Stranger Things
|

Review: Stranger Things 4 – Kapitel 1: Der Höllenfeuer-Club

Lesezeit circa: 11 Minuten

Nach den tragischen Ereignissen aus Staffel 3 müssen die Freunde mit ihrem Leben wieder klarkommen.

Joyce ist mit Will und Elfie nach Kalifornien gezogen und versucht so, Hoppers tragischen Tod zu verarbeiten. Elfie hat aber Schwierigkeiten, sich in der Schule zu integrieren, und auch in der DND-Clique mit dem Namen „Der Höllenfeuer-Club“ ist die Stimmung alles andere als harmonisch.

1979 – Rückblick

Wir sind im Jahr 1986. Ein Zeitungsjunge verteilt von seinem Fahrrad aus recht rabiat die Zeitungen in einer typischen Straße in einer amerikanischen Kleinstadt. Der Mann löst das Kreuzworträtsel komplett, rasiert sich und zieht sich an. Als er in den Spiegel blickt, erkennt man Dr. Brenner. Er nimmt das Publikum mit auf eine Reise in die Vergangenheit ins Jahr 1979.

Im Hawkins Laboratory geht Brenner ins Spielzimmer. Dort sind mehrere Kinder in Krankenhaushemden und kurzgeschorenen Haaren mit sich selbst beschäftigt. Brenner geht zu einem ballspielenden Jungen und fragt ihn, ob er mit zum Unterricht will. Es ist Zehn und er geht gerne mit Dr. Brenner in ein Einzelzimmer. Auf den Gang begegnet ihnen Dr. Ellis, eine ältere Frau, die ein weiteres Kind an der Hand hat. Zehn bekommt eine Elektrodenhaube und erkennt mit geschlossenen Augen, was Dr. Brenner zeichnet. Dieser erhöht nun den Schwierigkeitsgrad und möchte wissen, wo sich Dr. Ellis und Sechs befinden. Auch dieses kann der Junge problemlos erkennen, allerdings stockt er, als er verstehen will, was sie sprechen. Plötzlich ist er verstört und geschockt. Er stammelt, sie würden schreien und schließlich sagt er, dass sie tot sind. Zur gleichen Zeit geht der Alarm im Gebäude los. Dr. Brenner wendet sich zur Tür. Kurz bevor er sie öffnen kann, wird sie ihm mit Wucht entgegengeschleudert und er verliert das Bewusstsein. Als er wenig später wieder zu sich kommt, ist Zehn tot und auch draußen auf den Gängen liegen Leichen. Geschockt bewegt er sich zum Spielzimmer, aber auch dort kann er nur tote Kinder finden. Lediglich vor dem großen zertrümmerten Beobachtungsspiegel steht ein kleines Kind. Es dreht sich um, aus den Augen und der Nase fließt Blut. Es ist Elf. Brenner fragt sie, was sie denn getan hat.

Kalifornien im Jahr 1986

Elfie, die jetzt offiziell Jane heißt, liest aus dem Off ihren Brief an Mike vor. Sie beschreibt, wie gut es ihr geht, dass Joyce einen neuen Job hat und Will eventuell verliebt ist. Jonathan hat leider noch keine Zusage von dem College, an das er gemeinsam mit Nancy gehen will, und raucht in seiner Freizeit viel komisch riechendes Kraut. Allerdings erzählt Elfie Mike wohl nicht die ganze Wahrheit. Sie findet an der neuen Schule keine Freunde und wird sogar von der beliebten Amanda gemobbt. Beim Referat über historische Helden möchte sie von Hopper erzählen. Ihr Vortrag wird ins Lächerliche gezogen und das Modell der Hütte im Wald später in der Pause absichtlich zerstört. Elfie wird von ihren Emotionen übermannt. Sie stellt sich Angela in den Weg, schreit, streckt ihre Hand aus und möchte ihre Kräfte anwenden. Doch nichts passiert. Als eine Lehrerin auftaucht und Angela mitnimmt, bleibt sie zerknirscht zurück, obwohl Will versucht, sie zu trösten. Ihr einziger Lichtblick im Moment ist der Besuch von Mike in den Ferien.

