu locken, um so an den Standort der geheimen Schule auf Osadia zu gelangen.

Cassus Fett täuscht einen Angriff auf eine Bergbaukolonie in einem Asteroidengürtel vor, welcher die Republik auf den Plan ruft. Die staunt nicht schlecht, als die Mandalorianer unerwartet wieder in den Hyperraum verschwinden. Dafür taucht plötzlich Zayne Carrick auf, der Admiral Karath darauf hinweist, dass sich zwischen den Asteroiden das Sklavenschiff Gladiator aufhält, um die Überlebenden der Schlacht zu ernten. Damit ist Captain Golliard in die Falle getappt. Zwar will er den Standort von Osadia nicht preisgeben, aber der findet sich auch in den Computern seines Kreuzers.

Nun können Rohlan und Zayne zu Hilfe eilen. Während Carrick Jarael beisteht, übernimmt Rohlan den verhassten Demagol. Der erweist sich jedoch als ebenso stark wie seine Tochter. Wie sich nun herausstellt, hatte nämlich der Zeltroner die ganze Zeit einen Zugang zur Macht, welchen er auf seine Tochter vererbt hat. Bei Jarael ist das genetische Experiment dagegen fehlgeschlagen. So spürt sie weder den dunklen Einfluss von Exar Kuns Doppelklingenlichtschwert, welches ihr Wyrick gegeben hat, noch hat sie auf Metellos 3 die Fesseln gelöst, sondern der als Rohlan getarnte Demagol.

Der will die Neuigkeit erst gar nicht glauben, obwohl er gerade erst den echten Rohlan mit der Macht abgewehrt hat. An seiner leiblichen Tochter ist er ebenfalls nicht sonderlich interessiert und sticht sie von hinten nieder. Doch mit Jarael kann er auch nicht mehr rechnen, nachdem diese nun die Wahrheit über ihn erfahren hat. Als Chantique sich mit letzter Kraft auf ihren Vater stürzt, greift sich dieser mit der Macht ein herumliegendes Lichtschwert und sticht sie abermals nieder. Dummerweise hat er dabei aber Exar Kuns Doppelklingenschwert erwischt, womit er gleichzeitig sich selbst aufgespießt hat.

Nachdem alle Gegner ausgeschaltet sind, kehren die Helden nach Coruscant zurück. Rohlan, der sich dank Demagols Teilnahme am Amateur-Swooprennen nunmehr frei in der Republik bewegen kann, geht seiner Wege. Zayne hat derweil ein Treffen mit Jaraels Eltern arrangiert, die er über das Schurkenmondprojekt ausfindig machen konnte. Ein passendes Jahrestagsgeschenk, denn es ist inzwischen exakt ein Standardjahr her, dass die beiden sich auf Taris kennengelernt haben.

Gleiches gilt für Gryph, der seinem Partner einen Job in seinem Restaurant anbietet. Dieses ist auf Coruscant sehr angesagt, was der kleine Gauner natürlich ausnutzt, indem er alle Tische verkabelt, um seine hochrangigen Gäste auszuspähen. Er kann es einfach nicht lassen und so lehnt Zayne das Angebot lieber dankend ab. Dennoch beweist Gryph auch wieder ein großes Herz, indem er einen Tisch für ihn und Jarael reserviert hat, die endlich zusammenfinden.

Bonusgeschichte

Nach dem vorläufigen Ende der Knights of the Old Republic-Reihe wartet der vorliegende Band noch mit der Bonusgeschichte Aufopferung auf, welche rund 4.000 Jahre später kurz nach dem Ausbruch der Klonkriege angesiedelt ist. Da alle Jedi nach Coruscant zurückbeordert werden, um als Generäle die Klontruppen anzuführen, wird Aayla Secura auf die Raumstation Das Rad geschickt, um ihren einstigen Meister Quinlan Vos zu kontaktieren.

Vos befindet sich auf einer Undercovermission, für welche er die Diebin Khaleen angeheuert hat, einen Datenchip vom lokalen Verbrecherboss Zenex zu stehlen. Der Chip enthält eine Botschaft der Separatisten über einen geplanten Angriff auf Kamino. Damit die Separatisten nicht erfahren, dass die Republik nunmehr über ihre Pläne Bescheid weiß, soll Khaleen den Chip zurück zu Zenex bringen und so tun, als wäre ihr der Diebstahl zu heikel geworden.