Hawkins und der Höllenfeuer-Club

Als Mike Elfies Brief liest, liegt er noch im Bett und wird unsanft von Nancy daran erinnert, dass er viel zu spät dran ist. Schnell hastet er in die Küche, um sich einen Toast zu schnappen. Beim Hinausgehen informiert er seine Eltern noch, dass am Abend die große DND-Kampagne des Höllenfeuer-Clubs stattfindet.

In der Schule findet zu Ehren des Basketballteams eine Versammlung statt, denn sie hat es geschafft, in das Meisterschaftsfinale einzuziehen. Mike und Dustin sitzen nebeneinander, verspätet stößt auch Max hinzu. Irgendwie scheint sie nicht mehr dazuzugehören, sie kapselt sich ab. Vor der Schule wurde sie von der Vertrauenslehrerin angesprochen, weil sie ihren Termin am Vortag verpasst hatte. Robin spielt in der Schulband und wurde von Steve zur Schule gebracht. Dieses Jahr jobben beide in einer Videothek. Nun fehlt nur noch Lucas. Er ist aber Teil des Basketballteams und wird am Abend am Meisterschaftsspiel teilnehmen. So kann er allerdings nicht bei der DND-Kampagne dabei sein. Er bittet die Jungs, Eddie, den Spielleiter, davon zu überzeugen, die Kampagne zu verschieben. Außerdem möchte er seine einzige Chance, nicht mehr zu den Außenseitern zu gehören, nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Max geht zur Beratungslehrerin, vor ihr verlässt Chrissy, die Chefcheerleaderin verstört den Raum. Max bleibt verschlossen. Durch behutsames Nachfragen gelingt es der Lehrkraft, aus ihr herauszulocken, dass ihre Mutter immer noch trinkt, aber sie die Kleinfamilie trotzdem mit zwei Jobs über Wasser hält. Nach Billys Tod hat ihr Stiefvater Hawkins verlassen und sie mussten in den Trailerpark umziehen. Max möchte aber nicht zugeben, dass sie immer noch Albträume von Billys Tod hat. Nach dem Gespräch sucht sie die Mädchentoilette auf, wo sie mitbekommt, dass Chrissy sich übergeben muss. Diese möchte aber keine Hilfe von Max, so verlässt sie die Toilette wieder. Chrissy bleibt alleine zurück. Als sie wieder Schritte hört, denkt sie zuerst, Max sei zurückgekehrt, doch plötzlich ertönt die Stimme ihrer Mutter, die Chrissy sagt, sie habe das Kleid weitergenäht. Doch die Stimme kippt um und wird tiefer. Unter der Kabinentür erkennt Chrissy unmenschliche Monsterfüße und die Tür wird laut gerüttelt. Sie schreit und plötzlich ist alles wieder vorbei. Das Erbrechen zusammen mit dem Kommentar der Mutter legt die Vermutung nahe, dass Chrissy an einer Essstörung leidet.

In der Mensa haben Mike und Dustin keinen Erfolg dabei, Eddie zu überzeugen, die Kampagne zu verlegen. Er hält ihnen einen eloquenten Vortrag darüber, dass 1986 sein Jahr ist, und ihn diesmal nichts davon abhalten kann, endlich seinen Abschluss zu machen. Sie sollen gefälligst einen Ersatzmann finden.

Das Mädchen und der Nerd

Chrissy schleicht unsicher über den verlassenen Sportplatz und betritt schließlich den Wald. Auf einer kleinen Lichtung gibt es einen Rastplatz. Chrissy blickt wie gebannt auf einen großen Baum, an dem eine altmodische Kuckucksuhr befestigt ist. Mit einem Mal springt das Zifferblatt auf und lauter schwarze Spinnen krabbeln heraus. Erschrocken macht Chrissy einen Schritt zurück und stößt an Eddie, mit dem sie hier verabredet war. Als sie zurückblickt, ist die Uhr verschwunden.

Die beiden setzen sich an die Bank, Eddie kommt gleich zum Geschäft, Chrissy möchte Gras von ihm kaufen. Doch Eddie erinnert sich plötzlich, dass er Chrissy schon einmal begegnet ist. Vor einigen Jahren nahm er mit einer Band an einer Talentshow der Middle School teil, wo auch Chrissy einen Auftritt hatte. Auch sie erinnert sich an ihn, nur hatte er damals keine solch lange Haare wie jetzt. Daraufhin macht er ihr ein Rabattangebot, doch Chrissy ist verzweifelt und fragt nach etwas Härterem. Sie hat Angst, ihren Verstand zu verlieren.

Dustin und Mike grasen in der Zwischenzeit die ganze Highschool auf der Suche nach einem Ersatz für Lucas ab. Sie fragen sogar Nancy, die in der  Redaktion der Schülerzeitung beschäftigt ist. Sie lehnt genauso ab wie alle anderen. Zuvor hatte sie mit ihrem Kollegen darüber diskutiert, warum Jonathan und sie die Ferien diesmal nicht gemeinsam verbringen. Der Status der Beziehung ist wohl unklar, obwohl beide nach wie vor sehr ineinander verliebt sind.

Als Mike und Dustin schon verzweifelt aufgeben wollen, hat Dustin plötzlich einen Geistesblitz und macht sich auf den Weg zur Middle School. Eddie ist zunächst wenig begeistert, als sie später mit Erica, Lucas Schwester, beim Höllenfeuer-Club auftauchen. Doch Erica ist nicht auf den Mund gefallen und hat zudem DND-Erfahrung. Also kann Eddie nichts gegen sie einwenden, sie darf die Kampagne spielen.

Das russische Geschenk

Joyce vertreibt von zuhause aus Enzyklopädien. Sie ist am Telefon, als der Paketbote klingelt. Ein riesiges Paket aus der Sowjetunion enthält nichts weiter als eine hässliche Porzellanpuppe. Später kann sie endlich Murray Baumann, den Investigativdetektiv erreichen. Er rät ihr, die Puppe auszuziehen. Als Joyce sieht, dass das Porzellan aufgesprungen und geklebt ist, fordert er sie auf, die Puppe draußen mit etwas Abstand zu zertrümmern. Die Befürchtung, dass sie eine Bombe enthält, erweist sich als falsch. Joyce findet in den Splittern aber einen Zettel, auf dem mit ausgeschnittenen Buchstaben vermerkt ist, dass Hopper noch am Leben ist.

Die Meisterschaft

Max hat Lucas Einladung zum Spiel nicht angenommen und verfolgt die Übertragung im Radio. Nun wechselt das Geschehen zwischen der Turnhalle und dem energiegeladenen DND-Ereignis im Gruppenraum der Schule hin und her. Eddie führt durch das Spiel. Es geht um den totgeglaubten Vecna und die Frage an unsere Freunde lautet: weglaufen oder bis zum Ende kämpfen. In der Turnhalle geht es zwar nicht um Leben und Tod, doch auch dort ist die Stimmung aufgeheizt. Es geht hoch her und es gibt ein Foul nach dem anderen. Schließlich geschieht das Undenkbare und Lucas wird eingewechselt. Sowohl im Keller wie auch in der Turnhalle gibt es ein Timeout und Spielbesprechungen. Es ist keine Schande wegzulaufen, doch Erica und Dustin können sich mit ihrer Risikostrategie durchsetzen. Auch im Basketball spielt Hawkins definitiv auf Sieg. Vor dem Korb kann Lucas den Ball erkämpfen. Er läuft zurück und wirft ihn aus einiger Entfernung auf den Korb. Dort prallt er zunächst ab und findet über die Abprallfläche hinter dem Korb doch noch seinen Weg ins Ziel. Auch Erica schafft es, die richtige Punktzahl zu erwürfeln, und stellt so den Sieg sicher. So ist der heutige Abend ein Erfolg für beide Sinclair-Geschwister.