Dummerweise ist Zenex ein Falleen, der mit seinen Pheromonen andere dazu bringen kann, ihm zu gehorchen. Als er Khaleen dazu bringen will, sich selbst hinzurichten, greifen die beiden Jedi ein. Da Ayla nichts anderes übrig bleibt, als Zenex zu töten, muss ihr einstiger Meister anschließend dessen Kontaktmann per Jedi-Trick einreden, er hätte den Verbrecherboss getroffen und den Chip von ihm erhalten. Die Mission ist scheinbar geglückt, doch Vos‘ Vertrauter Tookarti verrät ihn heimlich an Count Dooku. Wie die Schlacht um Kamino zu verlaufen hat, bestimmt schlussendlich dessen Meister Darth Sidious.

Rezension von Knights of the Old Republic VIII: Dämon

Im Finale der aktuellen Storyline wimmelt es von Plot-Twists. Der Krasseste ist dabei die Enthüllung, dass Rohlan die ganze Zeit über Demagol war. Und das schon seit Flashpoint! Etwas unglaubwürdig ist das schon. Zwar hatte Demagol die ganze Zeit über Rohlans Helm auf, aber zumindest an der veränderten Stimme hätten doch alle den Unterschied merken müssen.

Außerdem rückt Elbee ganz zufällig gerade im richtigen Moment mit der entscheidenden Information heraus, was sehr konstruiert wirkt. Auf die Frage, warum er die Info nicht eher preisgegeben hat, meint er dann nur, dass ihn niemand danach gefragt hat. Das hat ihn allerdings auch jetzt niemand. Rohlan lag derweil die ganze Zeit im Koma und selbst nachdem er aus diesem erwacht ist, teilt er aus unerfindlichen Gründen niemandem mit, dass er überhaupt nicht Demagol ist. Dafür hat er aber alles über diesen recherchiert, sodass er gleich dessen gesamte Lebensgeschichte nacherzählen kann. Wollte er eine Biografie über schreiben oder was?

Für die Fans der Reihe kommt obendrein noch hinzu, dass sie die ganze Zeit über mit einem Verbrecher mitgefiebert haben, in dem Glauben, dass es sich um Rohlan handelt. Das ist schon eine ziemlich bittere Pille und irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass dieser Plot-Twist keineswegs von Anfang an geplant war, sondern spontan für das Finale aus dem Hut gezaubert wurde.

Zumindest hat sich der Autor die Mühe gemacht, mit dieser Enthüllung das besondere Interesse des falschen Rohlans an Jarael zu erklären. Immerhin ist Demagol alias Antos Wyrick im übertragenen Sinne ihr Erzeuger. Auch sein Interesse an Medizin rührt nicht etwa daher, dass der echte Rohlan ein Feldsanitäter ist. Von daher bekommt die Story hier gerade noch die Kurve.

Der nächste Plot-Twist ist die Machtsensität von Wyrick und dessen Tochter Chantique, die er einst als Fehlschlag betrachtet und an die Feuertaufe verschachert hat. Auch das wirkt, als wäre es erst in diesem Band so entschieden worden. Immerhin bestand durchaus die Möglichkeit, dass Jarael Jedi-Fähigkeiten haben könnte. So werden nun einmal mehr vergangene Ereignisse umgedeutet. Unglaubwürdig ist daran, dass Wyrick und Chantique nie aufgefallen sein soll, dass sie einen Zugang zur Macht haben, sie diese aber plötzlich sehr gezielt anwenden können.

Glaubwürdiger ist da schon, dass Zayne Carrick während seines Urlaubs mit Shel ein Projekt aufgezogen hat, welches aus der Tragödie von Taris erwachsen ist. Die Falle, die er der Feuertaufe von Rohlan stellen lässt, wirkt ebenfalls gut durchdacht. Außerdem erfährt man endlich, warum Rohlan seinem Mandalore den Rücken gekehrt hat, und mit Cassus Fett taucht hier offenkundig ein Urahn von Jango und Boba auf.

Versöhnlich ist schließlich auch das Ende. Die Bösen bekommen, was sie verdient haben, und es gibt ein Happy End sowohl für Jarael und Zayne, als auch für Slyssk und Marn Hierogryph. Die beiden sind nunmehr gefeierte Helden und Slyssk darf das tun, was er am besten kann – kochen. Gryph kann derweil nicht von alten Verhaltensmustern lassen und bleibt ein kleiner Ganove, aber immerhin mit einem weichen Herz.