Lucas taumelt im Kreis seiner Mannschaftskollegen aus der Umkleide. Als er am Vorplatz der Schule sieht, wie gegenüber, seine Freunde sich mit seiner Schwester freuen, fühlt er sich jedoch innerlich zerrissen. Zu welcher Welt will er gehören?

Nachdem Max das Radio ausgemacht hat, hört sie den Hund draußen bellen. Sie geht in die Küche und räumt auf dem Weg durch das Wohnzimmer noch die leeren Bierdosen ihrer Mutter weg, die betrunken auf dem Sofa liegt. Als sie den Hund füttert, bemerkt sie, wie Eddies Transporter vorfährt und er gemeinsam mit Chrissy aussteigt und ins Haus seines Onkels geht. Eddie bittet sie, im Wohnzimmer zu warten, während er sich auf die Suche nach den Drogen macht. Chrissy ist nervös und schaut sich unruhig um, sie geht zum Fenster und zieht das Rollo herunter. Als sie sich wieder umdreht, ist sie plötzlich in ihrem eigenen Haus und hört, wie ihre Mutter an der Nähmaschine arbeitet. Diese versichert ihr, das Kleid sei nun weit genug für sie. Doch wieder kippt die Stimme und wird tief und gruselig. Chrissy will weglaufen. Im Flur kommt sie an einem Familienportrait vorbei, auf dem sie mit ihrem Bruder und ihren Eltern zu sehen ist. Sie stolpert die Treppe hinunter und trifft auf ihren Vater, der an einen Sessel gefesselt ist. Sein Mund ist zugenäht. Der Esstisch biegt sich unter lauter leckeren Speisen, doch sind alle verfault und bedeckt von Fliegen und Spinnen. Als Chrissy die Tür erreicht, kann sie nicht fliehen, denn diese ist mit Brettern verrammelt. Sie steht mit dem Rücken zur Tür und kann sich nicht mehr bewegen. Eine gruselige Gestalt, die nur aus Sehnen und Muskeln besteht, bewegt sich auf sie zu. Das Monster versichert ihr, dass ihr Leiden nun ein Ende haben und greift mit einer Klauenhand nach ihrem Kopf.

Eddie hat inzwischen in seinem Zimmer die Drogen gefunden. Als er ins Wohnzimmer zurückkehrt, findet er Chrissy dort in einem katatonischen Zustand vor. Ihre Augenlider flackern, genauso wie das elektrische Licht. Eddie versucht, sie aufzuwecken, und schüttelt sie, als Chrissy plötzlich langsam zur Decke hochschwebt. Mit einem Ruck knallt sie mit der ganzen Körperlänge gegen die Decke. Ihre Arme und Beine verbiegen sich in unmögliche Richtungen und man hört ihre Knochen brechen. Die Augen und das Gesicht werden wie nach innen gesaugt. Sie stirbt unter Schmerzen und Eddie schreit vor Horror.

Fazit zu Der Höllenfeuer-Club

Nach einer langen Durststrecke kommen die Fans von Stranger Things endlich wieder in den Genuss einer neuen Staffel. Diese startet fulminant. Allerdings empfiehlt es sich, doch nochmal in die dritte Staffel hineinzusehen. Es gibt zwar einen Rückblick, doch manches Teil des Puzzles wird für das Gesamtbild doch noch benötigt.

Der Spannungsbogen ist gut getimt. Im Gegensatz zu anderen Serien bekommen wir hier wieder alle Folgen komplett zum Bingen angeboten. Ich habe mich dennoch dazu entschieden, die Folgen wöchentlich zu sehen und zu besprechen, um die Spannung möglichst lange aufrecht halten zu können.

 

Warpskala

Warpskala
10 10 0 1
10/10
Total Score

Positiv

  • langsamer Handlungsaufbau mit punktgenauen Spannungsspitzen
  • Glaubhafter Bruch zwischen den Freunden
  • Variabler Antagonist, der auf mehr hoffen lässt

Negativ

  • Kleinigkeit: dass Hopper noch lebt, wurde viel zu früh geleakt.
Melanie Frankl

Ähnliche Beiträge

Kommentar verfassen