Grafisch ist der Comic durchaus gelungen und vor allem einheitlich. Die Linien hätten vielleicht etwas deutlicher nachgetuscht werden können und vor allem bei Slyssk hat man zuweilen Probleme, ihn wiederzuerkennen. Der Detailgrad ist allerdings in Ordnung und die Koloration lässt ebenfalls kaum Wünsche offen. Das Verhältnis von Licht und Schatten stimmt, die Leuchteffekte sind super.

Rezension von Clone Wars: Aufopferung

Die Bonusgeschichte fällt gegenüber der Hauptgeschichte völlig aus dem Rahmen. Zum einen wegen dem Epochenwechsel, der mal locker 4.000 Jahre beträgt, zum anderen, weil Aufopferung in eine komplett andere Comicreihe gehört. Sie ist der Auftakt zum Clone Wars-Band Nr.1: Die Verteidigung von Kamino. Da die Clone Wars-Reihe ebenfalls in abgeschlossenen Bänden innerhalb der Comic-Kollektion erschienen ist, wirkt diese Entscheidung unlogisch. Außerdem stimmt die Reihenfolge innerhalb der Kollektion ohnehin nicht und damit wird nun noch mehr Unordnung reingebracht.

Das ist schade, denn obgleich die Clone Wars-Reihe inzwischen durch die gleichnamige Animationsserie für null und nichtig erklärt wurde, ist sie doch spannend erzählt. Der vorliegende Auszug erzählt eine kurzweilige Spionagestory, in der Quinlan Vos und dessen einstige Padawan Aayla Secura im Mittelpunkt stehen. Die Konzentration auf solch beliebte Randcharaktere der Filme ist erfrischend und vor allem Vos‘ Rolle als Einzelgänger wird hier tiefergehend herausgearbeitet. Dennoch bleiben beide ihren Jedi-Idealen treu und setzen ihre Mission aufs Spiel, um einer Diebin, die für Vos arbeitet, das Leben zu retten.

An der Geschichte gibt es nichts zu kritisieren, sie sollte lediglich nicht einzeln gelesen werden, sondern als Teil von Die Verteidigung von Kamino. Wer noch Knights of the Old Republic IX: Krieg lesen möchte, sollte Aufopferung also überspringen und für später aufheben. Obwohl das zugegebenermaßen durchaus schwer fällt, denn optisch macht diese Geschichte wirklich einiges her. Sie stellt einen regelrechten Quantensprung zu Dämon dar.

Da wäre zunächst der extrem hohe Detailgrad und der ebenso hohe Wiedererkennungswert der Charaktere. Die Gesichter sind perfekt getroffen und die Koloration verleiht den Bildern zusätzlichen Realismus. Die düstere Beleuchtung der Raumstation sorgt für die perfekte Atmosphäre einer zwielichtigen Spionagestory. Lediglich Aayla Sercura fällt mit ihrer leuchtendblauen Hautfarbe auf wie ein Leuchtfeuer in der Dunkelheit. Das Verhältnis von Licht und Schatten sowohl in der Umgebung als auch auf der Haut der Charaktere ist sehr stimmig und es mangelt weder an Leucht- noch an Glanzeffekten.

Fazit

Der vorläufige Abschluss der Knights of the Old Republic-Reihe wartet mit einigen überraschenden Wendungen auf, die mal mehr mal weniger glaubwürdig sind. Spannend und actiongeladen ist die Handlung allemal und auch der Zeichenstil hebt sich wieder etwas positiver hervor. Richtig auftrumpfen kann die Bonusgeschichte, die allerdings in eine völlig andere Reihe gehört und innerhalb dieser eine gesonderte Betrachtung verdient hätte.  Erschienen ist Dämon  u. a. als hochwertiger Hardcover-Band mit der Nr. 114 in der Star Wars Comic-Kollektion.

Info

Autoren: John Jackson Miller & John Ostrander
Zeichner: Brian Ching & Jan Duursema
Farben: Michael Atiyeh & Joe Wayne
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

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Warpskala

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9 10 0 1
  • Story 1
    8/10
  • Zeichenstil 1
    7/10
  • Koloration 1
    8/10
  • Story 2
    10/10
  • Zeichenstil 2
    10/10
  • Koloration 2
    10/10
9/10
Total Score
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